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Eine Farm im Outback Roman von Callen, Alissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Eine Farm im Outback

Ihr Bruder Seth ist alles, was Kree von ihrer Familie geblieben ist. Als er von einem abendlichen Lauf nicht zurückkehrt, ist ihre Sorge unendlich groß. Im Outback entscheiden Stunden über Leben und Tod. Seth wird jedoch gerade noch rechtzeitig gefunden. Um sich bei den Menschen in Glenalla zu revanchieren, beschließt Kree, ihren Aufenthalt in Australien zu verlängern. Wenig später hat sie sich in die eingeschworene Dorfgemeinschaft verliebt - und in Ewan, Seths Retter ...

Alissa Callen lebt im Westen von New South Wales, Australien. Ihr Interesse gilt den Lebensgeschichten von Menschen sowie historischen Häusern und Gärten, für die sie stundenlang über ihren Kontinent fährt. Wenn sie nicht gerade schreibt, kümmert sie sich um ihre vier Kinder, drei Hunde, zwei Pferde und eine ständig weglaufende Kuh, die sie zusammen mit der ländlichen Umgebung um sich herum inspirieren. www.alissacallen.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 397
    Erscheinungsdatum: 11.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732529773
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Down Outback Roads
    Größe: 576 kBytes
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Eine Farm im Outback

1

Habe ihn gefunden. Lebend.

Ewan Mackenzie starrte auf die Textnachricht, die er von Travis bekommen hatte. Der Lärm und die Geschäftigkeit in der Kommandozentrale des Outback-Rettungsdienstes hinter ihm verebbten zu einem unbestimmten Murmeln. Drei schlichte Worte, und die Welt konnte wieder aufatmen. Sämtliche Polizeieinheiten, Notfallhelfer, Bauern und Bewohner von Glenalla, die nach dem vermissten amerikanischen Rucksacktouristen gesucht hatten, konnten jetzt ihr normales Leben wiederaufnehmen.

Erleichterung verdrängte Ewans Erschöpfung, und die Anspannung, die ihn fester als jeder Druckverband im Griff gehalten hatte, löste sich langsam. Der achtzehnjährige Urlauber, der sich nach der Schule ein Jahr Pause gönnte, war nicht der Weite und Einsamkeit des australischen Busches zum Opfer gefallen. Zum ersten Mal seit zwei Tagen spürte Ewan die Sonne, die ihm die Haut wärmte, und nahm das Knistern wahr, mit dem der Herbstwind durch die von Silber überzogenen Gummibäume in der Nähe fuhr.

Seine Hand zitterte, und vor seinen Augen verschwammen die Buchstaben auf dem kleinen Bildschirm. Er schob das Handy in die Tasche seiner Jeans und wischte sich die kalten Handflächen an dem verstaubten Denim-Stoff seiner Hose ab. Das Zittern in seinen Fingern setzte sich bis in seine Schultern fort.

Allem Anschein nach spielte es keine Rolle, wie oft er dem Rettungsdienst dabei half, einen Fall zu einem positiven Abschluss zu bringen, das Blut, das er an den Händen hatte, würde sich niemals abwischen lassen.

Von der Ladefläche des Ute, der direkt vor ihm stand, drang das Klopfen von Whiskeys Schwanz in Ewans Ohr. Der Kelpie sah ihn mit Nervosität im Blick an und begann zu winseln. Ewan unterdrückte seine Gedanken und schob seine Qual zurück in die tiefe Grube, in die sie gehörte. Whiskey spürte jede seiner Stimmungen, und der Hund sollte nicht seine Schuld mit sich herumtragen.

»Alles in Ordnung, Kumpel«, sagte er mit sanfter Stimme und kraulte dem Kelpie das dichte schwarz-braune Fell. »Alles ist gut. Unsere Arbeit ist erledigt. Sie haben Krees Bruder gefunden.«

Whiskey schmiegte sich enger an ihn, als wäre er noch nicht überzeugt. Ewan zwang sich, eine Leichtigkeit, die er nicht empfand, in seine Stimme zu legen. »Wir fahren nach Hause, Whisk. Im Kühlschrank im Schuppen ist kaltes Bier, und wenn du Glück hast, hat Midget den Knochen nicht gefunden, den du unter dem Orangenbaum vergraben hast.«

Noch einmal kraulte er Whiskey den Hals, und sein vierbeiniger Freund schloss die Augen. Aber Whiskeys Zufriedenheit löschte die Leere nicht aus, die sich jetzt langsam in Ewan ausbreitete. Jetzt, wo Seth Garrett gefunden worden war, würde dessen dunkelhaarige Schwester, die eine ganze Nacht lang hierher geflogen war, um bei der Suche nach ihm zu helfen, nach Hause zurückkehren.

Von dem Augenblick an, in dem Kree in die Blechhütte getreten war, in der die provisorische Kommandozentrale untergebracht war, hatte ihr trauriges, tapferes Lächeln seine Abwehrmechanismen ausgehebelt. Winterlich bleich und hübsch, wie sie war, hatte ihre stille Tapferkeit etwas in ihm berührt, von dem er geglaubt hatte, dass es längst gestorben sei.

Er wusste, wie viel Kraft es kostete, weiterzumachen, wenn die Welt um einen herum zusammenbrach. Doch trotz dieses Gefühls der Verbundenheit hatte sein Instinkt ihn gewarnt, sich von der attraktiven Amerikanerin fernzuhalten. Es war ihm gelungen, auf höfliche Weise Abstand zu halten, bis sie gestern nach dem Lunch zu ihm gekommen war, als er gerade die Karte studierte, die er auf dem Dach seines Ute ausgebreitet hatte.

»Ewan? Ewan Mackenzie?«, hatte sie in ihrem weich klingenden, schön modulierten Tonfall gefragt.

Ein Hauch von Vanilleduft war ihm in die Nase gestiegen, ehe er sich umgedreht und ihr in die blauen Augen gesehen hatte. Sein Herzschlag war ins Stolpern geraten. »Ja.«

»Der alte Harry sagt, Si

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