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Elsas Garten von Leipert, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Elsas Garten

Nichts verbindet die achtundzwanzigjährige Nathalie, die in der mittelfränkischen Kleinstadtidylle Hilpoltstein ein sehr zurückgezogenes Leben führt, noch mit ihrer tragischen Vergangenheit. Daher gerät ihre Welt gewaltig aus den Fugen, als sie völlig überraschend eine Geburtstagseinladung von Elsa erhält, der Großmutter ihres besten Schulfreundes und ihrer heimlichen großen Liebe Nick. Urplötzlich werden alte Wunden wieder aufgerissen und schmerzliche Erinnerungen geweckt. Warum lädt die alte Dame sie nach zehn Jahren des Schweigens plötzlich ein? Was steckt in Wahrheit hinter dieser Einladung? Nathalie traut der Sache nicht und will ihr auf den Grund gehen, auch wenn es vielleicht bedeutet, nach so langer Zeit wieder auf Nick zu treffen. Denn irgendetwas führt Elsa mit ihrer Einladung im Schilde. Carola Leipert, geboren 1976 in Gießen, kam durch einige Umwege zum Schreiben. Nach einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau studierte sie Biologie. Ihre Aufenthalte in Südafrika inspirierten sie zu ihrem Debütroman "Das Tal der Zebras", welchen sie 2013 veröffentlichte. Dann führte sie ihr Leben ins fränkische Hilpoltstein, wo sie ihren Mann kennenlernte. Die enge Verbindung zu diesem Ort inspirierte sie zu ihrem zweiten Roman "Elsas Garten". Die Farben in dir" ist bereits ihr dritter Roman. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Hessen. Weitere Informationen über die Autorin finden Sie unter www.carola-leipert.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 29.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739274690
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 663 kBytes
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Elsas Garten

Kapitel 1

Missmutig zerrte Nathalie ihren kleinen Rollkoffer hinter sich her in Richtung Altstadtring. Die Luft flirrte über dem staubigen Asphalt der Straße. Bis auf das gelegentliche Brummen eines vorbeifahrenden Autos, aus dem zumeist laute Radiomusik dröhnte, hörte man nichts. Nicht einmal das Gezwitscher von Vögeln. Die ganze Stadt wirkte wie ausgestorben.

Trotzdem war Nathalie froh, endlich der stickigen Luft im Zug entkommen zu sein. Hinter ihr lagen mehrere Stunden, die sie in überfüllten Zugabteilen oder wartend an Bahnhofsgleisen verbracht hatte, immer der schwülheißen Luft des Sommers ausgeliefert, die vermischt war mit dem Schweißgeruch der vielen Menschen und süßem Parfümduft, der dies wohl überdecken sollte. Jetzt konnte sie endlich wieder freier atmen.

Leider hatte die lange Fahrt in der Hitze ihre Wirkung nicht verfehlt. Die geblümte Sommerbluse, die sonst leicht und angenehm auf ihrer Haut lag, klebte unangenehm an ihrem Rücken und die weiße Caprihose war staubig und fleckig. Die blonden kurzen Haare, die normalerweise frech umherschwangen, hatten jedes Volumen eingebüßt und hingen jetzt schlaff an ihrem Kopf herunter. Jeder Schritt wurde zur Qual, denn ihre geschwollenen Füße rieben in den Stoffschuhen und sie spürte schon die ersten Blasen an den Fersen.

Während sie sich nun langsam am Nopotel vorbeischleppte, einem Laden, in dem man vom Stift bis zur Strickwolle nahezu alles bekommen konnte, drückte ihr die schwüle Luft so fest gegen die Brust, dass es ihr fast den Atem nahm. Schon seit Tagen lag diese feuchte Sommerhitze wie eine dicke Decke über dem ganzen Land und machte den Menschen zu schaffen. Nathalie hoffte inständig, dass es nicht den Rest des Augustes so bleiben würde, und schickte einen flehenden Blick in den gelblich trüben Himmel.

Vor ihr lag noch ein etwa zwanzigminütiger Fußweg. Schwer wog der Griff des Rollkoffers in ihrer Hand, obwohl sich kaum Gewicht im Koffer befand. Die Rollen ratterten laut über den Asphalt und zerschnitten die Stille des Nachmittags. Sehnlichst wünschte sie sich, den blöden Koffer gegen ihr Fahrrad tauschen zu können. Damit wäre sie innerhalb kürzester Zeit zu Hause gewesen und der Fahrtwind hätte ihr vielleicht eine leichte Abkühlung beschert, aber da das Leben leider kein Wunschkonzert ist, schleppte sie sich tapfer weiter.

Während sie körperlich völlig erschöpft war, arbeiteten ihre Gedanken allerdings auf Hochtouren. Unablässig kreisten sie um den zurückliegenden Besuch des Ortes, der vor langer Zeit einmal ihr Zuhause gewesen war und den sie offenbar für immer verloren zu haben schien. Manchmal fragte sie sich heimlich, woher sie die Kraft nahm, trotzdem jedes Jahr erneut diese Reise anzutreten. Vielleicht war sie einfach noch nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben, doch noch eines Tages eine Umkehr zu bewirken.

In dieser sich immer wiederholenden Reise lag ein merkwürdiger Zwiespalt verborgen, der gleichermaßen eine Flucht mit einem Kampf verband. Sie flüchtete vor dem Hilpoltsteiner Burgfest, an das sie nicht erinnert werden wollte, und kämpfte gleichzeitig um die Liebe ihrer Mutter, die sie wieder zurückzugewinnen hoffte.

Doch heute, an diesem schwülen Augusttag musste sie mit einer erneuten Niederlage im Gepäck in ihren faden Alltag zurückkehren, den sie wie ein Schutzschild um sich herum errichtet hatte. Weder war es ihr gelungen, die Erinnerungen zu verdrängen, noch das distanzierte Verhältnis zu ihrer Mutter zu überbrücken, und ihr eigenes Versagen lastete ihr schwer auf der Seele.

Das plötzliche Vibrieren ihres Handys in ihrer Hosentasche riss sie aus ihren Gedanken. Sie zog es mit ihrer verschwitzten Hand hervor. Der Name Irma leuchtete ihr auf dem Display entgegen. Ihre Tante! Was zum Teufel wollte die denn jetzt noch? Sie hatten doch erst vor einer halben Stunde telefoniert. Das hatte ihr jetzt wirklich gerade noch gefehlt!

"Ja, was gibt es denn?",

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