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Ein Song bleibt für immer Roman von Peterson, Alice (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ein Song bleibt für immer

Es ist Liebe auf den ersten Blick zwischen Alice und Tom. Alice ist nicht nur wunderschön, sondern eine mitreißende Persönlichkeit. Aber ihr Leben ist unvorhersehbar und kompliziert, denn sie leidet unter einer unheilbaren Erbkrankheit. Gerade darum kämpft Alice für ihren Traum, Sängerin zu werden. Tom liebt sie aus ganzem Herzen, doch kann er die Vorstellung ertragen, dass er sie in wenigen Jahren verlieren wird? Und plötzlich gibt es die Chance auf eine Lungen-Transplantation und ein Leben ohne Krankheit ...

Alice Peterson, geboren 1974, begann zu schreiben, nachdem sie aufgrund einer chronischen Erkrankung ihre Karriere als Tennisspielerin aufgeben musste. Ihre Romane zeigen Protagonistinnen, die mit einer Krankheit zu kämpfen haben oder eine problematische Situation in ihrer Familie bewältigen müssen. Die Presse und die Leser haben ihre Bücher begeistert aufgenommen. Alice Peterson lebt in London.

www.alicepeterson.co.uk

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 431
    Erscheinungsdatum: 27.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732555741
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: A Song for Tomorrow
    Größe: 1015 kBytes
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Ein Song bleibt für immer

2

Alice

Dezember 1998, zehn Stunden vorher

Vollkommen außer Atem nähere ich mich der Rezeption. "Tut mir leid, der Fahrstuhl ist außer Betrieb", sagt die Empfangsdame zu dem Model vor mir. "Das Casting findet in der fünften Etage statt."

Ich starre die Metallwendeltreppe an und stehle mich am Empfang vorbei zur Damentoilette.

Dort schlüpfe ich in eine Kabine, ziehe hastig den Reißverschluss meiner schweren Schultertasche auf und krame verzweifelt nach meinem Asthmaspray. Ich finde alles Mögliche - mein Portfolio, die Schminktasche, Packungen mit kalorienreichen Milchshakes, ein Paar hochhackige Schuhe -, bloß nicht das, was ich suche. Wo ist das verdammte Ding?

Du musst es finden, Alice.

Es fühlt sich an, als stecke etwas tief in meiner Brust. Etwas Hartes, Festes, wie ein Ziegelstein. Es ist so schwer, dass ich an nichts anderes denken kann. Ich kann nur husten und husten und suchen ... Endlich finde ich das Asthmaspray. Ich inhaliere tief und stelle mir vor, wie warmes Wasser den zähen Schleim in meinen Lungen verdünnt, wie es Ordnung in das Chaos in meinem Inneren bringt. Ich jage einen zweiten Sprühstoß durch meinen Mund.

Luft.

Ich muss atmen.

Ich lebe seit sechsundzwanzig Jahren mit Mukoviszidose. Wenn ich aufwache, spüre ich meine Lungen und meine Brust und sonst gar nichts. Bevor ich das Haus verlasse, muss ich immer eine Handvoll Pillen schlucken und bestimmte Wirkstoffe aus Maschinen inhalieren, die mir das Atmen erleichtern. Mein Husten ist immer da. Er ist mein ständiger Begleiter, Tag und Nacht. Ich verstaue das Asthmaspray wieder in meiner Tasche und krame das Verbandszeug hervor.

Ich kenne es nicht anders, ich habe keine Ahnung, wie es ist, gesund zu sein - aber bin ich verrückt, weil ich meinen Wunsch, Model zu sein, trotzdem nicht aufgeben will?

"London ist nicht New York, wo alles relativ nah beieinanderliegt", hat Naomi, die Casting-Direktorin der Agentur A Star Models, mir vor achtzehn Monaten bei meinem ersten Bewerbungsgespräch erklärt. "Die Castings finden oft meilenweit von einem U-Bahnhof entfernt statt, das sind lange, beschwerliche Wege. Modeln ist körperlich anstrengend und erfordert die Kondition eines Sportlers. Und wenn du nur ein einziges Mal zu spät kommst, kannst du's vergessen."

In meiner Zeit an der Uni (ich war drei Wochen dort, bevor ich ins Krankenhaus und an der Lunge operiert werden musste) machte ich mich immer so zeitig auf den Weg, dass ich lange vor allen anderen im Hörsaal saß. Die anderen hielten mich vermutlich für eine hoffnungslose Streberin oder dachten, ich sei in unseren Englischlehrer verknallt.

Ich bandagiere mir den rechten Fuß und den Knöchel.

"Gibt es noch etwas, das ich wissen sollte, etwas, das ein Problem werden könnte?", hat Naomi damals noch abschließend gefragt. Ich sehe immer noch ihr verwirrtes Gesicht vor mir, weil ich mir so viel Zeit mit der Antwort ließ.

Hätte Naomi mir den Job auch gegeben, wenn ich ihr von meiner Krankheit erzählt hätte? Als sie mich auf meine schlanke Figur ansprach, hätte ich ihr erzählen können, dass ein Teil meines Darms entfernt worden ist - inzwischen fehlen mir bestimmt drei Viertel. Ich bin so schlank, weil ich Nahrung nicht richtig verdauen und daher auch nicht ausreichend verwerten kann; dazu kommen das ständige Husten und das mühsame Atmen. Das alles verbrennt in jeder Sekunde meines Lebens Tausende Kalorien. Deshalb bin ich so schlank - nicht, weil ich rauche und Selleriestängel knabbere.

Ich befestige den Verband mit einer Sicherheitsnadel. Das muss reichen.

"Ich will nie von dir hören, dass du einen Job nicht annehmen kannst, weil du Stress mit deinem Freund oder eine schlimme Erkältung hast oder zur Beerdigung deiner Großmutter musst, ist das klar, Alice?", hallt Naomis Stimme in meinem Kopf.

Mit neuer Energie hieve ich meine Tasc

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