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Ein Sohn der Sonne von London, Jack (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Ein Sohn der Sonne

Dieses eBook: 'Ein Sohn der Sonne' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.
Aus dem Buch:
'Eine Stunde vor Sonnenaufgang zog die Wonder an der kleinen Bucht vorbei. Der Wind hatte aufgefrischt, und die See wurde bewegt. Die Sandbänke dicht vor der Küste waren schon weiß vor Schaum, die draußen liegenden zeichneten sich durch die Färbung des Wassers ab. Während der Schoner in den Wind ging und Klüver und Stag braßte, wurde das Walboot ausgeschwungen. Sechs fast nackte Santa-Cruz-Leute sprangen hinein, jeder mit einer Büchse bewaffnet.'





Jack London (1876-1916) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026884545
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1270 kBytes
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Ein Sohn der Sonne

Zweites Kapitel
Inhaltsverzeichnis

Jacobsen beobachtete das Kanu, das um das Riff herumkam und sich dem Eingang der Durchfahrt näherte. Mit Tintenflecken an Daumen und Zeigefinger erschien Griffiths wieder an Deck. Eine Viertelstunde später lag das Kanu längsseits. Der Mann mit dem Sombrero stand auf.

»Hallo, Griffiths!« rief er. »Hallo, Jacobsen!« Die Hände auf der Reling, wandte er sich an seine dunkelfarbige Mannschaft. »Ihr fella Jungens bleiben im Kanu allzusammen.«

Mit katzenartiger Geschwindigkeit schwang er seinen scheinbar schweren Körper über die Reling an Deck. Gleich den beiden andern Weißen war er nur spärlich bekleidet. Das billige Hemd und der Lendenschurz konnten den wohlgebauten Körper nicht verbergen. Seine Muskeln waren gut entwickelt, ohne doch massig und knotig hervorzuspringen. Sie spielten sanft gerundet unter der weichen, gebräunten Haut. Sonnenglut hatte sein Gesicht gebräunt, bis es dunkel wie das eines Spaniers war. In diesem dunklen Gesicht wirkte der blonde Bart seltsam, während die blauen Augen etwas Schreckeinflößendes hatten. Man konnte sich schwer vorstellen, daß die Haut dieses Mannes einmal weiß gewesen war.

»Wo hat der Wind Sie hergetrieben?« fragte Griffiths, als sie sich die Hände schüttelten. »Ich glaubte, Sie seien bei Santa Cruz.«

»Da waren wir auch«, antwortete der andre. »Aber wir kamen schnell vorwärts, und jetzt liegt die Wonder eben hier in der Gooma-Bucht und wartet auf Wind. Ein paar Buschleute erzählten mir, daß ein Kutter hier läge, und da kam ich, um nachzusehen. Nun, wie steht's?«

»Mäßig. Die Kopraschuppen sind beinahe leer, und es ist kein halbes Dutzend Tonnen Elfenbeinnüsse aufzutreiben. Alle Frauen hatten Fieber und rückten aus, und die Männer können sie nicht in die Sümpfe zurücktreiben. Es ist das reine Elend. Ich würde Sie bitten, ein Gläschen mit mir zu trinken, aber der Steuermann hat meine letzte Flasche ausgetrunken. Ich flehe zum Himmel um ein bißchen Wind.«

Grief blickte mit großem Gleichmut von einem zum andern und lachte.

»Ich freue mich,« sagte er, »daß die Windstille so lange anhielt. Das hat es mir ermöglicht, Sie zu besuchen. Mein Superkargo hatte noch eine kleine Rechnung für Sie, und ich habe sie mitgebracht.« Der Steuermann blickte diskret zur Seite und überließ es seinem Schiffer, wie er sich herausbeißen wollte.

»Es tut mir leid, Grief, tut mir verdammt leid,« sagte Griffiths, »aber ich kann nicht; Sie müssen mir noch etwas Zeit lassen.«

Grief lehnte sich gegen das Treppengeländer; unangenehme Überraschung malte sich auf seinen Zügen.

»Es ist doch wirklich toll,« meinte er, »wie die Leute auf den Salomons das Lügen lernen. Man kann ihnen aber auch nichts mehr glauben. Sie kennen doch Kapitän Jensen. Ich hätte auf seine Wahrheitsliebe geschworen. Und da erzählte er mir - es ist erst fünf Tage her - soll ich Ihnen sagen, was er mir erzählte?«

Griffiths fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »Lassen Sie hören.«

»Nun, er erzählte mir, daß Sie ausverkauft hätten - alles ausverkauft, aufgeräumt, und daß Sie jetzt unterwegs nach den Neuen Hebriden wären.«

»Er ist ein verdammter Lügner!« rief Griffiths wütend.

Grief nickte: »Ja, das scheint mir auch. Er hatte sogar die Stirn, mir zu erzählen, daß er zwei Ihrer Stationen - Mauri und Kahula - von Ihnen gekauft hätte. Sagte, er habe Ihnen siebzehnhundert Sovereigns in Gold bezahlt für Lagerschuppen und Fässer, Waren, Kredit und Kopra.«

Griffiths Augen zogen sich blitzend zusammen. Er wußte es selber nicht, aber Grief beobachtete ihn. »Und Parsons, Ihr Aufkäufer in Hickimavi, erzählte, daß die Fulcrum Kompanie diese Station von Ihnen gekauft hätte. Wieso lügt der nun auch?« Überreizt von Sonne und Krankheit, brach Griffiths jetzt los. Die ganze Bitterkeit seines Herzens trat in sein Gesicht und verzog seinen Mund zu einem Knurren.

»Sagen Sie, Grie

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