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Ein Tag, ein Jahr, ein Leben Roman von Alvarez, Viola (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Ein Tag, ein Jahr, ein Leben

Am Ende eines Lebens zählt nur die Liebe. In einem noblen Altenheim feiert die ehemalige Kunsthändlerin Melusine von Grenwald ihren 102. Geburtstag. Sie blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Und doch ist es vor allem die Liebe zu Wilhelm Bellwitz, genannt 'Krempe', die sie umtreibt. Eine Liebe, die vor mehr als 70 Jahren begann und ein tragisches Ende fand, als Krempe, der damalige Boss der Berliner Unterwelt, einem Verbrechen zum Opfer fiel. Melusine vertraut der einfühlsamen Pflegerin Monika die Geschichte einer großen Liebe und eines grausamen Verlustes an. Nach und nach offenbart sich der jungen Frau eine verhängnisvolle Wahrheit, die sie nicht mehr loslässt. Ein Herz vergisst nie: Die bewegende Geschichte einer Liebe über den Tod hinaus. Jetzt als eBook: 'Ein Tag, ein Jahr, ein Leben' von Viola Alvarez. dotbooks - der eBook-Verlag.

Viola Alvarez, geboren 1971 in Lemgo, ist eine deutsche Schriftstellerin und Dramaturgin. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Skandinavistik in Freiburg arbeitete sie als Referentin in der Erwachsenenbildung und war Leiterin eines Theaters in Köln. Heute ist sie Inhaberin eines Instituts für Managemententwicklung und lebt im Rheinland. Bei dotbooks erschienen bereits Viola Alvarez' Romane 'Ein Tag, ein Jahr, ein Leben', 'Ein Rest von Liebe' und 'Die Zunftmeisterin'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 623
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955204747
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1054kBytes
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Ein Tag, ein Jahr, ein Leben

Kapitel 1

E INE S ÄULE DER G ESELLSCHAFT

Glück verjährt so wenig wie Frevel.

Viele andere haben hier alles, was mal wichtig war, längst zugunsten ihrer geheimen Vergessenswelten drangegeben.

Ich nicht.

Melusine von Grenwald, Zimmer 148, Haus Hoheneichen. Haus Hoheneichen ist ein Haus, von dem man immer meint, dass es nur erfunden sein könnte. Es gibt natürlich mehr von solchen Häusern, als man denkt, aber die wenigsten wissen, wo sie sich befinden.

Das liegt daran, dass reich und reich sich gern gesellt, und wer nicht reich ist, soll draußen bleiben. Meinetwegen können gern alle draußen bleiben. Ich war zu oft speiarm, um mich für reich zu halten. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin nicht wirklich reich und wohlanständig. Und wahrscheinlich bin ich auch nicht wirklich alt und siech. Sich nach seinem Alter zu verhalten, wie es die Welt erwartet, macht für mich genauso viel Sinn, wie sich nach seiner Hausnummer zu verhalten. Konformität widert mich an.

Aber hier ist sie so was wie ein Glaubensbekenntnis.

Das trägt nicht eben zu meiner Gesprächslust bei. Rutscht mir den Buckel runter, ich hab niemandem was zu sagen. Im Gegensatz zu vielen meiner Gevattern hier; die lechzen geradezu nach Ansprache, nach jemandem, den sie ansprechen können.

Ach, und wie gerufen, da kommt dies junge Mädchen, mit dem ich so gern rede. Aber ich bin noch nicht so weit.

Also, zurück: Haus Hoheneichen . Ein Aufbewahrungsort; eine Station vor dem Erbbegräbnis. Zuerst fährt man in einen Park. Am Eingangstor sitzt tagsüber ein Pförtner, der meldet jeden Gast telefonisch an, den er nicht kennt.

Die meisten Herrschaften, die kommen, kennt der Pförtner natürlich nach dem ersten Mal und muss nicht mehr anrufen.

Nachts gibt es eine Sprechanlage. "Haus Hoheneichen, hier spricht Beggel", sagt eine Stimme, die sehr distinguiert und zugleich sehr wachsam klingt. Dann muss der säumige Besucher zugeben, wie lange er nicht mehr da war, und bekommt eine Sicherheitsfrage gestellt. Die Sicherheitsfragen werden in den Anmeldeformularen abgestimmt. Es sind simple Besonderheiten, meist das erste Wagenmodell, oder die Lieblingsspeise, solche Dinge. Manche wählen als Zahlenfolge persönlich bedeutsame Geburtstage aus, nicht selten, da bin ich mir sicher, den 20. April.

Man hält auf Tradition in Hoheneichen.

Mich kommt niemand besuchen.

Und das letzte Mal ausgegangen bin ich vor vier Monaten. Mir fehlt nichts.

Wer alles gehabt und alles verloren hat, was kann dem fehlen? Und ob man ihn jetzt besser aushält, den Schmerz? Nach all den Jahren Übung? Das Vermissen? Die Einsamkeit? Diese verfluchte Einsamkeit ...

Ich weiß wenigstens, dass das nicht am Alter liegt.

Oder nur bedingt. Die Leute, die ich noch kennen wollte, sind alle längst tot. Die paar, die mich kennen wollen, habe ich nun weitgehend entmutigt, den weiten Weg hierher ins noble Nichts zu machen.

Was man hier so sorgsam hütet, sind übrigens weder Staatsgeheimnisse noch Waffen. Hoheneichen ist ein Altenheim für steinreiche Halbtote wie mich. Erbschleicher habe ich schon lange in die Flucht geschlagen. Ich habe so viel Geld gehabt und so viel Geld verloren, hätte mich das schlimme Alter zu einer früheren Zeit erwischt, hätte ich auch gut im Mehrbettzimmer, angewiesen auf Sozialhilfe, vor mich hin siechen können. Ein Fürsorgefall, wie wir früher sagten.

Aber es ist anders gekommen: Mahagoni und Damast.

Ich hab den Leuten trotzdem abgewöhnt, mich zu belatschen. Nur heute kann ich es nicht verhindern, dass man mich popul&

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