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Ein schwedischer Sommer Roman von Seifert, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ein schwedischer Sommer

Välkommen till Sverige - entdecken Sie das Geheimnis eines schwedischen Sommers! Die drei Schwestern Beate, Mona und Christine planen nach dem Tod von Beates Ehemann eigentlich eine Weltreise. Doch dann bittet sie ihr Bruder Leonhard, zu dem sie lange fast gar keinen Kontakt hatten, zu sich nach Schweden. Er hat ein paar Briefe und ein Tagebuch im Nachlass der Eltern gefunden, die Fragen aufwerfen. Was hat es mit dem Tagebuch einer gewissen Maria aus dem Sommer 1969 auf sich? Wer ist Maria, und was hat sie mit den Geschwistern zu tun? Die drei Schwestern machen sich daraufhin auf in das malerische Küstenörtchen Djursholm. Nichtahnend, dass ihnen dort der Sommer ihres Lebens bevorsteht, nach dem nichts mehr so sein wird, wie es einmal war ... Eva Seifert ist in Bremen geboren und aufgewachsen. Schon als Kind hat sie gern gelesen und geschrieben. Nach einem Studium der Kulturwissenschaft, Germanistik und Geschichte, das sie mit einer Magisterarbeit über den schwedischen Film abschloss, arbeitete sie als Lektorin in München und bekam dort all die Bücher zu lesen, die sie selbst gerne schreiben wollte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einer Kleinstadt bei Braunschweig, wo sie als freie Lektorin arbeitet und endlich auch schreibt. "Ein schwedischer Sommer" ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226176
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2500 kBytes
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Ein schwedischer Sommer

1

Beate

Der Nieselregen fiel leicht in mein Gesicht, das seltsam erhitzt war, und die feinen Regentropfen kühlten meine Wangen. Sie mischten sich mit meinen langsam versiegenden Tränen. Es war furchtbar kalt an diesem Freitagmorgen Ende April, viel kälter, als es in den vergangenen Wochen gewesen war, und ich zog meinen dünnen Mantel fest um mich. Ich hatte Gespräche der Gäste mit angehört, die sich über das Wetter unterhielten, hatte hier und da einen Fetzen ihrer Erzählungen aufgeschnappt, hatte immer mal wieder freundlich genickt und unzählige Hände geschüttelt. Aber eigentlich hatte ich gar nichts mitbekommen.

Die Kälte, die an meinen in einer schwarzen Strumpfhose steckenden Beinen hochkroch, war mir egal, und wer von unseren Verwandten und Bekannten gekommen war, war mir auch egal. Erst recht, was sie zu erzählen gehabt hatten. Jetzt waren sie alle fort. Meine Kinder Caro und Steffen kümmerten sich mit meinen beiden Schwestern um die Formalitäten, rechneten mit dem Café ab und würden dann wohl wieder nach Hause fahren, während ich erneut hier stand. Ich wollte noch einmal mit ihm allein sein. Mit Frederik, meiner großen Liebe. Wir waren beinahe dreißig Jahre verheiratet gewesen, im August hätten wir unsere Perlenhochzeit gefeiert.

Wir hatten noch so viel vorgehabt. Wollten reisen, wenn er in Rente ging und wir endlich mehr Zeit haben würden. Wollten die bunten Basare von Marrakesch sehen und das Pergamonmuseum in Berlin besuchen, in Venedig eine Fahrt mit einer Gondel machen ...

Wir hatten Höhen und Tiefen in unserer Ehe erlebt, zuletzt mehr Tiefen. Das musste ich wohl vor allem seiner Krankheit zuschreiben - im Nachhinein. Sie hatte ihn verändert, schon, als er noch nicht davon wusste, und erst recht, als wir die Diagnose bekamen. Koronare Herzkrankheit, die vor fünf Jahren durch einige kleinere Angina-pectoris-Anfälle eingeleitet worden war. Erst hatte er die immer wieder auftretenden Schmerzen in der Brust zu ignorieren versucht, schließlich hatte ich ihn im wahrsten Sinne des Wortes zum Arzt geschleift.

Doch Frederik hatte nicht wahrhaben wollen, dass er sich in Behandlung hätte begeben müssen. Statt etwas zu unternehmen, war er hartherzig und immer verschlossener geworden - und entsetzlich eigensinnig. Weniger arbeiten? Undenkbar! Die Ernährung umstellen? So ein Unsinn! Mit dem Rauchen aufhören? Unmöglich. Und mehr Sport treiben? Na ja, er war mit seinen Kollegen vom Versicherungsstammtisch kegeln gegangen, aber dass dabei ordentlich gebechert und gegessen wurde, ließ er unerwähnt. Alles für die Katz also. Es hatte mich traurig und wütend gemacht, dass er nichts für seine Gesundheit hatte tun wollen.

Ich starrte auf das nun mit Erde zugeschüttete Grab. Der Sarg war aus Mahagoniholz, ich hatte ihn mit roten Rosen und weißen Lilien schmücken lassen. Es waren meine Lieblingsblumen, Frederik hatte sich nicht besonders viel aus Pflanzen gemacht. Er hätte wahrscheinlich auch gut damit leben können, ohne Blumenschmuck beerdigt zu werden. Pah, damit leben können - was für eine Wortwahl! Leben könnte er vielleicht jetzt noch, wenn er nur befolgt hätte, was die Ärzte gesagt hatten. Der verdammte Sturkopf.

Ich hörte Schritte hinter mir. Eine Hand legte sich auf meinen Rücken.

"Du wirst ja ganz nass bei dem Regen, Beate."

Christine, mit ihren vierundvierzig Jahren die jüngste von uns Schwestern. Ich zuckte mit den Schultern. Sie verstand das wohl falsch, nahm ihre Hand weg und stellte sich neben mich. Schnell fasste ich ihre Hand und drückte sie fest als Zeichen dafür, dass ich froh war, dass sie bei mir war. Auch wenn ich einen Moment vorher noch fest davon überzeugt gewesen war, allein sein zu wollen, so war es nun doch schön, sie in dieser Situation bei mir zu haben.

Gleiches galt für unsere älteste Schwester Ramona, die wir nur Mona nannten. Sie erschien an meiner anderen Seite. Gemeinsam schaut

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