text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Eine Liebe auf Guernsey Roman von Watson, Pippa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Eine Liebe auf Guernsey

Lilian ist Touristenführerin auf Guernsey und mit ihrem beschaulichen Leben eigentlich recht zufrieden. Doch plötzlich steht alles Kopf: Ihr Exfreund heiratet, sie muss im Shop ihrer Stiefmutter aushelfen und sich um Sun, die Golden-Retriever-Hündin ihrer verstorbenen Nachbarin, kümmern. Und dann kreuzt auch noch der sympathische Matthew ihren Weg, der Suns Fähigkeit als Blindenhund testen soll. Er und sein blinder Sohn Alfi eröffnen Lilian dabei die Sicht auf eine völlig neue Welt ... Pippa Watson, Jahrgang 1969, lebt in Nordrhein-Westfalen auf dem Land, ist aber seit ihrer Kindheit innig mit Großbritannien verbunden. So oft wie möglich streift sie mit ihren Hunden durch die Landschaft der romantisch rauen Küsten und traumhaften Gärten. Besonders die Herzlichkeit und die große Tierliebe der Briten nehmen die Autorin immer wieder für die Menschen dort ein. Und so liebt sie es, die Welt zwischen Cream Tea und Linksverkehr auch in ihren Romanen lebendig werden zu lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 23.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732550104
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1313 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Eine Liebe auf Guernsey

Kate

Mittwoch, 26. April

Das eigene Zuhause sollte für jeden Menschen der schönste Ort der Welt sein. Und natürlich könnte niemand mich davon überzeugen, dass es irgendwo anders schöner ist als auf den englischen Kanalinseln.

Wie jeden Morgen machte ich auch heute, an einem Tag Ende April, auf meiner Joggingstrecke kurz Halt an den Klippen hinter Bluebell Wood. Von hier aus konnte ich bis hinüber zur Nachbarinsel Sark sehen, wo ich aufgewachsen war.

Das Meer rund um Guernsey hat so viele Gesichter. Wenn ich nun hinausblickte, in Richtung Frankreich, dessen Küste die englischen Kanalinseln vorgelagert sind, wirkte es eisig grau. Ich mochte diese klare, fast silbrige Farbe. Mein liebster und bester Freund Brian aus Kindertagen behauptete stets, dass meine Augen genau denselben Ton hätten. Brian war viel zu ernsthaft für Schmeicheleien, daher musste etwas daran sein.

Ich griff nach dem kleinen Fernglas in meiner Bauchtasche, das mein ständiger Begleiter war, und konnte draußen ein paar Meeresvögel erkennen, die auf der weiß schäumenden Gischt der Wellen wild auf und ab schaukelten. Doch in der Bucht, die gut zweihundert Meter tiefer direkt unter mir lag, plätscherte das Wasser sanft jadegrün auf den Sandstrand, geschützt durch die hohen, mit gelb blühendem Ginster, Schlehen und anderen Wildsträuchern bewachsenen Felsenhänge.

Bei dem Gedanken, dass ich schon in einer Woche meine erste Touristengruppe der Saison an dieser Stelle vorbeiführen würde, musste ich unwillkürlich lächeln. Die Guernsey-Reisenden wussten selten, welche Schönheiten sie auf unseren herrlichen Wanderungen erwarteten. Dieser Blick entlockte ihnen stets begeisterte Ausrufe. Ich würde ihnen Raum für ihren Enthusiasmus und unzählige Fotos lassen. Und wenn wir dann weitergehen würden, landeinwärts, hinein in den Wald der uralten, mit Moos bewachsenen Bäume, würden sie still werden. Denn auf dem Boden würden ihnen Trillionen von blauen Schlüsselblumen entgegenleuchten, die diesem Waldabschnitt seinen Namen gegeben hatten: Bluebell Wood. So zart und zugleich so wild ergoss sich die Flut der blauen Blüten über die Hänge unter dem Blätterdach, dass von Menschen, die diesen Anblick zum ersten Mal genossen, meist nur ein tiefes Seufzen zu hören war. Hier, so empfand ich es selbst, konnte die Seele Frieden finden.

In diesem Augenblick würde sich für jeden Einzelnen von ihnen die Anreise mit dem Flugzeug oder der Fähre bereits gelohnt haben. Ein unvergesslicher Moment, eine Urlaubserinnerung, die blieb.

Voller Vorfreude drehte ich mich um und lief federnd weiter den schmalen Pfad entlang. Mein hellblonder Pferdeschwanz, der mir bis auf den Rücken hinabfiel, wippte dabei und kitzelte mich zwischen den Schulterblättern. Im Wald bog ich an der nächsten Kreuzung ab und machte mich an den Anstieg, der über viele kleine, aus Erde und Stein geformte Stufen hinaufführte - das beste Training überhaupt. Zwar war ich fit, seit ich vor zwei Jahren wieder mit dem Joggen begonnen hatte, trotzdem keuchte ich wie eine Dampflok, als ich oben ankam. Der Pfad führte aus dem Wald hinaus über eine Wiese mit ein paar Aussichtsbänken, auf denen einige Guernseyer Gedenkplaketten für ihre Liebsten hatten anbringen lassen. Von dort aus mündete der Weg in eine der Green Lanes, die es in diesem Teil der Insel gibt: schmale, sehr ruhige Straßen, in denen nur Anliegerverkehr erlaubt ist. Ich trabte über den Asphalt zwischen Hecken und Natursteinmauern hindurch. Noch eine Kurve, dann kamen die beiden Cottages in Sicht, die hier lagen. Das eine, ursprünglich ein Bauernhof, gehörte Sarah und Alan. Die beiden hatten den Hof von Alans Eltern übernommen und daraus ein prächtig laufendes Bed & Breakfast gemacht. Ich selbst bewohnte einen Teil des ausgebauten Dachgeschosses zur Miete. Auch wenn ich bereits dreiundvierzig Jahre alt war und mit meinem eigenen kleinen Touristikunternehmen gut verdiente, reichte es nic

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen