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Flashman und der Engel des Herrn Die Flashman-Manuskripte 10. Harry Flashman und John Brown in Virginia von Fraser, George MacDonald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2015
  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (PDF)
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Flashman und der Engel des Herrn

Hastig den Rückzug aus dem Boudoir einer Dame anzutreten, wenn man mit einer leichtfertigen jungen Frau in flagranti erwischt wird, wäre eine normale Reaktion, aber wenn sich herausstellt, dass der Ehemann ein hoher Richter ist, dann ist es angesagt, Kalkutta schnell zu verlassen. Und so tritt Flashman eine Reise an, auf der er in Südafrika gekidnappt und nach Amerika verschifft wird. Sein Ziel: eine kleine Stadt in Virginia namens Harper's Ferry, wo John Brown und seine Gruppe von Radikalen planen, den ersten Schuss im Krieg gegen die Sklaverei abzufeuern - mit Harry Flashman in der Rolle des militärischen Beraters. Und wenn John Brown auf Flashman gehört hätte, würde er immer noch marschieren statt im Grab zu verwesen ('John Brown's body lies a-mouldering in the grave'). George MacDonald Fraser wurde vor allem berühmt durch die Serie historischer Romane, den Flashman Manuskripten, deren 11 Bände von 1969 bis 2005 erschienen. Dabei handelt es sich um die fiktiven Memoiren von Sir Harry Flashman, einem hoch dekorierten britischen Offizier im Ruhestand, der auf seine Abenteuer zwischen 1840 und 1890 zurückblickt, die ihn unter anderem mit Bismarck, General Custer, Lola Montez und vielen anderen zusammengeführt hatte. Geboren wurde Fraser 1925, wurde Soldat und kämpfte in Burma. Danach wurde er Journalist, später Schriftsteller und Drehbuchautor (unter anderen 'Die drei Musketiere' und den James-Bond-Film 'Octopussy') in Großbritannien und Kanada. Er starb 2008.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 20.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863461171
    Verlag: Kuebler Verlag
    Originaltitel: Flashman and the Angel of the Lord
    Größe: 3274 kBytes
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Flashman und der Engel des Herrn

Kapitel 1

Als ich eines Tages am See in Gandamack saß, meinen Nachmittagsbrandy schlürfte, meine Urenkel verfluchte, weil sie die Gänse quälten, und über das Geschrei von Elspeth nachdachte, die darauf wartete, dass ich die Kinder mit Dreck und Bonbonresten verschmiert ins Haus zum Tee brachte, erklang auf einem Grammophon irgendwo im Haus eine Blasmusikkapelle, ein weit entferntes, schläfriges Brummen, das bis über die Wiese und unter die Bäume drang. Ich glaube, ich muss mitgesummt oder mit meiner Flasche im Takt des altvertrauten Marsches gewippt haben, denn auf einmal kroch der Bösewicht Augustus (ein furchtbarer Spitzname für ein an sich anständiges Kind, aber der stammt nicht von mir) aus den Wasserpflanzen und stand rotzend vor mir, den Kopf nachdenklich zur Seite geneigt.

"Ich glaube, Urgroßvater", sagte er, "das ist Gory Halooyah."

"So ist es, junger Galgenstrick", sagte ich, "und Glory Halleluja ist es, was dich von deiner Urgroßmutter erwartet, wenn sie dich so sieht. Wo zum Teufel ist dein anderer Schuh?"

"Untergegangen", sagte er und plapperte los: "Jombrowns Körper liegt vawesend in 'nem Grab, Jombrowns Körper liegt ..."

"Oh! U'g'oßpapa hat ein böses Wo't gesagt!", quietschte die tugendhafte Jemima, eine wahre Flashman, so schön wie sie widerlich ist. "Ich hab's gehö't! E' sagte, 'T-L'!" Sie sagte wirklich "T-L!"

"U'g'oßmama sagt, Menschen, die solche Wo'te sagen, kommen ins Schlimme Feue'!"

Schlimmes Feuer, so so - meine vornehme Elspeth hat nie die ekligen Umschreibungen ihrer alten Heimat Paisley vergessen.

"Wird er nicht, nichts gibts!", rief meine kleine treue Alice, ein weiterer Zweig an dem alten Flashman-Baums, sowohl kokett als auch eine Schmeichlerin. Sie sprang auf die Bank und klammerte sich an meinen Arm. "Denn ich lass ihn nicht ins Schlimme Feuer gehen, nicht wahr, Urgroßvater?" Sie sah mich mit ihren Vergissmeinnicht-Augen schmachtend an, vier Jahre alt und unschuldig wie Kleopatra.

"Fürchte, du hast da nichts mitzureden, Liebes."

" Teufel ist sowieso kein schlimmes Wort", sagte John, fast sieben und Anführer des Rudels. "Der Pfarrer hat es gesagt, in seiner Predigt am vergangenen Sonntag - Teufel! Er sagte es zwei Mal - Teufel!", wiederholte er, mit Befriedigung. "Also, zum Teufel mit dir, Jemima!" Hört, hört. Tapferer Junge, dieser John.

"Das wa' in de' Ki'che!", erwiderte Jemima, die das Zeug zu einem feinen Anwalt hat, ausgenommen ihre Gewohnheit, die Zunge heraus zu strecken. "Es ist in O'dnung in der Ki'che, aber wenn du es d'außen sagst, ist es seh', seh' schlecht und Gott wi'd dich st'afen!" Diese kleine Baptistin!

"Was bedeutet vawesen überhaupt, Urgroßvater?", fragte Augustus.

"Alles ist verfault und stinkt", sagte John. "Das passiert, wenn man begraben wird. Du wirst ganz quatschig und die Würmer fressen dich -"

"Iiiiih!" Worte können das Entzücken in Alices Stimme nicht beschreiben. "War Jombrown so, Urgroßvater, ganz verfault -"

"Nicht, so wie ich mich an ihn erinnere, nein. Aber seine Zehenspitzen haben manches Mal aus den Stiefeln geschaut."

Das brachte Lachanfälle, wie ich es geahnt hatte, außer bei John, der ein ernsthaftes Kind ist und Dinge gerne genau untersucht.

"Sowas! Kanntest du ihn, Urgroßvater - John Brown aus dem Lied?"

"Nun ja, John, ich kannte ihn ... vor langer Zeit. Wer hat dir von ihm erzählt?"

"Miss Prentice, in der Sonntagsschule", antwortete er, und schlug nach seiner Cousine Jemima, die versuchte, Alice von mir zu lösen, indem sie in ihr Bein biss. "Sie sagt, er war der Engel des Herrn, der für die Befreiung aller

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