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Eine ungehorsame Frau Roman von Schoenle, Annemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.02.2015
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

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Eine ungehorsame Frau

Vom Heimchen am Herd zur toughen Powerfrau - Annemarie Schoenles 'Eine ungehorsame Frau' jetzt als eBook bei dotbooks. Kochen, waschen, Kinder kriegen? Für Marlene Schubert ist das der absolute Albtraum! Sowohl ihr Mann als auch ihre Eltern wollen die junge Frau unbedingt in diese gehorsame Form pressen. Statt die perfekte Hausfrau zu mimen, nimmt Marlene ihr Leben lieber selbst in die Hand: Ein Job muss her und der Ehemann weg! Ersteres ist schnell gefunden und die Scheidung das geringste Problem. Powerfrau Marlene erklimmt als Single die Karriereleiter - doch beruflich und privat brechen so einige Stufen ein ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Eine ungehorsame Frau' von Annemarie Schoenle. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Die Romane Annemarie Schoenles werden millionenfach gelesen, zudem ist sie eine der begehrtesten Drehbuchautorinnen Deutschlands (u. a. Grimme-Preis). Sie ist Mutter einer erwachsenen Tochter und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von München. Bei dotbooks erschienen bereits Annemarie Schoenles Romane 'Frauen lügen besser', 'Frühstück zu viert', 'Verdammt, er liebt mich', 'Nur eine kleine Affäre', 'Du gehörst mir', 'Eine ungehorsame Frau', 'Ringelblume sucht Löwenzahn' und 'Ich habe nein gesagt' sowie die Erzählbände 'Der Teufel steckt im Stöckelschuh', 'Die Rache kommt im Minirock', 'Die Luft ist wie Champagner' und 'Das Leben ist ein Blumenstrauß'. Die Website der Autorin: www.annemarieschoenle.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 401
    Erscheinungsdatum: 24.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955209421
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 607 kBytes
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Eine ungehorsame Frau

PROLOG
1993

Meine Sekretärin legte den Hörer auf, als ich das Zimmer betrat. Sie lächelte mir zu, nickte, schrieb weiter. Eine Agentur hatte sie mir geschickt, letztes Jahr, als ich den Firmenskandal verursachte und Frau Rotthaler, die nicht Sekretärin, sondern Assistentin genannt werden wollte, sich versetzen ließ. Sie könne nicht mit einer Frau zusammenarbeiten, sagte sie zum Personalchef, deren Lebensbasis rücksichtsloser Ehrgeiz sei. In Wirklichkeit wußte sie natürlich, daß sie meinen Ansprüchen nicht genügte und daß mich ihr täglich um halb fünf praktizierter vorwurfsvoller Blick und ihr aufsässiges "Ich muß schließlich Rücksicht auf meinen Mann nehmen" an den Rand meiner Toleranz trieben.

Dabei ging es nicht um meinen Ehrgeiz, sondern um Neid. Auf der einen Seite nannte sie mich eine halbe Portion Frau, weil ich keinen auf ein warmes Abendessen pochenden Ehemann aufzuweisen hatte, andererseits entrüstete sie sich über meine Moral. Ein ehemannloses Bett muß nicht zwangsläufig ein leeres Bett sein, das blieb ihr natürlich nicht verborgen, und ich vermute, daß sie einer erotischen Versagerin als Vorgesetzter wesentlich eifriger unter die Arme gegriffen hätte als einer Frau, die sowohl mit dem Inhaber der Firma als auch mit dessen Schwiegersohn liiert war. Ich sagte ihr, daß meines Wissens der Arbeitsvertrag mit ihr geschlossen worden sei und nicht mit ihrem Mann und daß es mich relativ kaltließe, ob er am Abend sein cholesterinsteigerndes Schweinekotelett pünktlich auf dem Teller vorfinde. Diese Bemerkung trieb Frau Rotthaler endgültig in die Gewissenskrise; sie wechselte in die kartographische Abteilung. Dort wurden keine Überstunden verlangt, und ihr Vorgesetzter war ein Mann. Er hieß Behrendt und zeigte Verständnis für Herrn Rotthaler. Herr Behrendt hatte selbst eine Frau, die versessen darauf war, das Schweinekotelett pünktlich zu servieren. Was Herrn Behrendt aber nicht hinderte, ab und zu zarte Brüstchen zu kosten. Bei einer jungen Aushilfskraft.

Janine Engelbrecht, meine neue Sekretärin, folgte mir in mein Zimmer. "Alles Gute", sagte sie und gab mir die Hand. Ich mochte Janine. Sie war mit einem Klinikarztverheiratet, sie war sachlich, einsatzfreudig und verkörperte für mich jene Generation junger Frauen, die versuchten, den Slogan "Emanzipation oder Ehe" durch ein veränderndes "und" zu optimieren. Was heute, in der Zeit eines gewissen Übergangs, zugegebenermaßen immer noch schwierig ist.

Auf dem Schreibtisch, in einem Glaskrug, stand ein Frühlingsstrauß. Die Karte lag daneben. Ich öffnete sie. Alle Mitarbeiter meines Geschäftsbereiches hatten die Geburtstagswünsche unterschrieben, und ich sagte Janine, daß sie für den späten Vormittag einen Sektempfang vorbereiten solle.

Dann erledigte ich ein paar Telefonate und bestellte einen Tisch in dem kleinen italienischen Lokal, das Andrea so mochte. Andrea war meine Tochter. Zwanzig Jahre alt. Sie studiert in Berlin. Sie wollte Umweltingenieurin werden und ihr Hauptaugenmerk, wie sie sagte, auf den ökologisch ausgerichteten Umweltschutz legen. Das hatte sie mir an dem Tag erklärt, als wir in den Jagdstuben ihr Abitur feierten. "Beim ökologisch ausgerichteten Umweltschutz", sagte sie und schob sich eine Gabel becquerelverseuchter Pilze in den Mund, "steht das Erkennen größerer Funktionszusammenhänge und wechselseitiger Abhängigkeiten der Umwelt im Vordergrund." Georg und mir lag dieser druckreife Satz wie schwerer Hirsebrei im Magen, aber Andrea klärte uns unverdrossen auf. Das Ziel dieser Fachrichtung sei es, die menschlichen Eingriffe in die Umwelt so zu steuern, daß das ökologische Gleichgewicht nicht gefährdet würde.

Es gibt mir heute noch einen Stich, wenn ich daran denke, wie liebevoll Georg Andrea bei diesen Worten umarmte und ihr später als Abiturgeschenk eine sündteure Armbanduhr überreichte. Georg. Der beste Mann in meinem Leben. Der emanzipierteste. Der zärtlichste. Und gestorben

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