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Enemy or Lover von Busch, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2016
  • Verlag: dead soft verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Enemy or Lover

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, der ständig krank ist und dem aus genau diesem Grund gekündigt wird? Wie muss man sich fühlen, wenn man an die Wohnung gefesselt ist und seine letzten sozialen Kontakte verliert? Ohne seinen Lebensgefährten Roman hätte Marten längst das Handtuch geschmissen und aufgegeben, denn die Ärzte finden für seine Erkrankungen keine Ursachen. Eine Besserung der Lage ist daher nicht in Sicht. Aber Liebe heilt ja bekanntlich alle Wunden ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 11.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960890362
    Verlag: dead soft verlag
    Größe: 760 kBytes
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Enemy or Lover

2. Kapitel: Sixty-Nine

Wer kennt nicht den Song "Summer of '69" des Rocksängers Bryan Adams? Der Ich-Erzähler dieses Textes behauptet, dass es der beste Sommers seines Lebens gewesen sei. Hätte er die Möglichkeit, würde er ohne Wenn und Aber sofort in dieses Jahr zurückkehren. Tatsächlich klingt das Lied, als würde man an den Erinnerungen des Sängers teilhaben, dabei war Bryan Adams 1969 erst neun Jahre alt. Wie er in einem Interview zum Besten gibt, bezieht sich der Song auf eine sexuelle Stellung. Da bekommen die Zeilen "Man we were killin' time, we were young and restless" eine ganz neue Bedeutung.

Neunundsechzig: kopfüber Spaß.

Roman ist zur Nachtschicht aufgebrochen, nicht ohne mich mit zahlreichen Ermahnungen einzudecken. Ich habe folgsam genickt und bin sogar gewillt, auf ihn zu hören. Selbstverständlich soll mich der Clubbesuch nicht umwerfen. Ich würde nämlich zukünftig gerne wieder öfter dorthin gehen. Ehrlich gesagt bin ich furchtbar aufgeregt, freue mich gewaltig auf die Musik und das Tanzen. Prüfend mustere ich mich im Spiegel. Die Jeans sitzt ein wenig locker auf den Hüften, obwohl sie eine der Neueren ist. Ich habe in den letzten Monaten bestimmt sechs Kilo abgenommen. Bislang ist der Gewichtsverlust nicht dramatisch und wenn ich jetzt vielleicht häufiger ein Stück Kuchen essen kann, bestimmt bald ausgeglichen. Zu der schwarzen Jeans trage ich ein enganliegendes anthrazitfarbenes Longsleeve aus einem Metallicgarn, das dezent schimmert. Die kastanienbraunen Haare sind anständig zerwuschelt. Ich bin zu blass, wie mir ein kritischer Blick verrät, obwohl ich deutlich erholter als vor einer Woche wirke. Ein Uhrencheck zeigt mir, dass das Taxi, auf das Roman bestanden hat, gleich da sein wird. Ich ziehe also die Allwetterjacke über, schlinge den Schal um meinen Hals, stecke Portemonnaie und Handy ein und greife nach den Schlüsseln. Ich bin ganz zappelig und voller Vorfreude, als ich die Wohnung verlasse.

Die Taxifahrt währt lediglich ein paar Minuten, in denen ich an Roman denke und mich frage, was er wohl gerade macht. Seine Patienten werden sicherlich bald schlafen, obwohl einer garantiert immer quengelt.

Aus dem Autoradio plärrt Werbung, der Fahrer hält sich verkrampft am Lenkrad fest. Wo gehen eigentlich die Taxifahrer hin, wenn sie zwischendurch pinkeln müssen? Das interessiert mich ungemein, allerdings traue ich mich nicht, zu fragen. Könnte ja sein, dass der Fahrer mich für bekloppt hält.

Wir halten vor dem Sixty-Nine , ich zahle, steige aus und reihe mich in die Schlange vor dem Club ein. Meine Vorfreude steigt, je weiter ich vorrücke. Vor mir knutscht ein Pärchen, hinter mir unterhalten sich drei Typen lautstark miteinander. Der Türsteher ist noch derselbe wie vor Monaten. Ich erinnere mich, dass er mich zu diesem Zeitpunkt angegraben hat. Er erkennt mich und lächelt mir zu. "Hey, lange nicht gesehen. Schön, dass du mal wieder da bist."

"Danke. Ich freue mich auch." Und bewundere sein Gedächtnis für Gesichter. Schließlich bin ich ja nicht der einzige Feiersüchtige, den es ins Sixty-Nine zieht, und garantiert nicht der einzige, dem er in seinem Leben ein Abenteuer angeboten hat.

Nachdem ich die Jacke an der Garderobe abgegeben habe, stürze ich mich ins Gewühl. Obwohl es recht früh ist, ist das Sixty-Nine gerammelt voll. Ich halte mich gar nicht erst lange irgendwo auf, sondern begebe mich gleich zur Tanzfläche. Zu den Technobeats beginne ich zwischen schwitzenden Leibern zu tanzen. Zunächst sind meine Muskeln ziemlich steif und ich komme mir wie ein Roboter vor. Doch nach einigen Minuten werden meine Bewegungen rhythmischer und geschmeidiger. Ich schalte total ab, spüre die Bässe in den Knochen vibrieren und werde Teil der wogenden Masse. Schon bald zerre ich mir das Shirt vom Leib, stopfe es in den hinteren Hosenbund und tanze mit nacktem Oberkörper

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