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Familie und andere Trostpreise Roman von McDonagh, Martine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Familie und andere Trostpreise

Sonny hat eine Menge Neurosen, und es erscheint ihm völlig normal, die Flucht zu ergreifen, wenn Menschen in seiner Gegenwart diese seltsamen Knutsch- und Sauge-Geräusche mit ihren Mündern machen. Und dann ist da noch seine Umschlagophobie, die Riesenangst vor Briefumschlägen! Leider erbt Sonny an seinem 21. Geburtstag nicht nur ein Vermögen, sondern bekommt auch fünf geheimnisvolle Briefe. Nur sie können ihm helfen, endlich mehr über sich und seine merkwürdige Familie herauszufinden. Doch wie soll er anfangen, wenn er sich noch nicht einmal traut, die Umschläge zu öffnen?

'Urkomisch und herzzereißend!' ok-magazin.de

'Höchst unterhaltsam und damit ideal für den Sommerurlaub!' Laviva

'Die perfekte Urlaubslektüre für Strand, Park oder Balkonien.' idee-fuer-mich.de

'Ich habe es geliebt, diesen verrückten Helden auf seinem Trip zu begleiten. Und McDonaghs Beschreibung des Gurus trifft genau den Nerv der Zeit, jetzt wo ein Narzisst im Weißen Haus sitzt.'
Goodreads Leserstimme/ Bookish Beck Blog

'Eine klassische Coming of Age-Geschichte über Identität, Abhängigkeit, Narzissmus und Neurotik.'
Big Issue

'Hoffnungsvoll und unterhaltsam.'
Elizabeth Enfield, Autorin von 'Ivy und Abe'

Martine McDonagh arbeitete lange Zeit als Bandmanagerin und Lektorin, bevor sie Autorin wurde. Hauptberuflich unterrichtet sie Kreatives Schreiben an einem College in Sussex, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677608
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: Narcissism for Beginners
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Familie und andere Trostpreise

MEIN MAKING-OF

Als ich einundzwanzig wurde, veränderte sich, was mich betraf, nicht viel, zumindest nicht in physischer Hinsicht. Ich bin nicht größer geworden. Ich bin nicht dicker geworden. Zwick mich ruhig mal, Du wirst kein zusätzliches Gramm Fleisch auf diesen Knochen finden. Selbst wenn wir die einzigen Überlebenden in dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs wären, würdest Du mich nicht zum Abendessen verspeisen wollen.

Aber trotzdem ist nichts mehr so, wie es war. Mein Name ist länger geworden, wenigstens offiziell, und mein Kontostand hat zugelegt - stark zugelegt. Ich habe jetzt einen britischen Bona-fide-Pass und weiß nicht mehr genau, wo ich eigentlich zu Hause bin.

Wer ich bin? Gute Frage. Erst war ich Sonny Anderson. Jetzt heiße ich von Amts wegen Sonny Anderson Agelaste-Bim, aber ich bleibe lieber erst mal bei Sonny Anderson. Dein Sohn. Ein einundzwanzigjähriger Ex-Drogenabhängiger und seit Neuestem Multimillionär. Sehr erfreut, Dich (nicht) kennenzulernen.

Vor fast genau einem Monat habe ich die magische Altersgrenze überschritten, ich bin jetzt einundzwanzig. Damals - denn es fühlt sich bereits an, als sei es eine verdammte Ewigkeit her - war Redondo Beach in Südkalifornien, auch RB/SoCal genannt, mein Zuhause, wo ich, wie Du ja schon weißt, seit meinem elften Lebensjahr unter der Vormundschaft eines Thomas Hardiker gelebt habe. Bei dem englischen Wort für Vormund, guardian , das auch Wächter bedeuten kann, muss ich immer an diese Wachposten vor den Toren des Buckingham-Palasts denken, wie sie unter dem Gewicht ihrer großen Bärenfellmützen hervor ins Leere starren. Sie halten die Realität außen vor und denken an Pizza oder Fußball, oder vielleicht messen sie auch die Zeit anhand des Sonnenstands. Wie auch immer. Möglicherweise tun sie das ja tatsächlich. Von außen betrachtet sehen sie wie Männer aus, die versuchen, eine ganz Welt voller Mist fernzuhalten, indem sie einfach stillstehen. Und das ist gar keine so leichte Aufgabe, oder? Tja, diese Aufgabe hat Thomas auf sich genommen, als er die Verantwortung für mich übernahm. Du solltest ihm dafür dankbar sein.

In der Schule wusste niemand, dass Thomas nicht mein Dad ist. Wahrscheinlich ist es einfach niemandem eingefallen zu fragen, obwohl wir ein Erwachsener und ein Junge mit ganz unterschiedlichen Namen waren, die zusammen unter einem Dach lebten. Hätten sie gefragt, dann hätte ich, um das Rätsel aufrechtzuerhalten und um es kurz zu machen, wahrscheinlich gesagt, dass Anderson der Nachname meiner Mutter ist, was ja auch der Wahrheit entspricht, nicht wahr? Wenn sie dann direkt nach Dir gefragt hätten und warum Du nicht da bist - was sie natürlich nie getan haben -, hätte ich ihnen aufgetischt, dass Du schon gestorben wärst, als ich noch klein war. Ich hielt das für eine prima Methode, um jedes Gespräch im Keim zu ersticken. So lange, bis meine Freundin am College, dem USC - nennen wir sie Anna -, ständig alles wissen wollte, über alles Mögliche, das ich selbst nicht einmal wusste. Ich musste mit ihr Schluss machen, damit sie mit der Fragerei aufhörte.

Mein Einundzwanzigster wurde natürlich keine dieser üblichen Sauftouren, bei denen man in einer Limousine von Kneipe zu Kneipe zieht und feierlich seine falschen Ausweise, mit denen man bisher seine Volljährigkeit "nachgewiesen" hatte, verbrennt. So einen Blödsinn habe ich vor langer Zeit mal mitgemacht, aber inzwischen halte ich mich aus so was heraus. Auf die Mehrheit meiner Mitschüler am College trifft das allerdings nicht zu. In der Abschlussklasse an der University of Southern California (USC) wurde einer nach dem anderen einundzwanzig, und das Jahr war eine einzige, nicht enden wollende Geburtstagsparty, gesponsert von den ( Nichtzutreffendes bitte streichen) schuldbewussten, nostalgischen, allzu nachsichtigen Eltern derjenigen, die sich für meinesgleichen hielten.

In einem

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