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Ein Weihnachtslicht über Sylt Roman von Thorn, Ines (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2017
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Weihnachtslicht über Sylt

Weihnachten auf der Insel. Ben und Mina haben keine Mutter mehr. Mit Malte, ihrem Vater, leben sie auf Sylt. Obgleich sie sich nach einer Mutter sehnen, haben sie doch Angst davor, dass ausgerechnet die unfreundliche Nachbarin Cornelia bei ihnen einziehen könnte. Als die Kinder beobachten, wie Cornelia ihren Vater küsst, wird die Angst übermächtig. Jetzt kann nur noch einer helfen: der Weihnachtsmann. Sie schreiben einen Brief, in dem sie sich eine neue Mama wünschen oder wenigstens einen Hund. Auf der Post gerät der Brief in die Hände von Ole - der Postbote glaubt zu wissen, wer die Kinder retten kann... Eine wunderschöne Liebesgeschichte - nicht nur für Sylt-Liebhaber. Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Im Aufbau Taschenbuch sind lieferbar: "Die Walfängerin", "Die Strandräuberin" sowie "Ein Stern über Sylt". Bei Rütten & Loening sind zudem erschienen "Ein Weihnachtslicht über Sylt" und 'Der Horizont der Freiheit'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 15.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214218
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 4399 kBytes
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Ein Weihnachtslicht über Sylt

1. Kapitel

Es schneit, es schneit!", rief Mina fröhlich. Sie drehte sich im Kreis und streckte die Zunge heraus, um eine Schneeflocke zu fangen und in ihrem Mund schmelzen zu lassen. Jana und Lydia, ihre beiden Freundinnen, taten es ihr nach. Die drei Mädchen tanzten vor der Buchhandlung in der Friedrichstraße, so dass ein junges Paar ihnen lachend ausweichen musste. Gerade noch hatten sie die Kinderbücher im Schaufenster bestaunt, und Mina hatte sich auf der Stelle in ein Märchenbuch mit rotem Einband verliebt. Sie mochte Märchen, auch wenn Jana und Lydia das ein bisschen kindisch fanden und lieber Gregs Tagebücher oder Harry Potter lasen. Aber gab es denn etwas Schöneres als Märchen, die man im Winter vor dem Kamin lesen konnte, dabei eine Tasse heiße Schokolade in Reichweite?

Am Morgen war die kleine Stadt in der Mitte von Sylt noch von Nebelschleiern, die vom Meer kamen, eingehüllt gewesen, und dicke graue Wolken hatten wie schwere Federbetten am Himmel gehangen, doch Mina hatte gehört, dass die Lehrerin Frau Heimlein zum Hausmeister der Schule gesagt hatte, es rieche nach Schnee. Mina hatte keine Ahnung, wie Schnee roch, aber sie liebte es, die Flocken fallen zu sehen. Sie war nach der Schule mit ihren Freundinnen Jana und Lydia durch die große Einkaufsstraße Westerlands gelaufen, und sie hatten sich dabei gegenseitig erzählt, was sie sich zu Weihnachten wünschten. Jana hatte von einem roten Pullover mit silbernen Sternen geschwärmt, Lydia wünschte sich eine Blockflöte.

Sie waren an der Buchhandlung stehengeblieben, und Mina hatte das Märchenbuch entdeckt. Und dann hatte es plötzlich angefangen zu schneien. Dicke Flocken waren vom Himmel geschwebt und hatten sich auf die Mützen der Mädchen gelegt. Es hatte gar nicht lange gedauert, da bedeckte eine dünne weiße Schicht die Straße, lag auf Autodächern und setzte den wenigen Bäumen und Büschen weiße Hauben auf.

Die ersten Schneeflocken waren für Mina in jedem Jahr etwas ganz Besonderes. Sie zeigten an, dass Weihnachten vor der Tür stand und dass es Zeit war, den Wunschzettel zu schreiben.

Mina verabschiedete sich von ihren Freundinnen und rannte nach Hause. Die Hausaufgaben erledigte sie im Eiltempo, und dann saß sie an ihrem Schreibtisch und dachte über ihre Weihnachtswünsche nach.

Sie drückte den Buntstift fest auf das Papier und versuchte sich genau an das Cover des wunderbaren Märchenbuchs zu erinnern. Rot war der Einband gewesen. Roter Samt. Die Buchstaben auf dem Einband waren aus Gold gewesen und hatten im Licht der Schaufensterlampen gefunkelt. Genau wie die Flocken, die durch das Licht, das von ihrer Schreibtischlampe nach draußen fiel, golden leuchteten. Es hatte seit heute Nachmittag ununterbrochen weitergeschneit, und der Schnee hatte den Garten und die Straße verzaubert. Wie im Märchenland, dachte Mina, und dann nahm sie den roten Buntstift aus dem Mund und versuchte weiter, das Märchenbuch auf ihren Weihnachtswunschzettel zu malen. Sie wünschte sich das Märchenbuch wirklich sehr; es war der zweitwichtigste Wunsch auf ihrer Liste, und sie sah sich schon die ganzen Weihnachtsferien über lesen.

Doch damit es dazu kommen konnte, musste der Weihnachtsmann genauestens instruiert werden. Und bisher hatte sie sich auch noch nie beklagen können. Der Weihnachtsmann hatte sie und ihren Bruder immer sehr großzügig mit Geschenken bedacht, etliche Wünsche erfüllt und meist auch noch ein Geschenk mitgebracht, das sie sich zwar gar nicht gewünscht hatten, das ihnen aber große Freude bereitet hatte. Letztes Jahr zum Beispiel hatten sie und ihr fünf Jahre alter Bruder Ben ein Spiel bekommen, das sie seitdem oft mit ihrem Papa Malte an den Wochenenden gespielt hatten.

Das allein ist doch auch schon ein Beweis dafür, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt, überlegte Mina. Sie dachte wieder an den vergangenen Schultag. Sie hatten im Unterricht über Weihnachten gesprochen. Es ging daru

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