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Entführung ins Abenteuer von Wilson, Gayle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2013
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Entführung ins Abenteuer

Als ein Husarenstück, das sowohl den verwegenen John Raven als auch der eigensinnigen Lady Catherine Morley diebisches Vergnügen bereitet, beginnt die Ehe dieser beiden passenderweise in Gretna Green. Denn dorthin hat John die blonde Schöne, die vom Vater eigentlich Viscount Amberton versprochen ist, kurzerhand entführt. Der Handel, der dahinter steht: Catherine entgeht der Hochzeit mit dem ebenso ungeliebten wie lüsternen Viscount Amberton. Und John, der seiner Gattin nicht nahezutreten gelobt, kommt durch Catherine den Investoren ein ganzes Stück näher, die er für den Bau seiner Eisenbahnlinie in England sucht. Doch was so trefflich eingefädelt ist, gerät durch Intrigen und jäh erwachendes, uneingestandenes Begehren vollkommen durcheinander

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 16.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954467747
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 362 kBytes
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Entführung ins Abenteuer

PROLOG

London, 1826

"Was Sie brauchen, Mr Raven, ist eine Frau."

Der hochgewachsene Mann am Fenster drehte sich um. Die Fältchen um seine Mundwinkel schienen tiefer geworden zu sein. Oliver Reynolds hatte in seinen siebzig Lebensjahren nie einen Mann mit einem härteren Zug um den Mund gesehen. Nur die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass der Blick, mit dem John Raven ihn jetzt bedachte, Belustigung ausdrücken sollte.

"Eine Frau?", wiederholte der Amerikaner. Jetzt klang auch sein Tonfall belustigt.

"Falls Sie nicht irgendwo in Ihrem Stammbaum", fuhr der Bankier fort, "einen Herzog versteckt haben. Oder einen Grafen. Irgendetwas in der Art. Andernfalls befürchte ich ..." Der alte Mann beließ es bei dieser Andeutung. Er hatte seinen Standpunkt deutlich gemacht, und er wusste, dass sein Klient klug genug war, um keine weiteren Hinweise zu benötigen.

Oliver Reynolds war dafür bezahlt worden - und zwar sehr gut bezahlt worden -, diesem amerikanischen Nabob bei seinen Kontakten mit der vornehmen Londoner Gesellschaft behilflich zu sein. Und der Ratschlag, den er John Raven soeben gegeben hatte, war der beste überhaupt.

"Drei meiner Ahnen flohen nach siebzehnhundertfünfundvierzig aus Schottland, Cumberlands Schlächtern nur um eine Nasenlänge voraus", bekannte John Raven. Der spöttische Ausdruck in seinen auffallenden kristallblauen Augen zeugte davon, dass er wegen der Umstände, unter denen seine Vorfahren die Alte Welt verlassen hatten, keineswegs verlegen war. Er war am Rande der amerikanischen Wildnis zur Welt gekommen, und er hatte die Siedler über das Land hinwegziehen sehen, immer weiter nach Westen, zum großen Fluss. Sein Land veränderte sich. Die endlosen Wälder mussten allmählich Farmen und Gemeinden weichen, der Sieg der Menschen über die unwirtliche Natur war das Ergebnis der harten Arbeit, die die Generationen seiner Eltern und Großeltern geleistet hatten.

"In diesem Falle ...", begann der Bankier, aber die spöttische Stimme unterbrach ihn.

"Meine Großmutter väterlicherseits immerhin war eine Prinzessin."

"Eine Prinzessin?", wiederholte Oliver Reynolds langsam. "Königliches Blut, Mr Raven? Und welcher Dynastie entstammt diese glückliche Ahnin? Trotz seines Selbstbewusstseins und seiner Blasiertheit ist der britische Adel von fremdländischen Königen stets besonders fasziniert gewesen."

"Der Mauvilla, Mr Reynolds."

"Mauvilla", wiederholte der alte Mann und dachte nach. "Ich glaube nicht, dass diese Familie mir ein Begriff ist."

"Meine Großmutter ist die letzte der königlichen Linie."

"Eine Indianerin?" Es war eine plötzliche Eingebung, die er jetzt laut aussprach. Und sogleich erkannte der Bankier, dass dieses Erbe so vieles erklären würde. Die Hautfarbe des Amerikaners zum Beispiel - dieser Bronzeton, der in so auffallendem Kontrast zu den leuchtend blauen Augen stand. Und natürlich sein Haar. "Indianer also", sagte der alte Mann noch einmal langsam.

Raven neigte zustimmend sein dunkles Haupt. Er lächelte ein wenig. "Indianer", bestätigte er. "Glauben Sie, dass das Eindruck macht?"

"Ich denke", begann der Bankier und überlegte, wie er seinen Klienten warnen könnte, ohne zu deutlich werden zu müssen, "Sie sollten verdammt gut darauf achten, dass dieser vornehme Kreis niemals etwas von Ihrer Großmutter erfährt."

"Sie ist wohl nicht königlich genug für unser Vorhaben?", vermutete Raven gelassen und ging zurück zu dem Stuhl, auf dem er zuvor gesessen hatte.

Reynolds musterte ihn dabei gründlich. Die breiten Schultern des Amerikaners kamen nun durch Westons hervorragende Schneiderkünste vorteilhaft zur Geltung, der Frackrock warf keine einzige Falte. Unter dem blauen Wollstoff sah man eine dezent gestreifte Weste aus französischer Seide. Die rehbraune Hose saß wie angegossen über dem flachen Bauch und betonte die festen, muskulösen Oberschenkel. Hohe Schaftstiefel, hergestellt von Hobys Meis

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