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Für einen Sommer und immer von Leuze, Julie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2016
  • Verlag: INK
eBook (ePUB)
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Für einen Sommer und immer

Ein letzter erster Sommer Ein Schicksalsschlag wirft Karrierefrau Annika völlig unerwartet aus der Bahn. Überwältigt von ihren Gefühlen, flieht sie nach Südtirol und trifft dort auf Samuel. Er ist anders als alle Männer, die Annika kennt. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend. Und bald bemerkt Annika, dass sie von Samuel nicht nur lernt, den Zauber der Dolomiten zu entdecken, sondern auch, endlich ihrem eigenen Herzen näherzukommen ... Ein Sommer, eine Liebe. Ein Roman zum Lachen und Weinen, zum Träumen und Ankommen. Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen für Erwachsene und Jugendliche. 2014 erhielt sie den Literaturpreis DeLiA für den besten deutschsprachigen Liebesroman. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 07.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863965723
    Verlag: INK
    Originaltitel: Felsenherz
    Größe: 803 kBytes
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Für einen Sommer und immer

5.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, fühle ich mich wie gerädert.

Leider sehe ich auch so aus, und so benötige ich eine ganze Menge Concealer, Puder, Rouge, Lidschatten, Mascara und Lippenstift, bis ich wieder einigermaßen präsentabel bin.

In gedämpfter Stimmung mache ich mich auf den Weg zum Frühstücksbuffet.

Immerhin werde ich heute nicht nur essen, sondern auch mit diesem Samuel wandern, beruhige ich mich, als ich vor etlichen Tellern sitze und überschlagen habe, auf wie viele Kalorien sich zwei Spiegeleier, drei Scheiben Speck, ein Brötchen mit Butter, ein Rahmjoghurt mit Früchten und ein Croissant mit Aprikosenkonfitüre belaufen. (Es sind sehr viele Kalorien!)

Nicht, dass ich Lust darauf hätte, den Wander-Touri rauszukehren, überlege ich weiter und beiße in mein Brötchen. Aber wenn ich diesem Samuel von Anfang an klarmache, dass ich keine Kniebundhosen-Spaziergängerin bin, wird er uns schon eine anständige Tour raussuchen. Apropos: Ich werde zwar ganz sicher keine Kniebundhosen tragen, aber im Sommerröckchen werde ich natürlich auch nicht wandern können, und mein Joggingzeug ist völlig verdreckt. Was also soll ich anziehen?

Mir bleibt wohl nichts übrig, als mir noch schnell ein schickes Wanderoutfit zuzulegen.

Ermelinda hatte mir ausgerichtet, dass mein Treffen mit dem Alm-Öhi um elf Uhr an der Rezeption stattfinden soll, und ich bin ziemlich stolz darauf, dass ich auf die Minute pünktlich bin. Zwar bin ich das immer, doch diesmal war es schon eine Herausforderung, nicht zu spät zu kommen - schließlich musste ich noch diverse Hosen und Oberteile anprobieren, im Sportgeschäft gegenüber dem Hotel. Doch jetzt bin ich optimal ausgerüstet und für alles, was einem auf einer Wandertour so zustoßen kann, gewappnet: Ich trage lange Hosen, die man bei Hitze unterhalb des Knies abzippen kann, ein Shirt, das laut Verkäuferin auch nach stundenlangem Schwitzen nicht stinkt, und einen kleinen, modischen Rucksack, in dem Blasenpflaster, Sunblocker und mein Schminkzeug stecken. Perfekt.

Fehlt nur noch der Alm-Öhi.

Der auch um drei nach elf noch nicht da ist.

Und auch nicht um fünf nach elf.

"Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht mit der Zeit vertan haben?", frage ich Ermelinda zweifelnd.

"Ja, sowieso", antwortet sie fröhlich, und ich sehe Helene in Gedanken die Augen verdrehen. Dialekte und alles, was sie mit sich bringen - vor allem Grammatikfehler und die eigenwillige Verwendung bestimmter Ausdrücke - sind ihr ein Graus. Ich finde Dialekte eigentlich ganz nett, aber das würde ich vor Helene niemals zugeben.

"Da ist er doch schon, der Samuel", fügt Ermelinda hinzu.

Erleichtert folge ich ihrem Blick.

Doch meine Freude fällt schlagartig in sich zusammen, als ich sehe, um wen es sich bei meinem Alm-Öhi handelt.

Es ist der überhebliche Typ von gestern.

Der mit dem geschmacklosen lila Funktionsshirt.

Der, der mich ausgelacht hat.

Heute ist er zur Abwechslung in Orange gewandet - was kaum besser ist -, doch er trägt genau die gleiche schwarze Mütze und denselben spöttischen Gesichtsausdruck wie gestern. Innerhalb von Sekunden checke ich gedanklich meine Optionen: Ich kann a) mich weigern, mit jemandem in die Berge zu gehen, der sich nach kaum fünf Minuten Bekanntschaft bereits über mich lustig gemacht hat. Damit würde ich mich allerdings wenig souverän zeigen. Oder ich kann b) mich darauf besinnen, dass der Kerl lediglich dazu da ist, mich sicher auf irgendwelche Gipfel zu bringen. Ob nun er vor mir herläuft oder jemand anderes, kann mir im Grunde genommen gleichgültig sein. So farbenfroh, wie der Typ angezogen ist, verliere ich ihn wenigstens nicht aus den Augen.

Ich entscheide mich also für b) und sage mit einem ironischen Lächeln: "Na, wenn das keine Überraschung ist. Nun dürfen Sie also einem Nordsee-Fan Ihre wunderschöne Bergwel

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