text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Elfenbeinsonne Das Geheimnis der Güldensteins von May, Valentina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Elfenbeinsonne

Glanz und Glück scheinen der Schmuckdynastie der Familie von Güldenstein aus dem Weserbergland sicher zu sein. Doch ein dunkles Ereignis aus der Vergangenheit droht alles zu zerstören... Die große Familien-Geheimnis-Saga für alle Fans von Lucinda Riley, Claire Winter und Jeffrey Archer "Fluch...unsere Familie...Lösung möglich...ruf zurück" – das sind die letzten Worte, die Christian von Güldensteins Vater kurz vor seinem Tod auf Christians Mailbox hinterlässt. Christian und seine Geschwister versuchen herauszufinden, was er damit gemeint haben kann – doch alles was sie finden, ist ein Schachspiel mit Elfenbeinfiguren mit seltsamen gravierten Symbolen – König und Dame fehlen. Ist das ein Hinweis? Unterdessen plagt Christian sein Gewissen: Um die verschuldete Goldschmiede zu retten, willigt er ein, die verwöhnte Claudia zu heiraten, dabei hängt sein Herz an Amelie... "Elfenbeinsonne" - der Auftakt einer mysteriösen und packenden Familiensaga rund um das Geheimnis der Güldensteins - die Teile sind auch unabhängig voneinander zu lesen. Valentina May schreibt erfolgreich Liebesromane, in denen auch die Natur eine wichtige Rolle spielt. Schon immer träumte Valentina von einem Cottagegarten und vielen Tieren. Diesen Traum hat sie sich inzwischen erfüllt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann auf einem Hof in einem kleinen Dorf am Rande des Weserberglands. Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt und sich neue Geschichten ausdenkt, kümmert sie sich um ihren verwunschenen alten Rosengarten oder macht es sich auf einer Steinbank am Rande der Gänsewiese gemütlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 284
    Erscheinungsdatum: 02.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492984577
    Verlag: Piper
Weiterlesen weniger lesen

Elfenbeinsonne

1.

Amelies Herz hämmerte vor Aufregung, als sie behutsam das zerbrechliche Schmuckstück auf das mit dunkelblauem Samt ausgeschlagene Podest legte. Hoffnung und Herzblut steckten in diesem Anhänger. Sie hatte ihn geschnitzt, geformt, geschliffen und war zufrieden mit dem Ergebnis. Jedes Detail ihrer Idee hatte sie umsetzen können. Die vielen geopferten Stunden hatten sich gelohnt. Der Anhänger besaß gute Chancen auf den Sieg. Mutter wäre stolz auf sie gewesen. Schade, dass sie nicht hier sein konnte. Einen Moment schloss sie die Augen und dachte an die letzten gemeinsamen Minuten. Mutter war zu Hause friedlich eingeschlafen. Damals war Amelie gerade erst fünfzehn geworden. Ein dürrer Teenager mit Zahnspange und unerschöpflichen Ideen im Kopf. Hand in Hand hatten sie und ihre Schwester Laura an Mutters Bett gestanden.

Blass und schmal hatte Ingrid Stolze in ihrem Bett gelegen, mit eingefallenen Wangen, die Augen weit in den Höhlen liegend. Aus dem Körper der einst agilen Frau war jegliche Kraft gewichen, ihre letzten Worte nicht mehr als ein Wispern gewesen. Amelie hatte sich weit zu ihr hinunterbeugen müssen, um das zu verstehen, was der Mutter offensichtlich auf der Seele gelastet hatte. "Seltene Gabe ... Schmuckstück Seele einhauchen ... du hast sie. Deine Großmutter hatte das Talent ... ihre Mutter ... und deren Mutter ... Nutze es ... versprich mir ... niemals aufzugeben ... versprich es ..."

Mit Tränen in den Augen hatte Amelie Mutters eiskalte Hand in ihre genommen und sanft gedrückt, während sie ihr versprach, ihrer Begabung zu folgen. Mit einem Lächeln auf den Lippen war Mutter dann gestorben. "Die Goldschmiedekunst ist mehr als ein Beruf. Sie ist eine Passion. Du hast mehr Talent als ich, mein Kind. Mach was draus", hatte sie oft zu Amelie gesagt, wenn sie als Kind bei ihr in der Werkstatt gesessen und sich an einem Schmuckstück versucht hatte.

Sobald Amelies Gedanken in die Vergangenheit schweiften, flammte der Schmerz wieder auf. Traurigkeit trübte ihre Vorfreude auf den Wettbewerb.

Auch ihre Mutter hatte immer von einem Wettbewerb wie an der Goldschmiedeschule in Pforzheim geträumt, wo sie ihre Begabung unter Beweis hätte stellen können. Doch es war aus den unterschiedlichsten Gründen nie dazu gekommen. Wie sehr hätte sie es ihr gegönnt. Ihre Mutter war eine innovative Designerin gewesen, die ihre künstlerische Berufung der Kinder wegen stets zurückgestellt hatte. Eine Träne quoll unter Amelies Lid hervor, die sie verstohlen fortwischte. Jetzt war nicht die Zeit, Trübsal zu blasen, sondern hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, und der Sieg bei diesem Wettbewerb war der erste Schritt dafür.

Die meisten der Gäste saßen bereits auf ihren Plätzen, die Blicke nach vorn auf die Exponate gerichtet. Alle warteten auf den Beginn des Events. Ihr Anhänger wirkte in der betongrauen Umgebung des Forums wie ein Relikt aus längst vergessener Zeit.

Ein letztes Mal strich Amelie über die glatt polierten Stellen. Es hinterließ bei ihr das Gefühl, ihr Werk dem Schicksal preiszugeben, wie eine Mutter, die ihr Kind zum ersten Mal losließ. Laura hätte sie sicher für diese Sentimentalität ausgelacht. "Du bist immer so schrecklich theatralisch", warf sie Amelie stets vor.

Während Amelie sich schlecht von Dingen trennen konnte, mit denen sie intensive Erinnerungen verband, warf Laura sie in den Müll, um Platz für neue Errungenschaften zu schaffen.

Unterschiedlicher wie sie beide konnten Schwestern nicht sein. Dennoch hatte das Leben sie zusammengeschweißt. Nach Mutters Tod war die jüngere Laura nicht mehr von ihrer Seite gewichen, hatte eine Zeit lang in ihrem Bett geschlafen, bis sie zu Oma Irmi gezogen waren. Die Großmutter war eine energische, aber liebenswürdige Frau gewesen, zu der Amelie und Laura eine innige Beziehung besessen hatten. Mit den Geschichten aus ihrem Leben in Afrika hatte sie es stets verstanden, sie in ihren Bann zu ziehen. Amelie wusste d

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen