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Flaggen über Stadt und Hafen von Björnson, Björnstjerne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
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Flaggen über Stadt und Hafen

Bjørnstjerne Martinius Bjørnson ( 8. Dezember 1832 in Kvikne (Tynset), Hedmark, 26. April 1910 in Paris) war ein norwegischer Dichter, Literaturnobelpreisträger und Politiker. Bjørnson verfasste unter anderem die norwegische Nationalhymne Ja, vi elsker dette landet und war der Begründer des Riksmålsforbundet. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 294
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958640382
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 464 kBytes
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Flaggen über Stadt und Hafen

I. Aus einem alten Dokument

1. "Das Gut" und seine Bewohner

Das Gut war vermutlich entstanden wie die meisten großen Besitztümer aller Zeiten und aller Länder, nämlich durch das Recht des Stärkeren. Vielleicht durch mehr oder minder erpreßte Abgaben und ehrliche Käufe; vielleicht auch durch Überlistung, Betrug und andere Niederträchtigkeiten; wer kann das heute noch wissen?

Vor zweihundert Jahren war es ein ungeheuer großer Besitz. Das Hauptgutsgebäude lag damals wie auch jetzt noch an der waldigen Berghalde über der Stadt. Von da kann man die ganze Stadt überschauen, sowohl die Altstadt diesseits des Hafens wie die Neustadt drüben an der Landzunge - Tangen - die den Hafen gegen das Meer schützt. Doch auch die Landzunge liegt nicht nach dem Meere offen, Inseln und Schären sind ihr vorgelagert, und zwischen diesen liegen zwei Einfahrtsunde, der nördliche und der westliche Einlauf genannt. Alles das kann man vom Gut aus überschauen, und auch das Meer bis weit hinaus. Weiter sieht man rechts den Elb, wie er sich schäumend zwischen den Lehmhügeln weiter hinten ins Meer ergießt. Einst waren der Elb und sämtliche Werke an seiner Mündung Eigentum des Gutes, ebenso wie der Grund und Boden, auf dem die Stadt liegt, und Inseln und Strand zu beiden Seiten. Ferner den Fluß hinauf die nächstliegenden Bygden und Waldungen. So war es vor zweihundert Jahren.

Das Hauptgebäude des Gutes ist ein massives Steinhaus, von dem ein kurzer, plumper Turm aufragt. Rechts hat das Haus einen langen Flügel, links merkwürdigerweise keinen. Hinter dem Hause liegt eine Menge alter, massiver Gebäude zu Wirtschaftszwecken, Pferdeställe, Kuhställe, Leutehaus usw. Die Haupttreppe des Hauses - ein wahrer Steinkoloß an Größe - ist halbrund, und von ihr aus führt eine ehrwürdige Allee bis auf den Marktplatz hinunter. An jeder Seite der Allee läuft eine hohe Mauer fast bis zum Markt; denn diese Mauern fassen den Garten ein, den die Allee in zwei Teile zerschnitten hat. Zu beiden Seiten des Gartens und auch zwischen Garten und Marktplatz ist freies Feld. Oberhalb des Hauses ist die Berghalde mit Laubwald bewachsen, in dem jedoch die Nadelbäume schon wieder ihren stillen Eroberungskrieg begonnen haben. Einst ist nämlich der Nadelwald Alleinbesitzer des Berges gewesen.

Wer hat nun diese mächtige Anlage gemacht, wer diese kolossalen Gebäude errichtet? fragt man, wenn man zum erstenmal die Häuser und Gärten des Gutes sieht.

Mehr als zweihundert Jahre ist es her, etwa um 1660 herum geschah es, daß eines Tages ein deutscher Schiffer, der sich Kurt nannte (damals Curt), im Hafen einlief, wo er sein Schiff neu streichen und takeln ließ, vermutlich, um es unkenntlich zu machen. Wir wissen jetzt, daß er damals schon seit lange wegen Gewalttätigkeiten, die er verübt hatte, aus seinem Vaterland vertrieben war, und daß er einem mächtigen deutschen Fürstengeschlecht entstammte, das noch heute einen berühmten Namen trägt; diesen hier zu nennen, hat keinen Zweck. Er nannte sich mit seinem Vornamen Curt. Er war noch nicht lange da, als er sich um die Erbtochter vom "Gute" bewarb, und zwar, wie man aus dem folgendem ersehen kann, mit ziemlicher Freimütigkeit.

"Das war das hochgeborene Jungfräulein Ingeborg Claustochter" (ich folge von jetzt an wortgetreu einer Chronik der Stadt und besonders des Gutes, die zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts von einem alten Küster und Kantor an "Sanct Marien" selbigen Ortes verfaßt worden ist. Die Rechtschreibung ist nicht einheitlich). "Sie versteckete sich wohl aller Orten, auf dem Dunkelboden und im Keller, im Viehstall und bei den Rossen, lief auch wohl hinaus in Wald unt Felt, sobald der starkmechtige fremde Schiffsmann Curt um sie zu werben kam. Denn alsdann war er gemeiniglich betrunken. Der hochwohlgeborene Herr Claus Mathiasson mußte aus seinem Keller herauf Bier holen, und was sonst noch dem Herrn Curt behagete zu begehren, und wofern Herr Claus dem Fremden nich

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