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Familie ist was Wunderbares Roman von Schoenle, Annemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.12.2013
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Familie ist was Wunderbares

"Haben Sie auch Familie?", fragte er. - "Jeder Mensch hat Familie", sagte ich schicksalsergeben. Sie besitzt ihre eigene Buchhandlung, hat einen charmanten Lebensgefährten an ihrer Seite und ihre Tochter ist schon aus dem Haus. Christine ist Mitte fünfzig und hat eigentlich keinen Grund zur Klage - wäre da nicht noch ein anhänglicher Ex-Ehemann, ein pflegebedürftiger Vater und ein Enkelkind, das mitversorgt werden will. Christine aber managet ihr Leben und das ihrer Lieben meisterhaft. Als jedoch ein Konzern ihr Geschäft zu übernehmen droht und ihr Ex-Mann plötzlich mit seinem neun Monate alten Baby vor der Tür steht, gerät selbst Christine ins Schlingern. Wann hat sie eigentlich zum letzten Mal an sich selbst gedacht? Ein turbulenter Roman, in dem sich jeder wiederfindet, der Familie hat. Jetzt als eBook: 'Familie ist was Wunderbares' von Annemarie Schoenle. dotbooks - der eBook-Verlag.

Die Romane Annemarie Schoenles werden millionenfach gelesen, zudem ist sie eine der begehrtesten Drehbuchautorinnen Deutschlands (u. a. Grimme-Preis). Sie ist Mutter einer erwachsenen Tochter und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von München. Bei dotbooks erschienen bereits Annemarie Schoenles Romane 'Frauen lügen besser', 'Frühstück zu viert', 'Verdammt, er liebt mich', 'Nur eine kleine Affäre', 'Du gehörst mir', 'Eine ungehorsame Frau', 'Ringelblume sucht Löwenzahn' und 'Ich habe nein gesagt' sowie die Erzählbände 'Der Teufel steckt im Stöckelschuh', 'Die Rache kommt im Minirock', 'Die Luft ist wie Champagner' und 'Das Leben ist ein Blumenstrauß'. Die Website der Autorin: www.annemarieschoenle.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 30.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955204518
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 920kBytes
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Familie ist was Wunderbares

2.

Am nächsten Morgen fand ich nicht aus dem Bett, obwohl sich ein strahlend blauer Himmel über der Stadt spannte. Vielleicht deswegen. Perfektion macht mich misstrauisch. Außerdem hatte ich Kreuzschmerzen, laut meiner Apothekenzeitschrift der Beginn bröckelnder Knochensubstanz und unaufhaltsamer Vergreisung. Die Zeit war einfach vorbei, da jeder Tag wie eine Verheißung vor einem liegt, da man ungeniert sein nabelfreies Top mit den Spaghettiträgern aus dem Schrank zieht, in seine Jeans hüpft und weiß, dass man so oder so zum Anbeißen aussieht. In meinem Alter bedurfte schon die morgendliche Routine genauer Überlegung, unendliche Geduld mit sich selbst war angesagt. Ein wenig Bodengymnastik – hatte der Orthopäde, der wohl auch die Apothekenzeitschrift liest, empfohlen, da sich angeblich die Lendenwirbel im Laufe der Jahre beängstigend nähern, die Bauchmuskulatur schlaff wird und der Rücken in sich zusammenfällt wie ein Baiser, das man zu früh aus dem Herd nimmt. Wechselduschen, Feuchtigkeit spendende Körperlotion, das Hormongel, eine kleine Gesichtsmaske, ein deprimierender Schritt auf die Waage, frühstücken, Maske abwaschen, ankleiden und das nachtgraue Antlitz mit der nötigen altersgerechten Ausdauer schminken. Auch wenn meine Mitmenschen beteuern, dass ich immer noch eine gutaussehende Frau bin, schleicht sich doch leises Bedauern ein, wenn ich an der Fotowand im Flur vorbeigehe, die Anja mir vor ein paar Jahren gebastelt hat, mit Bildern aller Familienangehörigen. Das Foto dort oben: ich? Gertenschlank, faltenloses Gesicht und daneben Ulrich, volles Haar, straffes Kinn? Ich amüsiere mich immer köstlich, wenn man mir in Magazinen und Filmen weismachen will, dass das Alter einer Frau keine Rolle mehr spiele. Falsch, ganz falsch. Richtig ist vielmehr, dass unser Selbstbewusstsein gestiegen ist und wir uns auch jenseits der fünfzig attraktiver fühlen, als unsere Mütter das getan hatten. Wir färben uns die Haare, wir benutzen Puder und Rouge, wir gehen ins Fitnessstudio, wir tragen modische Kleidung, wir scheuen uns nicht, allein in Urlaub zu fahren, riskieren Seitensprünge und One-Night-Stands. Wie schön für uns! Aber, Hand aufs Herz – wie gut wir auch aussehen mögen, es bleibt eine Tatsache, dass keine jungen Männer mehr wie angewurzelt stehen bleiben, wenn wir an ihnen vorübergehen. Und der Kellner ist zu uns nicht deshalb so charmant, weil er fieberhaft überlegt, wie er uns in sein Bett kriegen könnte, sondern weil wir mit lässiger Eleganz ein Designerkostüm tragen und ebendieses ein stattliches Trinkgeld erwarten lässt.

Vielleicht ein bisschen zynisch, und Ausnahmen sind natürlich möglich, aber mal ganz ehrlich – was sollte ich auch mit einem milchjungen Mann? Ich habe es lieber mit Männern meiner Generation zu tun, die sich ihr "Werde, was du bist" bereits erkämpft haben. Und wieviel Selbstbewusstsein muss man wohl besitzen, seinen wohlgepflegten, aber dennoch älteren Körper einem jungen Liebhaber zu präsentieren? Natürlich ergeht es Männern nicht anders, sie behandeln nur das Problem auf andere Weise. Fernsehmacher beispielsweise bestücken ungeheuer fette, schlecht verdienende ältere Kommissare mit attraktiven, schlanken jungen Freundinnen in der Hoffnung, der Abglanz der Jugend möge diese Herren weniger schmuddelig erscheinen lassen und uns das Gehirn vernebeln. Also wirklich, Jungs, für wie blöd haltet ihr uns eigentlich? Diese Menschen müssten eine sehr dicke Brieftasche ihr Eigen nennen, um noch irgendein halbwegs annehmbares weibliches Wesen an Land zu ziehen, aber welcher kleine Kommissar verfügt schon über eine dicke Brieftasche? Man stelle sich vor: Eine fette alte Kommissarin sc

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