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Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks Roman von Hayes, Antonia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks

"Alles, was geschehen kann, geschieht auch. Und genauso kann man alles vermasseln und trotzdem ein guter Mensch sein." Der zwölfjährige Ethan hat ein paar ungewöhnliche Talente. Physik und Astronomie sind für ihn so selbstverständlich wie Lesen und Schreiben, und er sieht die Welt auf eine Weise, die anderen Menschen nicht begreiflich ist. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Mutter Claire, aber je älter Ethan wird, desto öfter fragt er nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Er weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Doch dann setzt ein unerwartet eintreffender Brief eine dramatische Kette von Ereignissen in Gang ... Die Hardcover-Ausgabe erschien unter dem Titel "Die relative Unberechenbarkeit des Glücks" bei Blanvalet. Antonia Hayes wuchs in Sydney auf, verbrachte ihre Zwanziger in Paris und lebt heute in San Francisco. Ihre Texte wurden in zahlreichen Magazinen veröffentlicht, außerdem arbeitete sie als Publizistin in der Verlagsbranche und als Buchhändlerin. "Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks" ist ihr Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 15.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220822
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Relativity
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Ethan und die Schwerelosigkeit des Glücks

2

Zeit

Ethan nahm seine Mutter bei der Hand und zog sie durch die Unterführung. Graffiti zierten die Wände: grüne und silberne Adern, Muster und Symbole, die Geschichten erzählten wie die Wandmalereien in urzeitlichen Höhlen. Bizarre Figuren, seltsame Worte, schiefe Lettern, die Ethan an Formeln und Gleichungen erinnerten. In der Luft hing noch der Geruch von Spraydosengas, aber weit und breit war niemand zu sehen.

"Los, komm, Mum." Ethans Stimme hallte in der Tiefe des Tunnels wider. "Beeil dich, sonst verpassen wir es."

Sie traten auf der anderen Seite des Tunnels in die Dunkelheit und hasteten unter dem steinernen Torbogen der Viadukte hindurch in den Jubilee Park, weiter den Fußweg entlang durch das Mangrovenwäldchen, am Jubilee Oval und dem Cricketgelände vorbei und weiter über die moosbedeckte Brücke in Richtung Blackwattle Bay. Gerade herrschte Ebbe - die Überläufe waren ausgetrocknet, und am Ufer verlief ein breiter Schlammstreifen, wo das Wasser an die Kaimauer schwappte. Auf der anderen Seite der Bucht erhob sich die Anzac Bridge mit den gewaltigen Pfeilern, an denen sich die Drahtseile wie Harfensaiten spannten. Die Lichter der Straßenlaternen spiegelten sich in orangefarbenen Streifen im dunklen Wasser.

Ethan runzelte die Stirn. "Es ist viel zu hell. Wir hätten ins Landesinnere fahren müssen."

Seine Mutter lächelte müde. "Wir können von Glück sagen, dass wir überhaupt hier sind. Es ist zwei Uhr früh. Du hast morgen Schule, und ich muss zur Arbeit. Wir leben mitten in der Stadt, deshalb werden wir uns wohl damit begnügen müssen."

Direkt an der Promenade breitete sie eine Decke aus, auf die sie sich, beide im Schlafanzug, setzten. Der Park war still und menschenleer. In der Luft hing der Geruch von feuchtem Gras und Salz. Ethan konzentrierte sich und wartete, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Der Nachthimmel war klar, der Mond noch nicht aufgegangen - eigentlich die perfekten Bedingungen, um einen Meteoritenschauer zu beobachten, der heute Nacht seinen Höhepunkt erreichen sollte. Hinter ihnen tauchte das Lichtermeer der Skyline von Sydney den Horizont in bernsteinfarbenes Licht. Ethan hatte befürchtet, die helle Beleuchtung könnte zu stark sein und die Geheimnisse des Himmels einfach verschlucken.

"Da!" Ethan deutete nach oben. "Siehst du die drei Sterne da? Das ist der Oriongürtel. Und dort ist Rigel, der hellste Stern dieses Sternbilds. Das bedeutet, dass der Orionschauer dort drüben stattfindet. Sieh nur!"

Aber seine Mutter blickte nur ihn an. "Und wann gehen wir wieder ins Bett?"

"Heute Nacht regnet es zwischen 25 und 50 Meteoriten pro Stunde, sogar Staub vom Halleyschen Kometen dringt i n unsere Atmosphäre. Die Luftreibung entzündet sie, sodass sie zu glühen anfängt, und dann - schhh, verdampfen sie."

Seine Mum ließ sich zurücksinken. "Also warten wir hier, ja?"

"Genau." Ethan kuschelte sich an sie, legte den Kopf in ihre Armbeuge, blickte nach Nordwesten und verband in Gedanken die Punkte des Orion-Sternbilds. Einer seiner hellsten Sterne - Beteigeuze, der ebenfalls zu den Roten Überriesen gezählt wird - schwebte neben dem Gürtel. Als Rote Überriesen werden die größten Sterne des Universums bezeichnet, wobei Beteigeuze so riesig ist, dass er, würde man ihn in unser Sonnensystem stecken, bis über die Bahn des Jupiters hinausreichen würde.

Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete Ethan den vagen rosa Punkt. Beteigeuze war ein sterbender Stern, der irgendwann einmal unter seinem eigenen Gewicht zerbersten würde. Ethan malte sich aus, wie der rote Stern in einer Supernova explodierte, Plasma in einem gleißend hellen Feuerball aufglomm und die gesamte Galaxie unter den Stoßwellen erzitterte. Er sah förmlich vor sich, wie er in Flammen aufging. Doch so schnell würde das wohl nicht passieren ... frühestens in ein paar hunderttausend Jahren, vielleicht sogar erst in ei

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