text.skipToContent text.skipToNavigation

Eine Handvoll Glück Roman von Noack, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Eine Handvoll Glück

Eine unzertrennliche Freundschaft in einer schweren Zeit: 'Eine Handvoll Glück' von Bestsellerautorin Barbara Noack jetzt als eBook bei dotbooks. Im Berlin der 30er Jahre wachsen die Freundinnen Jola und Luise Seite an Seite auf. Sie sind grundverschieden, und doch unzertrennlich: Während Jola in dieser Zeit des Umbruchs schon früh vernünftig ist, hat Luise viele Flausen im Kopf - doch gemeinsam erträumen sie sich ihre ganz eigene Welt. Sie erleben die erste große Liebe und nehmen sich ihr Recht auf Fröhlichkeit, wann immer sie können. Bis auch sie von den Schrecken des Krieges eingeholt werden ... Bewegend und mit autobiographischen Elementen erzählt die Bestsellerautorin Barbara Noack die Geschichte von zwei Freundinnen, die der schweren Zeit der Kriegsjahre trotzen und nicht müde werden, sich täglich eine Handvoll Glück zu erkämpfen. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Eine Handvoll Glück' von Barbara Noack. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Noack, geboren 1924, hat mit ihren fröhlichen und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte geschrieben. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten. Ihr erster Roman 'Die Zürcher Verlobung' wurde gleich zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien 'Der Bastian' und 'Drei sind einer zu viel', deren Drehbücher die Autorin verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität. Bereits bei dotbooks erschienen: 'Die Zürcher Verlobung' 'Der Bastian' 'Danziger Liebesgeschichte' 'Drei sind einer zuviel' 'Eine Handvoll Glück' 'Ein Stück vom Leben' 'Brombeerzeit' 'Ein gewisser Herr Ypsilon' 'Jennys Geschichte' 'Der Zwillingsbruder' 'Italienreise - Liebe inbegriffen' 'Valentine heißt man nicht' 'Geliebtes Scheusal' 'Was halten Sie vom Mondschein?' 'So muss es wohl im Paradies gewesen sein' '... und flogen achtkantig aus dem Paradies' 'Das kommt davon, wenn man verreist' 'Auf einmal sind sie keine Kinder mehr' 'Flöhe hüten ist leichter' 'Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie' 'Ferien sind schöner'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 381
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958245426
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 860 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Eine Handvoll Glück

Erstes Kapitel

Jeden Morgen, wenn ich darauf warte, daß der Toast nach Toast zu riechen beginnt und das Wasser für den Tee kocht, schaue ich aus dem Küchenfenster auf die Endvierziger in leuchtend bunten Trimmdichanzügen, die am Haus vorüberjoggen. Sie stoßen keuchend Dampf in die Morgenluft wie eine alte Lok aus meiner Kinderzeit; ihre Füße platschen bleiern über das Pflaster, sie können schon nicht mehr, aber sie geben nicht auf. Und wenn sie tot umfallen, sind sie wenigstens gesund gestorben.

Mein Vater, mit Ende vierzig, hielt nicht auf Figur, sondern auf Würde. Jede Art von unnatürlicher Beschleunigung war ihm verhaßt. Er trug Bauch, das stand ihm zu, und einen Gehpelz - das Wort besagt es schon -, dazu Melone, Spazierstock und graue Gamaschen über den Schuhen. Wofür, habe ich nie begriffen, denn oben auf dem Fuß friert man am wenigsten. Mir jedenfalls wurden immer zuerst die Zehen klamm, und bis zu denen reichten die Gamaschen nicht. Vor allem habe ich nie begriffen, wie eine um zwanzig Jahre jüngere, hübsche Frau wie meine Mutter sich in so einen würdigen Herrn verlieben konnte. Aber sie sah in einem Mann wohl etwas anderes als ich, darum ist ihre Ehe auch so gutgegangen.

Sie heirateten in Berlin, kurz nach Beendigung der Inflation. Auf die Hochzeitsreise wurde sie allein geschickt; mein Vater wollte nachkommen, sobald er ein geeignetes Zuhause für sie gefunden hatte - ein schwieriges Unternehmen in Anbetracht der großen Wohnungsnot. Bisher hatten beide möbliert gelebt, meine Mutter bei einer Gesangslehrerin im Hinterstübchen, mein Vater bedeutend komfortabler bei einer Dame, die sich Hoffnungen auf ihn gemacht hatte und nun Gift und Galle spuckte wegen meiner Mutter, dem jungen Ding.

Ziel der einteiligen Hochzeitsreise war das Rittergut Mayden bei Ludwigslust. "Gediegenes Herrenhaus. Ende 17. Jahrhundert. Schöne Pappelallee. Guck mal nach, Charlotte, ob das Taubenhaus noch steht." Mein Vater hatte auf Mayden glückliche Ferien verbracht bei seinem Onkel Wilhelm, inzwischen zweiundneunzig, aber noch immer gut beisammen, zumindest seine Schrift in dem Brief zu ihrer Hochzeit, wie gestochen.

Onkel Wilhelm hatte versprochen, meine Mutter persönlich am Bahnhof in Empfang zu nehmen. Damit sie ihn auch gleich erkennen konnte, zeigte ihr mein Vater eine kartonierte Fotografie, auf genommen anläßlich einer Familienfeier im Jahre zwölf. Vorn sitzen die Tanten, unmenschlich ernst vor lauter Würde und Rechtschaffenheit und wohl auch wegen der angereisten Fotografen, nicht nur wegen der Zahnlücken. Auch Kinder lachten nicht, sondern guckten wie hypnotisierte Kaninchen in die Kamera.

Hinter den Tanten standen stocksteif die männlichen Anverwandten. Zwischen all den hellen Dickschädeln mein damals noch zierlicher, schwarzlockiger, schnauzbärtiger Vater. Onkel Wilhelm mit seinen Einsneunzig überragte sie alle. Sein rundes Gesicht unter dem viel zu kleinen Hut sah aus wie das Zifferblatt einer Kirchturmuhr.

"Du wirst ihn mögen, Lotte", sagte mein Vater zu meiner Mutter. "Kavalier der alten Schule. Unverheiratet. Ist ihm gelungen, sich erfolgreich gegen das Verkuppeltwerden mit überzähligen Gutstöchtern aus der Nachbarschaft zu wehren. Überhaupt ein Einzelgänger. Hat sich nie in die Karten schauen lassen, auch nicht von der Familie. Von der schon gar nicht. Und bitte, sag nichts gegen Bismarck, Lotte. Onkel Wilhelm war ein großer Verehrer von ihm. Hat ihm zu Lebzeiten immer Kiebitzeier zum Geburtstag geschickt."

"Warum?" fragte ich später meine Mutter, von der ich die Geschichte ihrer seltsamen Hochzeitsreise erfahren habe. "Warum Kiebitzeier?"

Das wußte sie auch nicht genau. "Vielleicht, weil sie ihm besser schmeckten als Hühnereier."

Sie sah Onkel Wilhelm sofort auf dem Perron stehen, als der Zug in Ludwigslust einfuhr. Er ragte noch immer über seine Mitmenschen hinaus, nur sein dicker Bauch war

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen