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Falling into you Roman von Niederstraßer, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.01.2020
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Falling into you

Was tust du, wenn dir das Wichtigste im Leben genommen wurde? Was, wenn du es wiederhaben könntest? Und was, wenn du damit alles andere, was du liebst, zerstörst?
Mira hatte immer einen Traum: professionell Basketball spielen. Ihre Familie hat diesen Traum stets mitgeträumt. Doch dann hat er alles zerstört: ihre Familie, ihre Liebe zum Spiel, ihre Freundschaft zu Samuel. Deswegen hat Mira ihre größte Leidenschaft aufgegeben, zum Wohle aller anderen. Aber plötzlich steht Samuel mit seinen tiefbraunen Augen wieder vor ihr. Auch er hat den Sport, den sie beide lieben, aufgeben müssen. Auch ihn hat es an den Rand eines Abgrunds gebracht. Gefühle, die Mira nie erwartet hätte, erwachen plötzlich in ihr. Es scheint Schicksal, dass die beiden sich nun wiedersehen. Denn sie merken bald: Nur wer seine Vergangenheit hinter sich lässt, kann seine eigene Zukunft schreiben. Und manchmal geht das einfach besser zu zweit. Julia Niederstraßer wurde 1992 in Norddeutschland geboren und studiert in Kiel momentan Deutsch und Philosophie. Zuvor hat sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation abgeschlossen. Sie sitzt aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl und liebt es daher die Charaktere ihrer Texte die Dinge erleben zu lassen, die sie selber nicht machen kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 06.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958184879
    Verlag: Forever
    Größe: 2580 kBytes
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Falling into you

Kapitel 1

"Starrst du schon wieder in der Gegend rum, Mira? Das tut dir nicht gut, komm rein, und hilf mir beim Tischdecken", mahnt die helle Stimme meiner Mom durch das Küchenfenster.

"Bin gleich da", gebe ich zurück und rühre mich nicht. Obwohl unser Garten mit den vier Hängematten, den sechs mächtigen Rosskastanien, einem kleinen Pool und einer Sitzgarnitur aus Korbgeflecht sehr gemütlich ist, dient er eher als Mini-Basketballplatz. Sowohl von den Hängematten, die an den Bäumen befestigt sind, als auch von den Sitzen aus kann der Korb beobachtet werden. Eine Tribüne, auf der ich mit den Beinen über dem Korbgeflecht der Armlehne sitze. So oft, wie ich meinen Gliedern in letzter Zeit die Blutzufuhr abkappe, feiern sie garantiert jede bewegliche Minute. Vielleicht pflichten sie meiner Mom sogar bei und würden schnellstmöglich in die Küche fliehen, weg von den fünfundvierzig Minuten auf der Gartengarnitur, die ein Muster in die Haut quetscht.

Aber sie können nicht, weil ich nicht kann. Denn während immer weniger Blut durch meine Beine fließt, klebt mein Blick nach wie vor an dem Basketballkorb. Es macht zu viel mit mir. Obwohl ich schon etliche Minuten daraufstarre, vergeht das Gefühl nicht. Es bleibt, als gehe es gar nicht anders.

Bei dem Anblick legt sich ein Schatten über mein hüpfendes Herz. Eine kleine Verdunklung, die kaum Platz einnimmt und doch so präsent ist. Eigentlich wäre ich gerade beim Training, würde in der Mädchen-Schulmannschaft mein Bestes geben und jede Sekunde davon genießen.

Ich fühle das Leder des Basketballs, höre die kanonenartigen Befehle unseres Coach und bilde mir ein, den Ball im Korb zu versenken. Eine Sekunde kann ich die Illusion aufrechterhalten.

Eine volle Sekunde, in der ich glücklich bin. Sie reicht nur nicht aus, um mich vergessen zu lassen, dass es schon lange nicht mehr so ist. Der Schatten auf meinem Herzen lässt mich nicht los, zeigt Vergangenes, das mich immer begleitet.

Ich vermisse die Stunden, die an mir vorbeigerauscht sind, weil ich einzig und allein Basketball im Kopf hatte. Ich möchte wieder wissen, wie es ist, zu spielen, ohne dass der Trainer, Dad oder Grandma meckernd am Rand stehen. Ich bin gespannt darauf, mit meiner Schwester, die endlich alt genug ist für die Highschool, im selben Team zu sein. Aber nichts davon trifft ein, denn ich bin nicht dort, sondern hier in unserem Garten und warte darauf, dass meine Schwester von genau diesem Training zurückkehrt.

Haben Schatten verschiedene Farbtöne? Je länger ich auf das Netz des Korbes starre, bin ich davon überzeugt: Mein Schatten trägt unterschiedliche Nuancen der Dunkelheit mit sich herum. Je düsterer die Gedanken, je mehr ich mir bewusst mache, was ich verpasse, desto dunkler wird der Schatten.

Das Metallnetz klirrt im Wind, viel leiser als bei einem Basketball, der hindurchfällt. Meine Schwester kann mit dem Leistungsdruck umgehen, anders als ich. Vinnie wird noch konzentrierter, ich raste aus. Mehr als ein Jahr ist es her, und trotzdem geht es mir nicht gut.

Der Atem entweicht zischend meinen Lippen, wie immer hoffe ich, dass das Geräusch lauter ist als meine Gedanken. Es ist eine Sache, den Schatten zuzulassen, sich einzugestehen, was man verpasst. Eine ganz andere ist es allerdings, die Erinnerungen freizugeben. Doch meistens ist der Schatten nicht allein und das Zischen nicht laut genug. Dann flackert auf, weshalb ich den Basketball aufgegeben habe. So lange, bis ich die Gedanken, die Erinnerungen wegschieben kann. Trotzdem bleibt jeden Tag der besorgte Tonfall meiner Mom, sobald sie mich in der Nähe eines Basketballs sieht. Oder der warnende Blick meiner Schwester und der kurze Besuch von Dad, der nur noch Gast in seinem eigenen Haus ist. Schweigt also mein Kopf, übernimmt meine Familie den Job der Erinnerung, und nachts sorgt der ständig wiederkehrende Vogel-Albtraum dafür.

Und sie alle haben jedes Recht der Welt, mich niemals v

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