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Eine Brücke ins Glück von Woodsmall, Cindy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2011
  • Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
eBook (ePUB)
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Eine Brücke ins Glück

Lena Kauffman ist eine lebenslustige junge Frau und Lehrerin aus Leidenschaft. Für ihre Schüler gibt sie alles. Doch als ein junger Rebell ihre Autorität in Frage stellt und es gehäuft zu Zwischenfällen kommt, droht ihr ihre unkonventionelle Art zum Verhängnis zu werden. Die Schulleitung gibt allein Lena die Schuld an den Problemen und bald entflammt in der Amischgemeinschaft von Dry Lake eine heftige Auseinandersetzung. Lenas Leben wird von einem Tag auf den anderen völlig auf den Kopf gestellt. Als dann auch noch die Frau eines guten Freundes auf tragische Weise den seltsamen Ereignissen zum Opfer fällt, bahnt sich ein Drama an.

Cindy Woodsmall lebt mit ihrem Mann in Georgia. Als ihre drei Kinder flügge wurden, begann sie zu schreiben. Bereits ihr erster Roman wurde für einen Christian Book Awards nominiert. Ihre Freundschaften zu Mennoniten und Amisch bereichern ihre lebendigen und authentischen Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.11.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783868278972
    Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
    Originaltitel: The Bridge of Peace
    Größe: 492 kBytes
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Eine Brücke ins Glück

Kapitel 1

In dem amischen Klassenzimmer war es mucksmäuschenstill. Die Schüler, die alle im selben Raum unterrichtet wurden, warteten gespannt, wie Lena reagieren würde. Die Neugier, die sie so gern in ihren Schülern weckte, nahm jetzt Formen an, die ihr überhaupt nicht gefielen. Sie schwiegen nicht aus Respekt oder weil sie sich auf ihre Arbeit konzentrierten oder ihr aufmerksam zuhörten.

Ohne mit der Wimper zu zucken, schaute sie in die trotzigen Augen, die auf sie gerichtet waren, und erhob sich von ihrem Stuhl. "Geh wieder auf deinen Platz, Peter."

Er stand mit dem Rücken zu den anderen Schülern und beugte sich über ihr Eichenpult. "Dazu können Sie mich nicht zwingen." Die Drohung in seiner Stimme war nicht zu überhören. Sie hatte mit seinen Eltern über sein Benehmen gesprochen, aber sie meinten, ihr Sohn mache nur Witze und sie deute seine Worte und sein Verhalten völlig falsch.

Nichts am Auftreten dieses ein Meter achtzig großen Jugendlichen enthielt auch nur die geringste Spur von Humor. Er machte keine Witze. Er spielte mit ihr. Wie ihre Stallkatzen mit den Feldmäusen, bevor sie ihre Beute töteten.

Sich so unansehnlich wie ein verwundetes Nagetier zu fühlen war für sie ein Teil ihres täglichen Lebens. Dieses Gefühl schlich sich sogar regelmäßig in ihre Träume. Aber Lena war keine Maus. In der Auseinandersetzung mit Peter rang ihr Wille mit ihren Gefühlen. Die Lehrerin in ihr wollte eine Möglichkeit finden, zu ihm durchzudringen, seine Vorurteile und Unbeugsamkeit zu überwinden und dahinter etwas Wertvolles zu entdecken. Aber alles andere in ihr wünschte, er wäre nie nach Dry Lake gezogen.

Trotzdem glaubte sie, dass die meisten Menschen einen verborgenen Reichtum und viel Gutes in sich trugen, das ihnen mehr Wert verlieh, als sie äußerlich vermuten ließen. Aus Gründen, die nichts mit Peter zu tun hatten, musste sie an dieser Überzeugung festhalten.

Sie bedachte ihn mit einem freundlichen Lehrerinnenlächeln. "Du kennst deine Hausaufgabe für morgen. Setz dich jetzt bitte."

Er schleuderte ihre ordentlich sortierten Papiere auf den Boden und setzte sich schwungvoll auf ihr Pult. Mit seinen fünfzehn Jahren war er der älteste Schüler, den sie je unterrichtet hatte, beziehungsweise den sie zu unterrichten versuchte . Er hätte schon vor anderthalb Jahren seinen Schulabschluss an einer amischen Schule in Ohio machen müssen, wo er vor dem Umzug seiner Familie nach Dry Lake gewohnt hatte. Obwohl Lena keine Ahnung hatte, warum er mit dem Schulstoff so weit zurücklag, schien er zu glauben, sie wäre das Problem.

Es wäre leichter, seine besseren Seiten oder wenigstens ein besseres Verhalten bei ihm ans Licht zu bringen, wenn sie ihn zu einem Experten schicken könnte, wenn er sich so danebenbenahm wie jetzt. Während ihres Rumschpringe hatte sie ihre Freiheit genutzt, um an eine staatliche Highschool zu gehen. Wenn die Lehrer dort mit einem schwierigen Schüler wie Peter konfrontiert wurden, schickten sie ihn zu einem anderen Lehrer, einem Schulpsychologen oder zum Rektor. Wenn ein anderer Erwachsener in der Nähe wäre, würde Peter ihr wahrscheinlich nicht die Autorität in ihrer Klasse streitig machen. Vielleicht sollte sie mit ihrer englischen Freundin Samantha über diese Situation sprechen. Samantha hatte Psychologie studiert, arbeitete als Schulpsychologin und könnte ihr sicher einige hilfreiche Ratschläge geben.

"Auf deinen Platz, Peter!"

"Ich werde diese Hausaufgabe nicht machen. Und ich rate Ihnen, mir dafür keine Sechs zu geben."

Sie schluckte, atmete tief ei

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