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Erich Randal Historischer Roman von Mügge, Theodor (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Erich Randal

Dieses eBook: 'Erich Randal' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Der Garten des Propstes Ridderstern zog an dem Hügel hinauf, auf welchem die Kirche stand, und von dort aus ließ sich der See nach allen Seiten hin überblicken. Eine Geisblattlaube bildete ein schönes geschütztes Plätzchen und in dieser saß Herr Ridderstern, seine Pfeife rauchend und in einem Briefe lesend, als er Schritte in der Nähe hörte. Er warf einen Blick durch das Geblätter und entdeckte den fremden russischen Herrn, aber er ließ sich dadurch nicht stören. Seine buschigen Augenbrauen dichter zusammenziehend, vertiefte er sich anscheinend noch mehr in seiner Beschäftigung und hörte erst auf, als Serbinoff vor ihm stand.' Theodor Mügge (1802-1861) war ein deutscher Schriftsteller und Verfasser von Abenteuerromanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 734
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026883456
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2338 kBytes
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Erich Randal

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis
Am Nachmittage lag Abo vor den Reisenden. Der Wind war fortgesetzt günstig geblieben, das Wetter ausnehmend schön, die Fahrt angenehm; dennoch wurde sie ermüdend durch die Eintönigkeit des Charakters aller dieser Eilande, welche immer denselben Wechsel von niedern Felswänden und Lagern, Hügeln, Buchten, flachen Ufern, Schluchten voll dunklem Wald und kleinen grünen Thälern zeigte. Da und dort wurden Bauern- und Fischerhäuser sichtbar, und zuweilen schob sich eine Gruppe derselben dichter zusammen. Eine etwas großartigere Natur begann jedoch erst näher an der finnischen Küste, und diese selbst trat zuletzt mit Vorgebirgen und steil aufsteigenden Landzungen, hinter welchen sich höhere Berge blicken ließen, vor die Augen der seemüden Gesellschaft. Als diese den Sund von Rimito erreichte, mehrten sich die kleinen und größeren Fahrzeuge, welche demselben Ziele entgegen gingen. Ein Fluß mündete zwischen Hügelketten und vor ihm ankerten eine Anzahl Handelsschiffe unter verschiedenen Wimpeln und Flaggen. Klippen, welche kaum aus dem Wasser ragten, zeigten an, daß die Fahrt gefährlich werde und die großen Schiffe nöthige, nicht weiter den Fluß heraufzugehen, sondern ihre Ladungen hier außen zu löschen und einzunehmen. Auf der Landspitze, wo Meer und Land zusammenstießen, lag ein gezacktes Gemäuer, das der Seeoffizier die Festung Abohus nannte, und vor ihr schwankten mehrere Kanonenboote und flache Fahrzeuge der Scheerenflotte langsam auf und ab, die Buge gegen den abfließenden Strom gewandt, der rasch sein Wasser in den weiten Seekessel trieb.

Es ist der Aurajocki, sagte Lindström, und dort liegt die alte Schwedenstadt Erich's des Heiligen, der meines Erachtens sehr wohl gethan hätte, auch dem Flusse einen guten schwedischen Namen zu geben.

Noch viel besser wäre es gewesen, erwiederte Arwed, wenn er der Stadt selbst einen guten Hafen hätte verschaffen können. Der Bach oder Fluß ist jedoch dazu weder breit noch tief genug. Abo wird niemals zu einer großen Handelsbedeutsamkeit kommen können. Jedoch versorgt es das Land, und wie unter den Blinden der Einäugige König ist, so ist es der Mittelpunkt alles geistigen und materiellen Lebens und Strebens der Finnen.

Man hat wenig für dies weite Gebiet bisher gethan, wie ich glaube, sagte Serbinoff.

Jahrhunderte lang, war Arwed's Antwort, ist es wie eine Eroberung behandelt worden, dann hat es das Schicksal gehabt, das Colonien und abgetrennte Provinzen gewöhnlich trifft. Man läßt sie von Gouverneuren regieren, fordert hohe Abgaben und Lasten, benutzt alle vorhandenen Mittel so viel man kann, kümmert sich jedoch nicht um Gedeihen und Fortschritte mehr, als durchaus nöthig ist. Die Finnen sind nun überdies eine eigenthümliche Menschenrace. Wären sie schwedischen Stammes, so würden sie wenigstens so weit sein, wie unsere Bauern. Eigensinnig sein wie ein Finne, ist bei uns zum Sprichwort geworden. Sie hängen an alten Gebräuchen und Sitten so fest, wie an ihrer schrecklichen Sprache. Im Innern des Landes wird diese allein gesprochen, und so viele Mühe man sich auch gegeben hat, durch Kirche und Schule ihre Bekehrung ins Schwedische zu vollenden, so gibt es doch große Districte, wo es schwer wird, sich verständlich zu machen. Denken Sie sich nur ein Land, das nach der Schätzung wenigstens 5 bis 6000 Quadratmeilen groß ist, dabei fast ans nördliche Eismeer reicht, mit Wäldern, Sümpfen, einer unermeßlichen Menge großer und kleiner Seen und mit Wüsteneien gefüllt, die oft so gut wie gänzlich unbekannt und unerforscht sind, und Sie werden eingestehen müssen, daß die Civilisation der einen Million Menschen, welche auf diesem mächtigen Raume wohnt, große Schwierigkeiten findet.

Die Sprache ist ganz verschieden von der schwedischen? fragte Serbinoff weiter.

So verschieden selbst in ihren Dialecten, erwiederte Arwed, daß der Finne aus dem Süden den aus dem Westen oder Norden kaum v

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