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Eine Liebe ohne Winter Roman von Fletcher, Carrie Hope (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)

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Eine Liebe ohne Winter

Wie schön der Winter ist, merkt man erst, wenn der Sommer ewig ist. Selten haben zwei Liebende so wunderbar zueinandergepasst wie Evie Snow und Vincent Winters. Doch Evies konservative Familie treibt die junge Künstlerin und den Straßenmusiker auseinander, kurz nachdem sie sich gefunden haben. Ein Leben verstreicht, in dem immer etwas fehlt, das Herz nie am rechten Fleck sitzt. Doch was, wenn es noch eine letzte Chance für ein Wiedersehen gibt? Alles, was Evie tun muss, ist, an das Unmögliche zu glauben. Wird sie sich auf die Reise in ihre Vergangenheit wagen? Carrie Hope Fletcher, geboren 1992 in London, ist Schauspielerin, Sängerin und erfolgreiche Vloggerin mit ihrem YouTube-Channel "ItsWayPastMyBedTime". Nach ihrem Sachbuch "All I Know" wurde auch ihr Romandebüt "Eine Liebe ohne Winter" zum Sunday-Times-Bestseller. Carrie Hope Fletcher lebt in der Nähe von London und spielt am Queen's Theatre im West End.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 12.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211264
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: On the Other Side
    Größe: 1691 kBytes
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Eine Liebe ohne Winter

1

Neuankömmling

U naufhörlich flackerndes Licht über ihren geschlossenen Augenlidern, rhythmisches Surren und Rattern eines Zuges auf seinen Schienen rauschte in ihren Ohren. Evie Snow öffnete die Augen in der Erwartung, sich in der 20:32 zu befinden, die in einen unbekannten Bahnhof in einem ihr nicht vertrauten Stadtteil einfuhr, nachdem sie eingeschlummert war, wie es ihr häufig passierte, als sie jünger war. Stattdessen befand sie sich, als ihre Augenlider wie zwei verliebte Schmetterlinge aufflatterten, im Aufzug des Hauses, in dem sie mit siebenundzwanzig Jahren gewohnt hatte. Ein Blick auf das Bedienfeld verriet ihr, dass ihr die Nummer 7 leuchtend entgegenstrahlte. Die Tür glitt auf, und der wacklige Aufzug erschauderte ein wenig, sodass Evie vollends ins Wanken geriet und sich gedrängt fühlte, auszusteigen und weiterzugehen. Sie war sich sicher, vor dem Einschlafen nicht in dem Aufzug gewesen zu sein. Sie war sich sicher, seit über fünfzig Jahren nicht mehr in dem Haus gewesen zu sein.

Evies Blick huschte die polierte goldene Oberfläche der Aufzugswände empor. Da bemerkte sie noch jemanden im Spiegelbild, jemanden, der äußerst nahe bei ihr stand. Sie drehte sich rasch nach der Frau um, die sie gesehen hatte, doch der Aufzug war leer. Sie war allein. Als sie nach hinten in das Gold sah, musterte sie das einzige Spiegelbild, das es ihr zeigte. Dasjenige einer Frau in den Zwanzigern mit blonden Locken, die ihr unbändig über die Schultern fielen, Locken, die Evie seit Langem nur dünn und grau gesehen hatte. Schokoladenaugen starrten ihr ungläubig entgegen, voller Leben und Elan. Augen, die zu glänzen wussten. Die Haut im Gesicht dieser Frau war glatter als ihre eigene, noch nicht verwittert und mitgenommen von Jahren des Weinens, Lachens, Stirnrunzelns und Lächelns. Evie griff sich mit einer Hand an das eigene Gesicht und spürte die seidige Haut unter den Fingern. Ihren Lippen entrang sich ein gehetztes Keuchen, als hätte ihr jemand einen Schlag in den Magen versetzt, während Erinnerungen an dieses Gesicht in ihr hochstiegen. Als sie den Kopf schräg legte, tat dies auch ihr Spiegelbild, und als ihr die jähe Erkenntnis, dass es sich bei diesem Spiegelbild tatsächlich um ihr eigenes handelte, ein Lächeln entlockte, lächelte ihr die schöne siebenundzwanzigjährige Evie in dem polierten Gold ebenfalls zu.

Schließlich trat Evie aus dem Aufzug, und die Absätze ihrer Lieblingsschuhe klackerten auf dem Marmorboden. Sie nannte sie ihre "Mary-Poppins-Schuhe" wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Tasche, die Mary Poppins' unglaubliche Schätze barg. Der Saum ihres geblümten Kleides raschelte um ihre Knie, und auf einmal drang die Wärme ihres geliebten smaragdgrünen Mantels in ihre Knochen, und sie wurde von einer Wohligkeit eingehüllt, die sie schon sehr lange nicht mehr verspürt hatte. Sie wackelte mit den Fingern und bemerkte, dass an ihrer linken Hand noch kein Verlobungsring steckte. Ein Ring, dessen extravaganter, übergroßer Smaragd nicht nur ihre Hand belastet, sondern dessen Bedeutung auch ihr Herz niedergedrückt hatte. Sie hielt die Hände vor sich, belächelte ihre Nacktheit und ließ sie dann den ganzen Weg den Korridor entlang seitlich schwingen.

Als sie scharf um die Ecke in Richtung ihrer Wohnung bog, verharrte sie beim Anblick ihres Nachbarn Colin Autumn, eines Mannes, der ihr gegenüber stets freundlich, aber etwas introvertiert und still gewesen war. Sie hatte ihn als großen, gut gebauten Mann in Erinnerung. Der Typ Oxforder Professor. Er hatte einen Hang zu Tweedjacketts mit ledernen Ärmelschonern an den Ellbogen und Pullundern, häufig von oranger oder grüner Farbe. Der Geruch seiner Pfeife war nie angenehm gewesen, doch Colin Autumn besaß ein süßes, selten zur Schau gestelltes Lächeln, eines, das Evie ihm nur ein paarmal hatte entlocken können. In der Zeit, als Evie nebenan gewohnt hatte, war er plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben. Es war erschreck

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