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Falsche Küsse - wahre Liebe? Digital Edition von Rimmer, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Falsche Küsse - wahre Liebe?

Darf Firmenchef Justin Caldwell die bezaubernde Kate wirklich nur bei der jährlichen Theateraufführung küssen? Seine Leidenschaft ist nämlich nicht nur gespielt - was seinen eigentlichen Plan vollkommen durcheinander bringt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 29.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733743819
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1291 kBytes
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Falsche Küsse - wahre Liebe?

1. KAPITEL

"Braut auf Bestellung", murmelte Katie Fenton vor sich hin. "Was ist denen da bloß eingefallen?"

Am ersten Samstag nach Neujahr wurde in Thunder Canyon traditionell ein Fest gefeiert. Im Festsaal des Rathauses waren hübsch geschmückte Stände aufgebaut, die Speisen sowie Kunsthandwerk und Waren verkauften, die hier in der Gegend produziert wurden. Dazu gab's ein üppiges Kuchenbüfett, einen Wettbewerb um den schönsten Quilt und am Abend Tanz bis in die Nacht hinein.

Auch in diesem Jahr ließ die Gesellschaft für Traditionspflege einige historische Szenen nachstellen. Am Vormittag hatten sie die Legende vom großen Thunder Bird gespielt, dem mythischen Donnervogel, der jeden Frühling Menschengestalt annahm und sich auf geheiligtem Boden mit seiner sterblichen Gefährtin paarte. Die Indianer von Montana glaubten, dass durch diese Vereinigung der Frühlingsregen entstand, der die Natur zum Erblühen brachte.

Um vierzehn Uhr war es um den Goldrausch von 1862 am Grasshopper Creek gegangen. Golden angestrichene Steine in der Größe eines Baseballs hatten die Nuggets dargestellt.

Jetzt war es halb fünf, Zeit für die "Braut auf Bestellung", dargestellt von Katie. Sie kam mit dem Zug an und sollte einen Mann heiraten, den sie nie zuvor gesehen hatte.

Katie stand gebückt hinter der Kulisse auf der kleinen Bühne. Aufrichten durfte sie sich nicht, sonst hätte man sie über die dünne Sperrholzwand, auf der eine Dampflokomotive und ein roter Wagen aufgemalt waren, gesehen.

Sie fühlte sich elend. Nichts hasste sie so sehr, wie Aufmerksamkeit zu erregen. Sie warf einen Blick durch ein Loch in der Kulissenwand. Auf ein Stichwort hin sollte sie die Zugtür öffnen und ihren Bräutigam kennenlernen.

Draußen heulte der Wind. Laut Wetterbericht sollten zwar nur einige Schneeflocken fallen, doch die meisten Besucher des Festes waren auf Nummer sicher gegangen und hatten das Rathaus während der letzten halben Stunde verlassen, um rechtzeitig vor dem Schnee zu Hause zu sein.

Wie gerne hätte Katie sich ihnen angeschlossen! Doch leider warteten immer noch genug Leute auf die "Braut auf Bestellung", die meisten davon bereits ordentlich angetrunken, denn an einem der Stände wurde Freibier ausgeschenkt.

Jemand stieß einen schrillen Pfiff aus, einige Männer trampelten ungeduldig mit den Füßen.

"Los, wo bleibt die Braut?"

"Macht weiter! Wir wollen die Braut!"

"Die Braut! Die Braut! Wir wollen die Braut!"

Katie warf einen verzweifelten Blick zu der reizenden Emelda Ross, einem Mitglied der Gesellschaft für Traditionspflege. Die alte Dame stand seitlich der Bühne neben einem alten Tonbandgerät.

"Die Braut, die Braut!"

Katie nickte Emelda zaghaft zu, die daraufhin das Tonband einschaltete. Zwei laute Pfiffe einer Dampflok ertönten - das Stichwort. Katie holte tief Atem, raffte den Wollrock, der im Stil des neunzehnten Jahrhunderts geschneidert war, rückte das Häubchen zurecht und öffnete die Tür der Kulisse.

Die Biertrinker jubelten, johlten und trampelten.

"Die Bibliothekarin!", schrie einer. "Hey, die Bibliothekarin ist die Braut auf Bestellung!"

Ein anderer pfiff auf zwei Fingern. "Hey, Katie! Willkommen in Thunder Canyon!"

"Wir lieben dich, Katie!"

"Wenn dich dein Bräutigam versetzt, nehme ich dich, Katie!"

Wie schön!

Katie trat hinaus, achtete darauf, die Sperrholzwand nicht umzuwerfen, und strich mit zitternden Händen über den Rock. Warum hatte sie sich bloß darauf eingelassen? Mühsam rang sie sich ein Lächeln ab und winkte den Biertrinkern zu, die prompt noch lauter klatschten, johlten und stampften. Der Anblick der etwa siebzig grinsenden und eindeutig nicht mehr nüchternen Männer verstärkte in ihr den Wunsch, möglichst weit weg zu sein.

Das alles war die Schuld von Ben Saunders. Der Geschichtslehrer der Highschool hatte die Szene mit der Braut auf Bestellung vorgeschlagen, und

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