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Esther, das Wunderschwein Ein Leben ohne Tier ist möglich, aber sinnlos von Jenkins, Steve (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2016
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Esther, das Wunderschwein

Als eine Bekannte den Tierfreund Steve Jenkins fragte, ob er nicht ein Minischwein adoptieren wolle, wusste Steve, dass sein Lebensgefährte Derek nicht gerade begeistert sein würde. Dennoch willigte er ein, sich des süßen kleinen Ferkels anzunehmen. Eine Entscheidung, die Dereks und sein Leben für immer verändern sollte. Denn rein gar nichts an Esther war "Mini" - in drei Jahren wurde sie zu einem ausgewachsenen Hausschwein von 335 Kilo. Doch trotz aller Schwierigkeiten und einer Menge buchstäblicher "Schweinereien" liebten die beiden Esther: nur wie sollte es in ihrer Stadtwohnung mitten in Toronto mit der tierischen WG weitergehen? Wieder fassten sie einen weitreichenden Entschluss: per Crowdfunding finanzierten sie ein Gnadenhof-Projekt für ehemalige Nutztiere. Heute leben sie mit Esther und vielen anderen tierischen Freunden auf dem Land in Ontario im Happily Ever Esther Farm Sanctuary . Steve Jenkins und Derek Walter sind weltweit bekannte Tierschutzaktivisten. Sie sind die Gründer der Happily Ever Esther Farm in Campbellville, Ontario, einem Gnadenhof für ausgediente Nutztiere. Caprice Crane ist erfolgreiche und vielfach preisgekrönte Roman- und Drehbuchautorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201357
    Verlag: btb
    Originaltitel: Esther the Wonder Pig: Changing the World One Heart at a Time
    Größe: 6534 kBytes
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Esther, das Wunderschwein

1

E in Leben ohne ab und zu ein bisschen Nervenkitzel lohnt im Grunde gar nicht, gelebt zu werden. Allerdings gibt es die eine Form von Nervenkitzel und es gibt auch die andere: etwa einen Güterzug, der andauernd um drei Uhr morgens auf dein Schlafzimmer zugerast kommt.

Wir nennen das die "Schweinchenparade".

Es klingt zwar verniedlichend, aber es ist absolut nichts Niedliches oder Putziges daran, von einem über 300 Kilo schweren Schwein aus dem Schlaf gerissen zu werden, das den Flur hinabdonnert. Man nimmt es zunächst unterschwellig wahr, als eine Vibration, die in der Matratze zu rumoren beginnt und einem erst nach und nach ins dämmerige Unterbewusstsein dringt - bis einem nur wenige Augenblicke bleiben, um zu begreifen, was da auf einen zugaloppiert, und rasch den Platz zu räumen für ein Mammut, das felsenfest entschlossen ist, es sich auf dem Bett gemütlich zu machen. In dem ganzen Tohuwabohu aus umherfliegenden Kopfkissen und Menschen, Hunden und Katzen, die verzweifelt versuchen, sich aus der Gefahrenzone zu bringen, hört man das immer lauter werdende Geräusch von über die Holzdielen hinwegpolternden Hufen, die mit jeder Sekunde an Tempo zulegen. Das brennt sich schon nach dem ersten Mal für ewig in die Psyche ein, und man ist dann auf eine Reaktion konditioniert - wie der pawlowsche Hund, der reflexmäßig weiß, was in einer bestimmten Situation zu tun ist. So war es auch bei Reuben und Shelby, unseren beiden heiß geliebten Hunden, wohingegen Delores und Finnegan, unsere Katze und unser Kater, selber sehen müssen, wo sie bleiben.

Das Haus erbebt praktisch mit jedem Huftritt; es ist ein Donnergetöse, gelegentlich untermalt von einem Poltern, wenn ein Möbelstück über den Haufen gerannt wird. Man spürt es in allen Gliedern, aber es gibt rein gar nichts, was man dagegen unternehmen kann.

Und dann kommt unsere herzallerliebste Prinzessin ins Zimmer gestürmt - vermutlich war es ein nächtliches Geräusch, das sie hochschrecken ließ - und schmeißt sich auf unser Bett. Ziemlich genau so, wie sie sich in unser beider Leben geschmissen hat. Und wenn es auch jedes Mal wieder ein Kampf und ein Krampf ist, Platz für sie zu schaffen, so ist es doch eine ganz neue, wundervolle Art des Nervenkitzels für uns, die wir auf gar keinen Fall mehr missen möchten.

Vielleicht war es von jeher meine Bestimmung, das Herrchen eines Schweins zu werden. Ich habe immer schon ein Herz für Tiere gehabt. Wenn ich in eine Situation geriete, in der ich sowohl einen Hund als auch einen Menschen aus einer Falle befreien müsste, dann würde ich - so ungern ich es zugebe - zunächst dem Tier helfen. Tiere brauchen menschlichen Beistand. Keine Ahnung, wo es herrühren mag, aber ich habe mich stets als ihr Beschützer gefühlt.

Mein allererster bester Kindheitsfreund war Brandy, die Hündin. Ein Schäferhundmischling mit Schlappohren und einem langen, geraden Schweif. Sie war braun und schwarz gefleckt und stellte damit einen hübschen Kontrast zu meinem eigenen hellblonden Wuschelkopf dar - wobei ich mit Schlappohren und einem Schweif natürlich nicht dienen konnte. Ich sah früher ein bisschen aus wie Dennis, der Lausbub aus dem Comicstrip, und einige Leute würden glatt behaupten, wir hätten auch ähnliche Charakterzüge gehabt.

Brandy und ich waren unzertrennlich. Sie folgte mir überallhin wie mein Schatten - nicht nur, wenn ich Freunde besuchte oder in den Park ging, sondern sogar von einem ins andere Zimmer.

Wir lebten damals in Mississauga, einer ziemlich großen Stadt in der kanadischen Provinz Ontario, aber es war eine andere Zeit, unkomplizierter und gefahrloser. Wir waren entweder zu Fuß oder mit unseren Fahrrädern unterwegs, bis es dunkel wurde und damit Zeit, heimzukehren.

Bevor bei uns ein Tier ins Haus kam, war ich als abenteuerlustiger Sechsjähriger immer darauf aus, herauszufinden, was für Tiere die Nachbarn hatten, und dabei schlug ich gelegentlich übe

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