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Ein Sommer in Cornwall Roman von Fenwick, Liz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Ein Sommer in Cornwall

In wenigen Minuten soll Judith zum Altar schreiten. Doch als sie in den Spiegel blickt, fällt ihr auf, dass nicht nur das Kleid von ihrer Mutter ausgewählt wurde, sondern auch der Mann, der auf sie wartet. Kurzentschlossen macht Judith auf dem Absatz kehrt und flieht zu ihrer Patentante nach Cornwall. In Pengarrock, einem alten Herrenhaus, nimmt sie einen Job als Archivarin an. Bald schon ziehen sie das Anwesen und auch der faszinierende Tristan Trevillion in ihren Bann. Doch Pengarrock steht zum Verkauf. Nur wenn Judith hinter das jahrzehntelang gehütete Familiengeheimnis der Trevillions kommt, kann Pengarrock noch gerettet werden. Liz Fenwick hat schon an vielen Orten auf der Welt gelebt. Doch schließlich ist die dreifache Mutter ihrem Herzen gefolgt und nach England gezogen. Denn wirklich zu Hause fühlt sie sich nur in ihrem Cottage in Cornwall, wo auch ihre Romane beheimatet sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641131494
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: A Cornish Affair
    Größe: 771 kBytes
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Ein Sommer in Cornwall

Eins

Osterville, Cape Cod, Massachusetts

I ch stand vor dem großen Spiegel und erkannte die Frau nicht, die darin erschien.

"Ausatmen", befahl Sophie, meine beste Freundin. "Wie viel Gewicht hast du seit der letzten Anprobe verloren?"

"Keine Ahnung." Das Kleid hing an mir herab. "Könnten wir es nicht irgendwie ausstopfen?"

Sophie griff in ihr eigenes Kleid und zog zwei Gelkissen aus dem Mieder. "Hier, nimm die."

Ich starrte wieder in den Spiegel und wartete, während sie die Knöpfe auf der Rückseite meines Kleids öffnete. Ich bot keinen schönen Anblick. Dass ich an meinem Hochzeitstag so aussehen würde, hatte ich mir nicht vorgestellt. Eine strahlende Braut sah anders aus.

"Ich kapiere einfach nicht, warum du dieses Kleid trägst."

"Bitte nicht schon wieder! Mutter hat sich eben dafür entschieden."

Sophie verdrehte die Augen. "Ich weiß, ich war dabei. Dieses Kleid hätte Rose gestanden und vielleicht sogar deiner Mutter, aber doch nicht dir! Das bist einfach nicht du!"

Ich holte tief Luft und schob die Einlagen in mein Korsett. Meine Brüste wurden zwar hochgedrückt, doch ein wirklich pralles Dekolleté bekam ich dadurch nicht. Sophie machte sich wieder an meinen Knöpfen zu schaffen. Ich wusste genau, was sie meinte. Das Kleid war viel zu verspielt und überladen, ich sah darin aus wie ein Kleiderständer im Baisermantel.

"Entschuldige, dass ich Rose erwähnt habe."

"Ist schon okay."

Sophie umarmte mich schnell. Zusammen blinzelten wir gegen die Tränen an. Ich trug viel zu viel Wimperntusche, um jetzt losheulen zu können.

"Seid ihr so weit?" Jane, meine Mutter, kam ohne anzuklopfen ins Zimmer gestürmt und musterte mich von Kopf bis Fuß. Ich hielt den Atem an.

"Du siehst ..." Mutter trat auf mich zu und zupfte den Ausschnitt über meinem gepolsterten Busen zurecht. "... perfekt aus."

"Danke." Ein weiterer Blick in den Spiegel bestätigte mir, dass ihre Worte eine Lüge waren. Mutter stand neben mir und betrachtete unser Spiegelbild. Ich überragte ihre grazile Gestalt in dem zartlila Kleid, das ihr blondes Haar hervorragend zur Geltung brachte. Ähnlich war nur unser Mund, ich hatte ihre vollen Lippen geerbt. Rose war Mutters Ebenbild gewesen, klein, zierlich, hell, ich dagegen war eher ein dunkler, schlaksiger Typ.

"Ich wusste, dass ich mit dem Kleid richtiglag. Es steht dir viel besser als das, was du dir ausgesucht hattest."

Ich nickte. Ihr zu widersprechen brachte zu diesem Zeitpunkt gar nichts; ich hatte viel zu lange damit gewartet.

Kein Lüftchen wehte durch die Blätter der Birken, von denen die Kirche eingerahmt wurde. Wäre nicht das Geplapper von drinnen zu hören gewesen, hätte man fast meinen können, die Zeit stünde still. Ich stand vor dem Eingang und versuchte zu atmen. Die Luft war schwül, drückend. Trotz des Dunstschleiers lag die Temperatur bei über fünfunddreißig Grad. Wie konnte es Anfang Juni in Cape Cod nur so heiß sein?

"Alles klar?", fragte Dad, der von hinten an mich herantrat und meinen Ellbogen nahm.

Ich runzelte die Stirn, dann drehte ich mich um und grinste ihn an.

"Nervös?" Er schaute auf die Uhr. Es war Punkt drei. Jeden Augenblick würde die Musik wechseln und ich meinen letzten Gang als unverheiratete Frau antreten. Vorsichtig spähte ich durch die Tür und den Mittelgang entlang. Die Kirche war mit einer Unmenge von rosa Blumen geschmückt – Hunderten von Lilien, um ge

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