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Falsche Annahme Kriminalroman von Amelung, Renate (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Falsche Annahme

Wieder wurde in Düsseldorf ein Mädchen tot aufgefunden, das dritte Mädchen und es gibt keine Indizien, die auf Zusammenhänge deuten, wenn man vom Alter absieht, und es ist nicht das letzte Mädchen im pubertierendem Alter das gefunden wird. Ein bekannter Psychologe, Elias Emilan soll das Ermittlerteam bei der Such dem Täter unterstützen. Die Kommissarin und ihr Team sind nicht erfreut über diese Entwicklung. Aus Argwohn wird Annäherung, aber auch Verachtung und es kristallisiert sich ein schwerwiegender Verdacht gegen den Psychologen heraus. Ein Verdacht den das Team auch wieder verwirft um ihn abermals aus der Schublade zu holen. Das Ermittlerteam ist uneins, außer in einem Punkt: Der Emilian ist selbst ein Durchgedrehter Typ Das ist er wirklich, denn sein Wissen transportiert er nicht gerne. Exzentrisch wie er ist taucht er. Geboren direkt an der Hungerharke in Berlin und verzogen ins Rheinland. Ausbildung im Handwerk mit Meisterprüfung. Jedoch das Schreiben war immer wichtiger. Aus Tagebüchern waren schon längst ausführliche Reiseberichte geworden. Fasziniert von Ruinen, vergessenen Kanälen, Weinbergen und die Charaktere der Menschen schreib sie Kinderbücher fernab von Pferderomantik, es folgten Romane und sie kam durch Zufall zum ersten Krimi, der in den Sevennen handelte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 230
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738075502
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 806 kBytes
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Falsche Annahme

2

Elisa betritt den Frisiersalon als einer der letzten Kunden am Samstag. Es ist ein schwerer Gang. Sein ganzes Leben trug er das Haar lang, nun muss der Zopf ab. Für Christine wird er ihn opfern, besser für alle Christinen die er je trifft und ihn interessieren. Der Schnitt mit der Schere ist der Schnitt durch sein Leben.

Seine glücklose Kindheit machte ihn zu dem was er ist. Ruhelos auf der Suche nach einer besseren Welt, immer mit Rat und Tat zur Seite. Der sich auf die Maxime gesetzt hat jedem Kind eine Zukunft zu geben, zurückzugeben. Im eigenen Überlebenskampf hat er gelernt zu überleben, ein feines Ohr, Gespür dafür zu entwickeln was in anderen Menschen vorgeht und so Katastrophen zu erahnen.

Die Tür klimpert nervig in das Schloss. Binnen Sekunden, die ihm wie eine Ewigkeit vorkommen und Raum zur Flucht lassen, rauscht ein Farbkasten auf zwei Beinen um den mit Duftwässerchen gefüllten Raumteiler.

"Waschen, Föhnen, Legen?", fragt die junge Dame.

Sie wird wissen was zu tun ist. Er nickt ergeben. Mühelos bugsiert sie seine verstimmten 88 Kilogramm bei 1-Meter-88 auf einen der Marterstühle. Hebelt ihn unsentimental in den Abgrund. Sie fasst in seine Mähne, streift sie nach hinten, ihr Griff prüfend.

"Ganz nett", sagt sie, "ein schöner Fasson Schnitt, wo arbeiten Sie? Ich mein darf es etwas Modernes sein?"

"Nein!", sagt Elisa energisch.

"Dann zeige ich Ihnen etwas." Geschwind wirbelt sie mitschwingenden Hüften, unter dem kurzen Rock davon und lässt ihn allein mit seinem Spiegelbild. Sie kommt auf den Absätzen zurück geklappert. Das Musterbuch landet auf seinem Schoß. Traummänner lächeln ihn an. Nein! Nie wird er so wie diese Sonnyboys lächeln.

"Sind Sie neu in der Gegend?"

"Nein, ich bin der Typ den ihr nicht mögt!"




"Der mit dem Renault." Elisa weiß wie unbeliebt er mit dem alten, stinkenden Sportwagen ist, wenn er spät in der Nacht nach Hause fährt und sein röhrender Auspuff die Bauern in Hamm aus dem Schlaf reißt. Kappes-Hamm nicht zu verwechseln mit der Stadt in Westfalen, sondern ein Stadtteil von Düsseldorf. Eingeschlossen von der Südbrücke, die lange die südlichste Möglichkeit der Rhein-Querung nach Neuss darstellte und von der Eisenbahnbrücke im Norden. Den Westen begrenzt der Rhein mit einem Hochwasserdeich auf dem sich vier Wassersportvereine etabliert haben. Den Osten verbindet die Straßenbahn-Linie 708, mit der Endstation, wie an einem Faden mit der Stadt. Bis Ende der sechziger Jahre lebte man hier wie in einem Dorf mit Ackerbau, denn die Natur ließ einst einen Klecks fruchtbare Erde aus der Kölner Bucht hier fallen. Im innersten seines Herzens war jeder Einwohner in dieser Enklave ein Hammer und kein Düsseldorfer, selbst der Dialekt trennte die Menschen. Hier übersetzt man nicht alle Tassen im Schrank mit 'ne Äz am rollen. Sie hießen Schmitz, Knell, Esser, Leuchten, Röckrath und, und, und es schien als bliebe es so. Bis der erste Gemüsebauer ein Mietshaus errichtete. Bald erkannten auch andere, dass Mietbücher bequemer sind als Feldarbeit und der Bau-Boom hielt Einzug in die Idylle, so blieben nur wenige Höfe erhalten.

Warum die Friseuse wenig später ein ansehnliches Trinkgeld von Elisa bekommt wird ihr ein Rätsel sein, aber sie hofft er kommt wieder und sie steigt eines Tages mit in den blauen Zweisitzer.

Elisa schnappt nach Luft als er wieder auf dem Bleek, dem Marktplatz der früher als Bleichplatz diente, draußen vor dem Salon steht.

Bei leichtem Nieselregen tritt er zu Fuß den Heimweg an, biegt um die Ecke zur hohlen Gasse 'Auf den Kampen', erleidet knapp einen Herzstillstand der in Herzjagen umschlägt. Christine! Es kann nur Christine sein die auf den Stufen vor seiner

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