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Ein verboten verführerischer Earl von Cornick, Nicola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Ein verboten verführerischer Earl

Überrascht starrt Catriona auf ihren Stammbaum. Kein Zweifel: Ihr verstorbener Vater wurde einst um sein Erbe geprellt und sie ist die wahre Herrin des Familiensitzes Glen Clair! Kurz darauf wird die temperamentvolle Schottin von ihrem geldgierigen Onkel entführt - gemeinsam mit Neil Sinclair, dem künftigen Earl of Strathconan. Eine Flucht mit ihm scheint Catrionas einzige Rettung zu sein. Doch schon zu oft ist der attraktive Charmeur ihr gefährlich nahe gekommen. Wird Neil ihr helfen, ihr rechtmäßiges Erbe wiederzuerlangen? Oder wird er ihr nur erneut das Herz rauben?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 14.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733762377
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 957 kBytes
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Ein verboten verführerischer Earl

1. KAPITEL

In welchem ich den Helden kennenlerne, wie es sich für jede gute Heldin gehört.

I ch heiße Catriona Balfour, und dies ist meine Geschichte.

Meinen Bericht möchte ich mit der Schilderung eines Begräbnisses beginnen. Anfang Juli 1802 wurde mein Vater auf dem Friedhof von Applecross bestattet. Ich war damals 18 Jahre alt.

Ein trauriger Anfang, ja. Tatsächlich war es ein trauriges Jahr gewesen. Zwei Monate zuvor war meine Mutter gestorben. Dahingerafft von einem Fieber, das ein wandernder Händler ins Dorf mitgebracht hatte. Er hatte Bänder und Gürtelschnallen, Handschuhe und Schultertücher verkauft sowie Stoffe. Da Mama sich ein neues Sommerkleid nähen wollte, hatte sie ein paar Yards Musselin bei ihm erstanden.

Sie ging von uns, noch ehe das Kleid fertig war.

Jetzt stand ich am Grab meines Vaters und dachte, dass uns allen von hier aus zumindest ein schöner Blick aufs Meer vergönnt war. Applecross lag am Meer. Und vom Friedhof aus schaute man auf die Bucht. Strahlend blau schimmerte das Wasser an diesem Tag. Die Luft war klar, sodass man am Horizont die zerklüfteten Gipfel der Insel Skye erkennen konnte. Ein sanfter Wind trug den Geruch von Salz und Algen zu uns herüber. Sonnenstrahlen wärmten meinen Rücken.

Ich trug mein bestes schwarzes Bombasinkleid. Leider ließ es mich sehr unförmig erscheinen, weil der Stoff so steif war, dass er wohl von allein gestanden hätte. Auch knisterte er bei jeder Bewegung, was mir - ich gebe es zu - trotz meiner tiefen Trauer äußerst unangenehm war. Tatsächlich fand ich das Kleid so hässlich, dass ich mich vor den Trauergästen schämte. Gleichzeitig schämte ich mich, weil ich während der Beerdigung meines Vaters so unpassende Gedanken hatte und an modische Kleider, einen Schal aus silberfarbener Gaze und an ein paar Schuhe aus weichem Ziegenleder dachte.

"Das Mädchen ist eitel", hatte unsere Haushälterin Mrs Mansell vor vielen Jahren gesagt, als sie mich, ein damals achtjähriges Kind, vor dem Spiegel erwischte, wie ich Mamas Sonntagshütchen aufprobierte. "Lassen Sie sie den Stock spüren, ehe es zu spät ist."

Doch auch meine Mutter mochte hübsche Dinge. Statt mich zu schlagen, schloss sie mich in die Arme und flüsterte mir zu, ich sähe sehr hübsch aus. Ich weiß noch, wie ich Mrs Mansell über Mamas Schulter hinweg triumphierend anschaute. Woraufhin sie die Mundwinkel nach unten zog und murmelte, es werde ein schlimmes Ende mit mir nehmen. Vielleicht war sie ja nur neidisch, weil sie selbst ein miesepetriges Gesicht hatte, das an eine verschrumpelte Pflaume erinnerte, und weil es niemanden gab, der sie liebte, seit ihr Gatte dahingeschieden war. Nun, vermutlich hatte auch er sie nicht geliebt.

Meine Mutter hingegen war eine warmherzige liebevolle Frau. Und mein Vater, der Schulmeister von Applecross, kümmerte sich rührend um sie und um mich, sein einziges Kind. Sobald ich drei Jahre alt geworden war, hatte er begonnen, mich zu unterrichten. Deshalb war ich weit und breit die einzige junge Dame, die den Lauf der Gestirne kannte, die ein wenig Französisch sprach und die die Pflanzen, die auf den Wiesen und am Bachufer wuchsen, mit ihrem lateinischen Namen benennen konnte.

Miss Bennie und Miss Henrietta Bennie, die Töchter des Gutsherrn, machten sich lustig über mich und behaupteten, solche Kenntnisse würden mir nicht helfen, einen Gatten zu finden. Sie verbrachten ihre Tage damit, auf dem Spinett zu musizieren oder mit Wasserfarben zu malen, während ich dem alten Harry beim Krabbenfangen mit dem kleinen Handnetz half und dabei meinen Teint ruinierte. Denn natürlich benutzte ich keinen Sonnenschirm.

Die beiden jungen Misses Bennie nahmen auch an Papas Beerdigung teil. Sie standen mit ihren Eltern ein Stück entfernt von allen anderen. Die übrigen Trauernden konnte man in zwei Gruppen einteilen: Da waren zum einen die Dorfbewohner und zum anderen einige

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