text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Florence Roman von Brockmole, Jessica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Florence

Los Angeles, 1952. Louise Wilde hat das Vermögen von Florence Daniels geerbt, einer Drehbuchautorin, die sie kaum kannte. In Florences Haus findet sie alte Fotos von ihrer eigenen Mutter Ethel. Den Kopf voller Fragen macht Louise sich auf den Weg zu ihrem Vater ... Fast dreißig Jahre früher bricht Florence mit ihrem alten Modell T auf. Für einen Job fährt sie von New Jersey quer durch die USA nach Hollywood. Auf dem Beifahrersitz ist ihre beste Freundin Ethel. Sie muss dringend zu ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter: Ethel fürchtet, dass ihre Ehe zerbricht. Während Florence fürchtet, dass Ethel sie retten kann ... Werden die drei Frauen entdecken, dass nicht jede Reise einer genau gezeichneten Landkarte folgt? Jessica Brockmole hat seit jeher eine große Leidenschaft für historische Romane. Die Idee zu ihrem Debüt, dem internationalen Bestseller Eine Liebe über dem Meer, entstand während eines langjährigen Aufenthalts in Schottland. Ein französischer Sommer ist ihr zweites Buch. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Indiana, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 10.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218386
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 35995
    Originaltitel: Woman Enters Left
    Größe: 2967 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Florence

KAPITEL 2

1952

E s hat zu regnen begonnen.

Louise nimmt ein Taxi. Mit ihrer vollgestopften Aktentasche fühlt sie sich beinahe so, als wollte sie verreisen. Der Taxifahrer erkundigt sich sogar, ob sie zum Flughafen möchte. Sie legt die Tasche neben sich auf den Sitz, wischt sich die Regentropfen von den Ärmeln ihres Jacketts und nennt ihm eine Adresse am Rodeo Drive.

In der Stadt gehen bereits die Lichter an. Der Hollywood Boulevard ist ein Meer aus Neonschriften und Weihnachtsbeleuchtung. An jedem Laternenmast hängt ein Metallbaum mit farbigen Lichtern. Quer über die Straße sind Girlanden mit Glocken, Adventskränzen und hell leuchtenden Sternen gespannt. Louise lehnt ihren Kopf gegen das Fenster.

Die Menschen, die unter Regenschirmen nach Hause eilen, werden weniger, als das Taxi in den Rodeo Drive einbiegt. Statt der strahlenden, glitzernden Kinopaläste leuchten hier gelbe Verandalampen. Schnee aus weißem Filz und Lichterketten zieren die Dachkanten. Sie liebt den Rodeo Drive mit seinen ruhigen Bungalows und dem alten Saumpfad, der in der Mitte der Straße immer noch sichtbar ist. In den Vierecken der erleuchteten Fenster stehen Frauen mit Schürzen in Einbauküchen, Kinder beugen sich über Hausaufgaben und Männer gießen sich Whiskey ein.

"Sie kommen zu spät zum Abendessen, stimmt's?", bemerkt der Taxifahrer, und einen Moment lang wünschte Louise, sie könnte ihm eine andere Adresse nennen. Könnte auf eines dieser warm erleuchteten Häuser deuten, und wenn sie hineinginge, bekäme sie Kotelett oder Eintopf serviert oder was sonst gerade auf dem Herd steht.

Aber sie antwortet nicht. Der weiß gestrichene Bungalow, vor dem sie anhalten, ist dunkel. Keine Lichterketten. Kein glitzernder Weihnachtsbaum im Fenster. Früher wuchsen Nachtkerzen und hellgelbe Pelargonien im Vorgarten. Selbst in der Dämmerung sieht man, dass die Veranda gestrichen werden müsste. Der Taxifahrer dreht sich zu ihr um und will noch eine Bemerkung machen, doch Louise gibt ihm schnell sein Geld und steigt aus.

Es ist still im Haus. Sie legt die Aktentasche auf den Teppich an der Eingangstür und steigt aus ihren hohen Schuhen. Auf Strümpfen geht sie in die Küche und lässt dabei Regentropfen wie Brotkrumen hinter sich fallen. Sie löst die Hutnadeln aus ihrem weißen Hut - das nasse Leinen ist völlig durchweicht - und wirft ihn zusammen mit der Handtasche und dem dunkelblauen Jackett auf einen Küchenstuhl. Ihre Arme sind mit Gänsehaut überzogen. Erst jetzt schaltet sie das Küchenlicht ein.

Der Raum sieht so aus, wie sie ihn am Morgen verlassen hat. Die nassen Vorhänge schlagen gegen das offene Fenster, ihre Schüssel vom Frühstück steht noch auf der Theke, auch sie nass vom Regen. Auf dem Herd steht ein kleiner Topf mit geronnenem Fertiggrießbrei. Louise stößt einen leisen Fluch aus, einen dieser verlegenen Flüche, die ihr Vater immer vor sich hingemurmelt hat. Dann leert sie den Brei in den Abfalleimer und stellt den Topf zum Einweichen ins Spülbecken. Als sie sich über die Spüle beugt, um das Fenster zu schließen, fällt ihr geknoteter Schal in den Strahl des Wasserhahns. Sie tritt zurück, wischt sich die Tropfen von der Bluse und bemerkt ein rotes Lämpchen. Der Kaffeeperkolator ist noch immer eingesteckt. Sie zieht das Kabel heraus und verbrennt sich die Hand an der heißen Kanne. Mit einem Geschirrtuch hebt sie den Deckel an, der Kaffee hat sich in Schlamm verwandelt. Auf einmal würde sie am liebsten heulen.

"Wo bist du gewesen?"

Louise dreht sich nicht um, sondern schüttet den abgestandenen Kaffee ins Spülbecken. "Das könnte ich dich auch fragen." Während sie den Hahn hin und her bewegt, sieht sie zu, wie der Kaffee im Abfluss verschwindet. "Warum hast du das Licht nicht eingeschaltet?"

"Ich habe nicht gemerkt, dass es schon dunkel ist."

Sie hofft, der Grund dafür ist, dass er geschrieben oder getippt oder wenigstens Zeitung geles

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen