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Federschnee Roman von Maaß, Siegfried (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.08.2016
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Federschnee

Glückliche Jahre der Kindheit verbringt das Zwillingspaar Sebastian und Mathias gemeinsam mit Leonie, die anfangs der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu ihnen in die Siedlung am Rande einer ostdeutschen Kleinstadt zieht. Ihre Freundschaft soll ein Leben lang Bestand haben. Doch je älter die Brüder werden, desto deutlicher spüren sie, dass sich ihr Verhältnis zu dem jungen Mädchen verändert hat. Die bisher gesicherte Zusammengehörigkeit der Zwillinge erhält einen tiefen Riss, nachdem Leonie eine Entscheidung, trifft, die ebenfalls ein Leben lang Bestand haben soll. Geboren am 06.10. 1936 in Magdeburg, Schulbesuch in Staßfurt. Vermessungstechniker in Bergbau und Kataster. 1960 - 1964 Literaturinstitut Leipzig. Schauspieldramaturg. Freier Schriftsteller seit 1971. Verheiratet. Zwei Kinder. Bibliografie Ich will einen Turm besteigen, Verlag Neues Leben, Berlin 1974; als E-book 2014 Ins Paradies kommt nie ein Karussell, Verlag Neues Leben, Berlin 1976; als E-book 2014 Lindenstraße 28, Verlag Neues Leben, Berlin 1982; als E-book 2012 Keine Flügel für Reggi, Verlag Neues Leben, Berlin 1984; als E-book 2012 Abschied von der Lindenstraße, Verlag Neues Leben, Berlin 1986; als E-book 2014 Vier Wochen eines Sommers, Verlag Neues Leben, Berlin 1989; als E-book 2014 Auch in der Ferne bist du nicht für mich verloren, BK-Verlag, Staßfurt 1994 Tango in der Düppler Mühle, Volksstimme, Magdeburg1998 Und hinter mir ein Loch aus Stille, dr.ziehten verlag, Oschersleben 2000 Zeit der Schneeschmelze, dr. ziehten verlag, Oschersleben 2001 Peggy Vollmilchschokolade, Projekte Verlag, Halle 2002 Der Handschuhbaum, Projekte Verlag, Halle 2003 Schulschreiber - Tagebuch, darin: der Mann im Haus bin ich, Projekte Verlag, Halle 2003 Sonntagspredigt oder Heimkehr auf die Insel, BK-Verlag, Staßfurt 2004 Adolfchen und der 'doofe' Arm, Projekte Verlag, Halle 2005; als E-book 2012 Sternie, Spinni und das Kleine Gespenst Kugelrund, dorise verlag, Burg 2006 Das Versteck im Wald, dorise verlag, Burg 2007 Das Haus an der Milchstraße, dorise verlag, Burg 2008 Nachtfahrten, dorise verlag, Burg 2009 Als unser Weihnachtsmann Urlaub machte, dorise verlag, Burg 2009 Im Schatten der Milchstraße, dorise verlag, Burg 2010 Tango in der Düppler Mühle, erw. Fassung, Block-Verlag, 2011 Knöpfchen und der Mann mit der Mütze, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2012 Federschnee, Verlag Schumacher-Gebler, Dresden 2013 Mäxchen und Pauline, EDITION digital, Pinnow 2015 Flaschendrehen, EDITION digital, Pinnow 2016 Das Glashaus, EDITION digital, Pinnow 2016 Beteiligung an 15 Anthologien, Herausgaben von 20 Anthologien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 16.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956556265
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 358 kBytes
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Federschnee

Mit Sebastian hatte ich mich einige Wochen vor beider Hochzeit noch einmal zu Mutters Geburtstag getroffen. Unsere Mutter hatte sich ebenso erstaunt gezeigt wie ich, weil Leonie lediglich eine Glückwunschkarte geschickt hatte, während sie sonst Reise und Kosten auf sich nahm, um mit uns an der Geburtstagstafel sitzen zu können. Von ihr selbst wusste ich, wie sehr ihr daran gelegen war, denn mit ihrer Mutter hatte sie nichts gemeinsam zu feiern und außerdem würde ihre Mutter sie nicht mehr erkennen. Das hatte sie vor einiger Zeit erlebt, nachdem sie zu ihr gefahren war. Aber bald musste ich begreifen, dass für ihr Fernbleiben ein Grund vorlag, der mir niemals eingefallen wäre: Sebastian hatte mich allein treffen wollen, weil er mir etwas mitzuteilen hatte, aus dem er Leonie heraushalten wollte. Zwischen Kaffeetrinken und Abendessen lotste er mich aus dem Haus. Angeblich gefiel es ihm plötzlich, mit mir noch einmal die Orte unserer Kindheit aufzusuchen: Den Sperlingsberg und den Teich und vor allem den alten Steinbruch, unseren Canyon. Geschickt richtete er es ein, an unsere abenteuerlichen Unternehmungen zu erinnern und an die Zeit, in der Leonie bereits bei ihrer Großmutter in unserer Siedlung wohnte. Mein Bruder hatte sich inzwischen einen Bart wachsen lassen, der sein Gesicht rahmte und nur unter den Augen etwas Haut erkennen ließ. Das Barthaar war dunkler als jenes auf seinem etwas kantigen Schädel, der auswechselbar mit meinem gewesen wäre. Denn außer einer Narbe, die ich nach einer OP als Säugling auf der Brust zurückbehalten hatte, unterschied uns nichts. Nun war sein Bart ein sichtbares Unterscheidungsmerkmal, das vorteilhaft für ihn ausfiel, denn es betonte seine Männlichkeit. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, wie lange er sich nicht rasiert hatte, um diese Haarwulst entstehen zu lassen. Mein Bartwuchs war spärlich, sodass ich gut einen Tag ohne Rasur ausgekommen wäre. Aber unrasiert wollte ich nicht vor der Klasse erscheinen. Ich wäre das Gefühl nicht losgeworden, von den Mädchen bewispert zu werden, die dazu immer einen Anlass fanden. Sebastian ließ sich am Seeufer ins Gras fallen, fingerte eine Zigarette hervor, sodass mir damit sogleich eine weitere Abweichung von unserer Zwillingsgleichheit auffiel. Ich hatte nicht gewusst, dass er sich das Rauchen angewöhnt hatte. "Ich soll dich von Leonie grüßen", sagte er und stieß Rauch als Nebelschwade von sich. "Ihr geht es gut!" "Warum auch nicht", sagte ich und befragte mich im Stillen, weshalb er es derartig hervorhob. "Wann hast du sie denn zuletzt gesehen?" Er überging meine Frage und antwortete stattdessen: "Nicht allen Frauen geht es immer gut in dem Zustand." Sein Lächeln misslang ihm, sodass sich der Bart nahe an seine Augen heranschob. Ich sah ihn an und sträubte mich, hinter seinen Worten die Wahrheit zu finden, die sich dort zu verbergen schien. "Du vermutest richtig!" Sebastian erhob sich, trat den Zigarettenrest aus und blickte mich an. "Sie ist im dritten Monat." Ich wusste, dass sie sich oft trafen, denn ihre Wohn- bzw. Arbeitsorte waren nicht weit voneinander entfernt. Aber den Gedanken, dass sie dann miteinander schlafen würden, hatte ich immer ausgeblendet. Als glaubte ich, sie würden nur freundlich miteinander reden und sich lediglich an den Händen halten. Wie Freunde, die sie waren und nun auch geblieben sind. Glaubte ich. Wie konnte ich so naiv sein? Oder hatte ich die Wahrheit einfach nicht wissen wollen? "So ist das also!" Ich wusste in diesem Augenblick nichts anderes zu antworten. "Wir werden heiraten. Sie möchte es so." "Und du?" Er hob die Schultern und starrte auf den See. "Also lieber nicht?" "Ich bin nicht so altmodisch, weißt du ..." Nochmals hob er die Schultern. "Ich soll dir schon mal ausrichten, dass wir Dich dann als unseren Gast erwarten. Das sind ihre Worte. Aber es wird nur 'ne ganz bescheidene Hochzeit, nicht mit vielen Leuten. Das geht sonst zu sehr ins Geld." Obwohl ich mir bereits in diesem Auge

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