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Fahr zur Hölle, Schatz! von Kanitz, Brigitte (eBook)

  • Erschienen: 18.05.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Fahr zur Hölle, Schatz!

Rette sich, wer kann!
Geh zum Teufel, denkt sich Svea, als ihr schusseliger Nachbar ihre Wohnung überflutet und sie gezwungen ist, wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Zu allem Überfluss wird Svea auch noch von ihrem Freund verlassen - weil sie ihm zu langweilig ist. Hätte der mal geahnt, was für aufregende Zeiten Svea bevorstehen! Denn zu Hause erwarten sie Papa Klaas, der eine Geliebte hat, Mama Rieke mit reichlich Prosecco und Oma Lina auf Männerfang. Als Svea über ein altes Buch stolpert, naht Rettung. Denn plötzlich wird alles wahr, was sie sich wünscht - und das Chaos nimmt seinen Lauf ...

Brigitte Kanitz hat nach ihrem Abitur in Hamburg viele Jahre in Uelzen und Lüneburg als Lokalredakteurin gearbeitet. Die Heide und ihre Menschen hat sie dabei von Grund auf kennen- und lieben gelernt. Sie tanzte auf Schützenfesten und erlebte ihre erste große Liebe mit einem waschechten Hedjer. Das eine oder andere Herz hat sie auch gebrochen, aber das ist wirklich schon sehr lange her. Inzwischen lebt und schreibt sie in Italien.

Produktinformationen

    Größe: 786kBytes
    Reihe (Teil): Blanvalet Taschenbuch Nr.5
    Herausgeber: Blanvalet
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 320
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641158231
    Erschienen: 18.05.2015
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Fahr zur Hölle, Schatz!

1. Oma Lina weiß Rat

Nicht der schon wieder! Still blieb ich im Treppenhaus stehen und wünschte mir ganz fest, der Typ würde zurück in seine Wohnung gehen. Er wohnte direkt über mir, und - na ja - er war mir ein bisschen unheimlich. Ich bin kein furchtsamer Mensch, aber dieser Alexander König hatte etwas an sich, das mir regelmäßig einen eisigen Schauder über den Rücken jagte. Wenn ich nicht so genau hinschaute, konnte ich ihn für einen normalen Mann halten. Aber sobald meine Augen versuchten, ihn zu fixieren, verschwamm seine Erscheinung zu einer Art durchsichtigem Nebel. So als sei er nicht real. Alles an ihm war farblos und diffus.

Kurz überlegte ich, die Hände zu falten und dem lieben Gott ein Gebet in den Himmel zu schicken. Aber der hatte Wichtigeres zu tun und hörte bestimmt nicht auf eine einzelne junge Frau unter Milliarden. Also hielt ich bloß den Atem an und horchte auf die schlurfenden Schritte, die jetzt ein paar Stufen der alten Holztreppe zum Knarzen brachten.

Mist! Er kam näher.

Ich war zwar schon im Parterre angekommen, aber der Flur bis zum Eingang war gute zwanzig Meter lang. Und um das schwere Portal aufzuziehen, brauchte ich mindestens zwei Minuten.

Oder drei.

Bis dahin würde mich mein Nachbar erreicht haben. Und mich aus diesen mittagshellen, praktisch farblosen Augen anstarren.

Echt gruselig.

Und albern. Alexander war doch bloß ein einsamer Typ, der vielleicht Lust auf ein Schwätzchen hatte. Genau. Ein unscheinbarer, geradezu durchscheinender Mann. Einer, der nie normal sprach, sondern einen merkwürdigen Flüsterton anschlug. Einer, der niemals lächelte und dessen Gesicht auf mich starr wie eine Totenmaske wirkte.

Boah!

Nichts wie weg hier!

Mir blieb nur noch ein Fluchtweg. Ich musste durch die Hintertür ins Antiquariat schlüpfen und dann raus auf die Straße laufen. Die Tür befand sich direkt neben mir, und ich wusste, dass sie nie abgeschlossen war. Außer mir und Alexander König wohnte niemand in diesem schmalen Altbau, und er selbst war der Besitzer des Antiquariats.

Mir vertraute er, und es schien ihm nie aufzufallen, dass ich ihn nicht besonders mochte. Ich stöberte gern mal in seinem Laden nach alten Schätzen. Zu meinem eigenen Erstaunen war meine Schwäche für Raritäten stärker als meine Abneigung gegen Alexander König. Na ja, in gewissem Sinne war er selbst auch eine Rarität. Irgendwie nicht von dieser Welt, und so fochten in meinem Inneren oft Faszination und Widerwille einen Kampf aus. Meistens gewann der Widerwille. Wie an diesem Morgen. Mich hielt Alexander übrigens für einen grundehrlichen Menschen, der niemals etwas stehlen würde. Mir war nicht klar, ob das ein so tolles Kompliment sein sollte, und als er mir vor ein paar Wochen mit seiner rauen tonlosen Stimme diese Meinung über mich mitgeteilt hatte, musste ich an die Geisterkassetten aus meiner Kindheit denken. Die hatten sich ganz ähnlich angehört. Nach Alexanders kurzer Rede sah ich mal wieder zu, dass ich von ihm wegkam. Genau das war mein Dilemma mit dem Antiquariat. Ich hielt mich gern dort auf, wollte aber dem Mann aus dem Weg gehen. Kein leichtes Unterfangen in so einem kleinen und vollgestellten Geschäft, das schon mit zwei Leuten darin überfüllt wirkte. Zum Glück war der Mann meistens so gut wie unsichtbar.

Ich streckte die Hand aus und machte einen halben Schritt zur Seite. Dann glitt ich durch die Tür in den lichtlosen Raum. Einen Moment blieb ich lauschend stehen, atmete leise ein und aus und fragte mich wieder einmal, warum ich bloß in dieses Haus gezogen war. Ich hätte auch eine bequeme moderne Wohnung in den Außenbezirken der Stadt haben können. Zwei helle Zimmer, traumhaft schönes Bad, Küche mit allen Schikanen. Bloß - irgendwie seelenlos, hatte ich entschieden, als ich letztes Jahr endlich von zu Hause ausziehen wollte. Bis dahin war mein Leben eher vorläufig gewesen. Vorläufig wohnte ich bei meinen Eltern, vorläu

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