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Elendiges Glück 12. Abenteuer in der Jules Lederer - Reihe von Brooks, Kendran (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Elendiges Glück

Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt. Spannung zu erzeugen und Leser intelligent unterhalten sind die Hauptziele meiner Schreibarbeit. Jeder Roman behandelt zudem ein Sachthema, das im "Lied", am Ende der Erzählung, vom Standpunkt des Autors aus analysiert wird. Basis jeder in sich abgeschlossenen Geschichte spielt Familie Lederer. Die Romane veröffentliche ich unter dem Pseudonym 'Kendran Brooks', um Diskussionen über Politik, Glaube oder den Anteil autobiografischer Szenen zu entgehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 800
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742787620
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1057 kBytes
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Elendiges Glück

Vorgeschichte

"Aufwachen, Misses Myers! Es ist halb neun Uhr. Schon in einer Stunde..."

"Shut up, Tom!", schnauzte die dunkelhäutige Frau bissig zurück. Ihr Gesicht blickte dabei verdrossen, ja geradezu verbittert, aber nicht etwa müde oder gar genervt, sondern höchst angriffslustig, wie auch ihre gefährlich funkelnden Augen zeigten, "ich bleib heute einfach liegen und tu gar nichts!"

"Aber das geht doch nicht, Misses Myers!", meinte Tom aufmunternd und fühlte sich von den Worten der alten Frau ganz und gar nicht beleidigt, "Ihre Freunde wollen doch gemeinsam mit Ihnen feiern?"

Der Pflegeroboter zog ein Gesicht, das man der Mimik von Buster Keaton abgekupfert hatte, denn es wirkte ebenso empört und zugleich belustigt und dabei auf eine merkwürdige Art völlig glatt und ohne echte Emotion, "aber nun, hopp, hopp!", befahl der Maschinenmann nun doch noch der alten Frau im Bett, wenn auch in einem spielerischen Tonfall.

"Lass mich in Ruhe, Tom. Hau einfach ab und richte den Kanaillen unten aus, dass Mylady heute nicht empfängt. Oder noch besser. Sag ihnen, ich sei gestorben."

Nun blickte das Gesicht der faltigen Dunkelhäutigen boshaft amüsiert, während sie sich unter der dicken, weichen Daunendecke voller Genuss räkelte und neu zurecht bettete.

"Nein, so geht das aber nicht!", beschwerte sich Tom in einem entrüsteten, aber auch etwas anmaßenden Ton, "heute ist doch Ihr Geburtstag, Misses Myers, und Sie haben unten zu erscheinen!"

Die dunkelhäutige Alte seufzte und ihr Kopf mit dem immer noch schlanken Gesicht schien noch tiefer ins Kissen zu sinken. Warum gaben sie den männlichen Robotern in dieser Klinik bloß diese unterschwellig schwule Stimme? Okay, auch sie wusste, dass die allermeisten alten Menschen lieber mit Frauen als mit Männern zu tun hatten, ob beim Anziehen der verflixten Stützstrümpfe oder den Hilfestellungen beim Waschen unter der Dusche. Doch ein windiger Anwalt aus Detroit hatte vor einiger Zeit im Auftrag einer Männer-Gleichstellungsbewegung vor Gericht erstritten, dass im Sinne einer fairen Quotenregelung selbst in Pflegeheimen ebenso viele männliche wie weibliche Roboter einzusetzen waren, um jede Diskriminierung auszuschließen. Der weibische Tonfall der maskulinen Drohnen war wohl ein Kompromiss, der die Akzeptanz von Tom, Tim, Ted und Tab bei allen Patienten erhöhen sollte.

"Nein. Geh endlich weg und lass mich in Ruhe weiterschlafen."

Sie wusste, was unweigerlich passierte, falls sie weiterhin störrisch blieb. Und doch war da noch ein letzter Rest von Trotz übrig, vielleicht geboren aus dummem Stolz oder aus plumpem Eigensinn. Der ließ sie auch dieses Mal nicht nachgeben. Doch ihre Stimme klang dabei ein wenig bedrückt, ja fast schon resigniert, bei ihrem "Geh endlich weg", aber vor allem beim "lass mich in Ruhe weiterschlafen", so als wäre sie innerlich doch längst besiegt und willens, der Aufforderung des Roboters nachzukommen.

"Wie Sie wünschen", antwortete Tom und meinte das exakte Gegenteil, trat näher ans Bett heran und machte Anstalten, der alten Frau die Decke weg zu ziehen. Blitzschnell lagen ihre Arme auf der Daunenpfulme, pressten sie fest auf die Matratze, so dass man erkennen konnte, wie schlank, ja beinahe zierlich der Körper der dunkelhäutigen Seniorin immer noch war.

Gegen die Kräfte des Roboters kam die alte Frau selbstverständlich nicht an. Gemächlich und mit einer geradezu erschreckend leichten, fließenden Bewegung zog Tom die Decke unter ihren pressenden Armen weg, während er sie mit seinem tadelnden Buster Keaton Gesicht ansah.

Wie alle Betreuten trug Misses Myers einen der hochmodernen Schlafanzüge, der sie ähnlich einem Kokon von den Fußspitzen bis zum Hals umschloss, ja sogar ihre Hände wie mit Fäustlingen bedeckte. Er war aus einem synthetischen, elastischen Material, dessen Grundstoff man aus genetisch veränderten Algen gewann und mit künstlichem Latex verm

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