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Fünf am Meer Roman von Sternberg, Emma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Fünf am Meer

Live. Love. Beach.
Es zieht Linn den Boden unter den Füßen weg, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Aber dann erfährt sie, dass sie geerbt hat - und findet sich in einem Haus in den Hamptons wieder, direkt am Meer. Die Bewohner, fünf lebenslustige Senioren, wachsen Linn bald ans Herz, genauso wie die gemeinsamen Granatapfel-Manhattans und die Storys über ihre glamouröse Tante Dorothy. Doch dann taucht dieser attraktive Journalist auf, der noch ein bisschen mehr zu wissen scheint ...

Emma Sternberg wurde 1979 in Hamburg geboren. Nach acht Semestern Medienwissenschaft hat sie einen Job beim Radio bekommen und ihre Magisterarbeit nie zu Ende geschrieben, was sie bis heute bereut - wenn auch nur ein bisschen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 09.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641191221
    Verlag: Heyne
    Größe: 1313 kBytes
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Fünf am Meer

1

DAS LEBEN NIMMT ja manchmal Wendungen, bei denen du dir nicht gleich sicher bist, ob du sie gut finden sollst oder nicht.

Wenn im Haus gegenüber eine phänomenal gute Eisdiele aufmacht, zum Beispiel. Einerseits freust du dich, denn du kannst ab sofort jederzeit Schokoladeneis haben. Extrasahniges Schokoladeneis, dunkel und zart schmelzend und mit himmlischen, verboten großen Schokostückchen. Andererseits ahnst du schon nach der allerersten Kugel, dass dich der Laden entweder verdammt viel Beherrschung kosten wird - oder verdammt viele Kilos.

Oder wenn du einen neuen Online-Shop entdeckst, in dem es Hunderte herzergreifend netter Sachen gibt: Vintage-Schlüsselbretter, herrlich gemütliche Searsucker-Sofakissen oder niedliche Messingclips zum Verschließen offener Gummibärchentüten. Das ist gut für ein wohliges Gefühl - aber nur solange es dir gelingt, nicht auf deine Kontoauszüge zu blicken.

Oder wenn in deiner Firma eine neue Kollegin namens Katha anfängt, die irrsinnig nett und hübsch und witzig ist, und mit der du schon die allererste gemeinsame Mittagspause schwatzend überziehst - herrlich, oder? Auf der anderen Seite ist dein Vorhaben, ab sofort konzentrierter und schneller zu arbeiten, um deinen Hintern nach dem Büro wenigstens hin und wieder zum Laufen zu bringen, damit wohl endgültig dahin.

Wenn du allerdings an einem Donnerstag Anfang Juni vier Stunden früher als geplant von der Arbeit kommst, weil dort der Server ausgefallen ist und Katha und alle anderen Kollegen sowieso mit einer fiesen Sommergrippe darniederliegen, wenn du die Tür der Wohnung aufschließt, in der du seit dreieinhalb Jahren mit einem Mann lebst, von dem du hättest schwören können, dass er dich wirklich, wirklich liebt, wenn du dann aber im Flur stehst, den Schlüssel gerade ans Vintage-Schlüsselbrett hängen willst, die Wohnungstür immer noch offen hinter dir, und du eben diesen Mann vom Wohnzimmersofa her grunzen hörst wie ein Périgord-Trüffelschwein, das gerade den Fund seines Lebens auswühlt, und du im nächsten Augenblick starr vor Schreck siehst, wie sich ein perfekt gerundeter Melonenhintern auf dem Schoß dieses Mannes auf und ab bewegt ... dann musst du nicht eine Sekunde lang nachdenken, um sicher zu wissen, dass dieser Moment nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts Gutes in sich birgt.

Denn dann ist klar, dass in haargenau dieser Sekunde der qualvolle Rest deines Lebens beginnt.

Oder, wie meine Freundin Annika sagen würde: Schlimmer geht's nimmer.

Langsam, wie in Zeitlupe, bewege ich die Hand zum Mund, als würde ich gleich schreien, doch ich bleibe ganz still. Im selben Moment hört die Frau auf Martins Schoß auf sich zu bewegen, ganz so, als würde sie spüren, dass die beiden nicht mehr allein sind. Auch Martins bis eben noch verzückt geschlossene Augen öffnen sich einen Spalt.

Und sein Blick richtet sich auf mich.

Martin und ich sind seit vier und dreiviertel Jahren ein Paar. Wir haben uns auf einem Grillfest von gemeinsamen Freunden kennengelernt, auf dem er ein Polohemd mit hochgeklapptem Kragen trug und mir auf Anhieb unsympathisch war - bis wir am Büfett trotzdem ins Gespräch kamen und feststellten, dass wir nicht nur eine gesunde Abneigung gegen Nudelsalate mit Essiggurkenstückchen, sondern auch gegen Kerle mit hochgeklappten Polohemden teilen. Er hatte beim Losgehen bloß nicht in den Spiegel geschaut und lachte lauthals los, als ich ihm sagte, dass ich den ganzen Abend nur auf den versilberten Golfball-Schlüsselanhänger gewartet hatte, den er aus der Tasche ziehen würde, um damit herumzuspielen. Schon zwei Wochen später stellte er mich seinen Eltern vor und noch zwei Wochen später dem Rest seiner Familie - was nur dann anstrengend klingt, wenn man nicht weiß, wie wahnsinnig nett die Kuhns sind, und wie unglaublich herzlich sie mich empfangen haben. Ein gutes Jahr später zog ich bei Ma

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