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Feuer und Wind von Brown, Larissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2016
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
9,99 €
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Feuer und Wind

Jen lebt im Island der nicht allzu fernen Zukunft und arbeitet als Expertin an der wirklichkeitsgetreuen Abbildung der Wikingerzeit.
Als eines Tages ein Fehler passiert, findet sie sich im echten 10. Jh in Island wieder, an einem Strand, wo sie von einer Gruppe von Wikingern gefunden und verschleppt wird.
Der Anführer des Clans, Heirik, ist geachtet und gefürchtet zugleich - denn durch ein Mal, das einen Teil seines Körpers entstellt, gilt der junge Nordmann als verflucht. Jen jedoch ist fasziniert von dem geheimnisvollen Wikinger und fühlt sich zu Heirik hingezogen.
Doch die Verbindung steht unter keinem guten Stern: Wird Jen trotz aller Hindernisse und Gefahren den Mut haben, die Zeit zu überwinden und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?

Larissa Brown ist eine begeisterte Leserin von Science-Fiction, Gothic Romance und Strick-Ratgebern. Sie lebt mit ihrem Mann Martin und ihrem Sohn Sebastian an der Nordwest-Küste der USA. Feuer und Wind ist ihr Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 14.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736302327
    Verlag: LYX
    Originaltitel: Beautiful Wreck
    Größe: 1399 kBytes
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Feuer und Wind

EINTAUCHEN

In der Zukunft

Im Innern des Tanks

Der schale Geruch von simuliertem Bier wehte durch die Menge.

Normalerweise sehnte ich mich nach echten, intensiven Gerüchen, aber heute Abend war ich froh, dass das Programmierungsteam nicht in der Lage war, sie richtig hinzukriegen. Mit wirklichkeitsgetreuen Schweiß- und Bierausdünstungen und dem metallischen Geschmack von Blut wäre die Ultimate-Fighting-Simulation nur schwer zu ertragen gewesen.

Eine Wiese wäre schön gewesen. Hätte ich saftiges Gras zwischen meinen Zehen spüren oder wahrnehmen können, wie eine Brise an meinem Kleid zupft, wäre ich jeden Tag in den Tank gekommen. Noch verfügten die Programmierer allerdings nicht über die Fähigkeit, derart gewaltige und kraftvolle Szenerien zu erschaffen, wie es solche im Freien gewesen wären.

Abgesehen davon - wer würde nicht gern einen altmodischen Cage Fight der Jahrhundertwende besuchen, bei dem Männer in mehr als knielangen Hosen, wie sie für die ersten beiden Jahrzehnte des neuen Jahrhunderts so typisch waren, gegeneinander kämpften? Für Jeff war es unvorstellbar, dass jemand sich nicht für diese Simulation begeisterte. Das gesamte Programmierungsteam liebte sie so sehr, dass es das Extraktionssignal aus dieser Art von Wrestling übernommen hatte. Wollte man den Tank verlassen, musste man einfach nur klopfen.

Unsere reale Welt, Island City, befand sich außerhalb dieses Labors. Hier drinnen indes tauchten wir in Kampfarenen, Burgen und grasbedeckte Langhäuser ein. Meine Aufgabe war es, altnordische Stimmen, Gesten und Redewendungen für die High-Tech-Company zu erfinden, die das alles erschuf.

Dabei war es nicht so, dass ich mit Jeffs Kampfsimulation gar nichts anfangen konnte. Einen Aspekt derselben genoss ich sogar sehr, und das waren die Stimmen. Die akustische Färbung dieser Simulation war komplex und nuanciert. Bei dem Schauplatz handelte es sich um Atlantic City in den alten Vereinigten Staaten, und die Sprache war mit einem starken Akzent konzipiert - Wochenendbesucher aus dem Norden. Ich ließ die aggressiven Stimmen, die von heftigen Gesten und dramatisch hochgezogenen Brauen unterstrichen wurden, auf mich wirken.

Der Klang von Unterhaltungen zog mich grundsätzlich an, in welcher Sprache auch immer. Ich genoss die Bewegungen und Rhythmen von Gesprächen, die Spitzen wie auch die Pausen in Auseinandersetzungen, das ruhige Gemurmel von Flirtenden. Ich sehnte mich nach den Geräuschen von verstohlenen, sehnsüchtigen Liebespaaren, den Stimmen und Bewegungen von Menschen, die wütend waren. Als Sprachkünstlerin war es mir fast unmöglich, einfach nur zuzuhören, ohne zu analysieren, aber wann immer ich konnte, stellte ich mir Menschen als Tiere vor. Große Schwärme und Herden, manchmal majestätisch, manchmal beängstigend oder auch abstoßend. Diese Arena klang wie eine Gänseschar.

Oder zumindest stellte ich mir vor, dass Gänse so klangen. Ich hatte sie in den elektronischen Archiven gesehen. Ich kannte Gänse und Falken und Raben, Hunde und Füchse dank jahrelanger persönlicher Nachforschungen. Tausend Nachmittage hatte ich mir die Nase an einem Archiv-Monitor platt gedrückt und versucht herauszufinden, wie sich die seidige Mähne eines Pferdes anfühlt.

Ich hatte gehört, dass es draußen, jenseits der Gletscher, Höfe geben sollte, auf denen fanatische Realisten lebten. Aber das waren nur Gerüchte. Ich hatte mich davon während eines Flugs selbst überzeugen können.

Morgan beugte sich zu mir und schrie mir regelrecht ins Ohr: "Sie haben immer noch Shorts dazu gesagt. Obwohl sie ihnen in den frühen 2000er Jahren fast bis zu den Knöcheln gingen." Sie bezog sich auf die Hosen der Wrestler. Die glänzenden Stoffe in knalligem Rot, Grün und Gelb waren so krass, dass sie in ihrer einfältigen Pracht geradezu faszinierend wirkten.

Die Kleidung der Zuschauer war eine etwas komplexere Mischung aus Hoffnu

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