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Ein Sommer voller Himbeereis Roman von Haasis, Persephone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Sommer voller Himbeereis

Wenn das Leben dir Himbeeren schenkt, dann mach Eis daraus! Wie jeden Sommer zaubert Pauline im Eiscafé ihrer fränkischen Heimat herrliche Kreationen für ihre Gäste. Ob sinnliche Sorten oder liebevoll dekorierte Eisbecher - Eis ist Paulines Leidenschaft. Und es könnte alles so schön sein, wären da nicht Paulines Geldsorgen und ihr gebrochenes Herz. Um sich abzulenken, streift Pauline oft durch den Antiquitätenladen ihrer Ersatzgroßmutter Anna und versteckt dort heimlich Zettel mit ihren Wünschen. Eines Tages findet sie dabei die Nachricht eines Unbekannten und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Ganz im Gegensatz zu Annas arrogantem Enkel Christian, der plötzlich ständig in Paulines Laden auftaucht ... Persephone Haasis, geboren 1989, hat Kreatives Schreiben, Literaturwissenschaft und -vermittlung in Hildesheim und Bamberg studiert. Ihr Debüt "Ein Sommer voller Himbeereis" spielt in einem kleinen Eiscafé und erzählt von der großen Liebe, von Freundschaft und der Leidenschaft für das Eismachen. Selbstgemachtem Eis kann die Autorin übrigens nicht widerstehen - ihre Lieblingssorte ist natürlich Himbeereis. Persephone Haasis lebt in Kaiserslautern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 13.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641235963
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10400
    Größe: 2893 kBytes
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Ein Sommer voller Himbeereis

2.

An diesem Mittag war nicht sehr viel los im Eishimmel, lediglich zwei Frauen tranken nach einem Stadtbummel, darauf ließen zumindest ihre Tüten und Taschen schließen, einen Kaffee, und ein Geschäftsmann war mit seinem Smartphone beschäftigt. Pauline warf einen Blick auf die Uhr. Vielleicht würden in einer guten halben Stunde ein paar Schulkinder auf ihrem Nachhauseweg eine Kugel Eis kaufen, aber bis dahin war nicht mit großem Andrang zu rechnen, sodass sie Florence im Eishimmel eine Weile allein lassen und wie versprochen im Antiquitätenladen vorbeischauen konnte.

"Ich bin kurz mal drüben bei Anna", sagte sie und faltete ihre Schürze zusammen.

"Ist gut." Florence stellte die Kaffeetassen auf zwei Silbertabletts und legte jeweils einen ihrer selbst gebackenen Butterkekse auf die Untertassen. "Grüß sie von mir."

"Mache ich." Pauline nickte ihren Gästen im Vorbeigehen zu und verließ das Café. Draußen war es frisch, und an den vier Sitzgruppen, die vor dem Eishimmel standen, saß niemand, was Pauline nicht sonderlich verwunderte. Sie zog ihre Strickjacke enger um sich und sah nach oben. Dunkle Wolken hingen am Himmel, sicherlich würde es heute noch Regen geben. Ein ungemütlicher Wind fuhr durch ihr honigblondes Haar und ließ das Schild des Antiquitätenladens leise quietschend hin und her schwingen. "Bergmann Antiquitäten" stand verschlungen darauf, daneben war ein gemütlicher Sessel abgebildet.

Pauline öffnete die schwere Glastür des Antiquitätengeschäfts und trat ein. Unzählige Vitrinen aus Nussbaum und Mahagoni beherbergten Schätze wie Broschen, Schmuck, Postkarten und Silberbesteck. Daneben fügten sich die unterschiedlichsten Tische mit den dazugehörigen Stühlen oder verwaisten Einzelstücken zu einem unübersichtlich wirkenden Labyrinth zusammen. Pauline musste sich regelrecht hindurchschlängeln, um in den Nachbarraum mit dem wuchtigen Schreibtisch aus dem 19. Jahrhundert zu gelangen, hinter dem Anna in ihrem Ohrensessel mit moosgrünem Samtbezug saß und gerade einen Pokal aus Bronze polierte. Auch in diesem Zimmer wusste sie nicht, wohin sie zuerst blicken sollte. In verschiedenen Schränken und Vitrinen fanden sich Porzellanservice in allen möglichen Ausführungen, auf einem Regal drängte sich eine Armee von Milchkännchen und Blumenvasen eng aneinander, und auf einer Anrichte standen goldene Sammeltassen mit Barockmotiven, die aussahen, als ob sie zu einer Teezeremonie bei Alice im Wunderland einluden. An der Wand über dem Schreibtisch und neben den Schränken waren Bilder von Wildblumensträußen, hübschen Mädchen, Landschaften, Herren in Uniform und Heiligen aufgehängt, allesamt dunkel gehalten und in Öl gemalt. Pauline hatte das Gefühl, von Hunderten Augenpaaren angestarrt zu werden. Sogar der röhrende Hirsch auf seinem grünen Hügel schien sie fest im Blick zu haben, als sie jetzt einige Schritte in den Raum machte. Sie blieb mit ihrer Strickjacke an einer Sammlung von Spazierstöcken hängen, die sich in einem schmiedeeisernen Ständer dicht zusammendrängten. Vorsichtig befreite sie den Stoff aus dem Silberbeschlag eines Schirms, der mit weißer Spitze bespannt war und in einem vergangenen Jahrhundert bestimmt einmal eine Komtess vor einem Sonnenstich bewahrt hatte.

"Hallo, meine Liebe", begrüßte Anna sie, stellte den Pokal beiseite und stand mit einem Ächzen aus ihrem Sessel auf. "Was machst du denn hier?"

"Ich habe im Moment nicht so viel zu tun und dachte, ich schaue mal, ob ich dir vielleicht ein bisschen helfen kann."

Auf Annas Gesicht breitete sich ein warmes Lächeln aus. "Das ist aber lieb von dir. Komm, ich möchte dir etwas zeigen." Sie winkte Pauline zu sich und nahm eine geschnitzte Holzkiste von einem Regal. "Ist die nicht toll?"

Pauline stimmte nickend zu und fuhr mit ihren Fingerspitzen über die kostbare Einlegearbeit.

"Mach sie mal auf", ermutigte Anna sie.

Vorsichtig öffnete Pauline den Deckel, woraufhin lei

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