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Ein verheißungsvoller Frühling von Cabot, Amanda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Ein verheißungsvoller Frühling

Charlotte Hardings Leben hat dramatische Wendungen genommen: Zuerst wurde ihr Mann ermordet, dann stellte sich heraus, dass ihr neugeborener Sohn blind ist. Doch Charlotte ist fest entschlossen, für sich und ihren Sohn eine neue Zukunft aufzubauen. Mit Fleiß und harter Arbeit schafft sie es, sich als Schneiderin zu etablieren. Sogar ein zarter Hoffnungsschimmer des Glücks fällt in ihr Leben, als sie dem charmanten Barrett Landry begegnet. Doch das Gefühl der Sicherheit ist trügerisch: Die dunklen Schatten der Vergangenheit drohen Charlotte bald einzuholen ... Amanda Cabot lebt mit ihrem Mann in Wyoming, USA, und machte zunächst als Informatikerin Karriere, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft fürs Schreiben widmete. Ihre Romane waren bereits für zahlreiche Preise nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783868278446
    Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
    Originaltitel: Waiting for Spring
    Größe: 794 kBytes
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Ein verheißungsvoller Frühling

Kapitel 2

"Sie haben die Kutsche mitgebracht!" Miriam legte ihre Hand auf Barretts Arm und lächelte ihn strahlend an. Offenbar hatte er etwas richtig gemacht. Es gab Zeiten, in denen Miriams Stimmung schwer zu entschlüsseln war. Manchmal hatte Barrett das Gefühl, als spiele er eine Theaterrolle, wenn er versuchte, ihr ein Lächeln zu entlocken. Aber der Anblick des zweirädrigen Einspänners mit dem offenen Verdeck schien Miriams nachdenkliche Stimmung vertrieben zu haben. Sie war ungewöhnlich still gewesen, als sie aus dem Ankleideraum gekommen war. Irgendwie hatte Barrett den Eindruck gehabt, ein Eindringling zu sein und sie von einer privaten Unterhaltung mit Madame Charlotte abzuhalten. Das war absurd. Miriam hatte ihn ausdrücklich gebeten, sie im Laden zu treffen. Folgsam hatte er genau das getan, worum Miriam ihn gebeten hatte, doch sie hatte verstimmt gewirkt. Aber jetzt lächelte sie glücklicherweise wieder.

"Ich dachte, wir könnten in den Park fahren", sagte er, als er ihr in die Kutsche geholfen hatte. Es war ein perfekter Oktobertag. Der Himmel erstrahlte in einem tiefen Blau, das einzigartig für Wyoming zu sein schien und von ein paar bauschigen Quellwolken noch unterstrichen wurde. Die Sonne hatte die Luft ausreichend erwärmt, sodass es angenehm sein würde, durch den Park zu schlendern. Und obwohl die Bäume, die die Schulkinder gepflanzt hatten, immer noch Schösslinge waren und wenig Schatten gaben, würde das kein Problem sein, denn Miriam hatte ihren Sonnenschirm mitgebracht.

"Sie können Ihren neuen Hut ausführen", sagte Barrett galant, als er die Zügel festband.

Miriam rümpfte die Nase. Der Blick, den sie ihm zuwarf, machte deutlich, dass er etwas falsch gemacht hatte. Schon wieder. "Dies ist kein neuer Hut. Sie haben ihn bereits gesehen. Jeder hat ihn gesehen."

"Er sieht immer noch sehr hübsch aus. Sie sehen bezaubernd aus." Barrett hätte sich selbst in den Hintern treten können. Im Vergleich zu Frauen waren Rinder - selbst die störrischen, die versuchten, sich beim Zusammentrieb zu verstecken - die umgänglichsten Kreaturen auf der Erde. Vielleicht hätte er nichts über den Hut sagen sollen, aber Camden hatte behauptet, dass junge Damen Komplimente über ihre äußere Erscheinung hören wollten. Sein Bruder hatte allerdings versäumt zu erwähnen, dass ein Mann vorsichtig sein musste, wenn er auf ein spezielles Kleidungsstück Bezug nahm.

Als er seine Worte und Miriams Reaktion überdachte, wurde Barrett klar, was er hätte sagen sollen: dass er das Privileg haben wollte, sie - die hübscheste Lady der Stadt - an seinem Arm zu haben, wenn er durch den Park schlenderte.

Waren alle Frauen so empfindlich? Barrett bezweifelte, dass Madame Charlotte so war. Sie hatte nicht diesen Eindruck gemacht. Sie war nicht die hübscheste Frau, die Barrett jemals gesehen hatte. Auch andere Frauen hatten dunkelbraunes Haar und Augen in der Farbe von Mr Ellis' bester Schokolade. Auch andere Frauen trugen Röcke, die flüsterten, wenn sie sich bewegten, und die auf diese Weise die Aufmerksamkeit eines Mannes auf sich zogen, obwohl der Stoff praktisch jeden Zentimeter Haut bedeckte. Auch andere Frauen benutzten sanftes blumiges Parfum, das an einen Sommergarten erinnerte. Aber keine andere Frau, die Barrett getroffen hatte, hatte dieselbe faszinierende Mischung aus Selbstbewusstsein und Verwundbarkeit gezeigt.

Wenn Madame Charlotte durch ihren Laden ging und über die Seide sprach, war sie die perfekte Geschäftsinhaberin: sachkundig, hilfsbereit, allem Anschein nach aufrichtig in ihrem Interesse an Barrett, obwohl er kein Kunde war. Sie hatte ihm sogar verziehen, dass er sie mit seiner Frage in Verlegenheit gebracht hatte. Frage? Wenn er ehrlich zu sich war, dann war es eher eine Stichelei gewesen. Sie hatte ihn herausgefordert, als sie ihn nach seinen Motiven gefragt hatte, und er hatte das Bedürfnis verspürt zu kontern. Barrett war nicht stolz darauf, genauso wenig wie er

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