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Flucht aus dem wilden Syrien Roman nach einer wahren Begebenheit. von Liebscher, Emin (eBook)

  • Verlag: Verlag Kern
eBook (PDF)
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Flucht aus dem wilden Syrien

Piroz, der siebzehnjährige Kurde aus Syrien, hat gerade sein Abi Fachrichtung Naturwissenschaften bestanden. Er begibt sich nach Damaskus, um auf der Uni in Mezzeh französische Literatur zu studieren. Aufgrund seines Status als staatenloser Kurde und Ausländer der Provinz Al-Hassaka und dem von Geheimdienst unterstellten Verdacht, zu politischen Aktivitäten zu neigen, wird ihm das Studium verweigert. Durch seinen Komplizen Messoud lernt Piroz Beshir kennen, der ihm eine Möglichkeit in Beirut anbietet und ihm das Blaue vom Himmel verspricht, um auf der arabischen Universität in Beirut sein Studium anzufangen. Piroz ergreift die Chance und riskiert die illegale Reise in den Libanon. Dort herrscht Bürgerkrieg und jedes Gebiet wird von Milizen kontrolliert. Piroz stellt schnell fest, dass er belogen und betrogen wurde. Es bleibt ihm nichts anders übrig als sich der neuen Situation anzupassen, aber mit dem Ziel, wieder ganz schnell nach Syrien zurückzukehren. Er wird zu einem Trainingslager irgendwo im Osten Libanons gebracht, das zu einer kurdischen Bewegung gehört, die sich Harakat E Ssaeiqa (Brusk) nennt und die eng mit dem syrischen Außengeheimdienst und der sozialistisch-nationalen syrischen Partei im Libanon arbeitet, junge Kurden rekrutiert und dafür Geld kassiert. So vergehen etwa drei sehr lange und ereignisreiche Monate, bis ihm die Rückkehr nach Syrien irgendwie doch gelingt. In Syrien beginnt Piroz seine Flucht wieder von vorne zu planen, aber diesmal Richtung Europa. Emin Liebscher wurde 1970 in einem kleinen Dorf in Syrien, im Grenzgebiet zwischen dem Irak und der Türkei geboren. Seine Kindheit verbrachte er in einer glücklichen Familie. Wegen seiner politischen Haltung gegenüber der syrischen Regierung, musste er seine Heimat verlassen. Nach einer dramatischen Flucht und über viele Umwege erreichte er als 23-Jähriger endlich sein Ziel: Europa! Hier konnte er seinen Traum verwirklichen und 1996 sein Studium der Wirtschaftsgeographie an der RWTH Aachen beginnen. 2001 schulte er zum Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) um. Seither lebt er in Aachen, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem 'Arabischen Frühling' begann der Autor, der heute in Aachen lebt, seine Gedanken zu den Ereignissen niederzuschreiben. Daraus entstand der spannende Roman nach einer wahren Begebenheit 'Flucht aus dem wilden Syrien'.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944224848
    Verlag: Verlag Kern
    Größe: 373kBytes
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Flucht aus dem wilden Syrien

Reise in den Libanon

Eine Woche lang standen wir in Reisebereitschaft. Jeden Tag wurde diskutiert, geplant, kalkuliert, bewertet, die Risiken geschätzt, hin und her gewogen und schließlich verschoben. Mal war die Rede, wir sollen von Homs aus einreisen, mal wurde uns geraten, nach Al Zabadani, dann nach Serghaya an die Grenze zu fahren, und von da aus mit den Schleppern, die tagtäglich Elektrogeräte, Jeans und Öl nach Syrien schleusten, einzureisen. Schließlich haben wir uns geeinigt und entschieden, dass wir aus Dimas starten müssten.

Nicht zuletzt, weil der Schwager von Adham, Saiid ein Wachmann ist, der an der Grenzstation zum Libanon stationiert ist und mit wenig Geld seine Kollegen schmieren würde, sodass wir unbehelligt, sogar am helllichten Tag, die Grenze passieren könnten. In diesem Fall hätten wir nichts zu befürchten. Außerdem kennt sich unser Reisebegleiter, Majid sehr gut auf dieser libanesischen Seite aus, sodass wir leicht den anderen Kontrollpunkten im Libanon ausweichen könnten. So erzählte Bashir fürsorglich und zog kräftig an seiner Zigarette.

An der Viktoria-Brücke stiegen wir zu acht in den Bus ein, wir die sechs Reisenden, Massoud und Adham in Richtung Dimas . Unterwegs herrschte absolute Stille, jeder war in sich gekehrt und mit sich selbst beschäftigt. Und es wäre töricht gewesen, über das Ziel der Reise zu reden, da man nicht wusste, ob unter den anderen Mitreisenden im Bus, Agenten und Spitzel der Regierung sind.

Als der Bus in Dimas auf der Hauptstraße haltmachte, stiegen wir alle aus und machten uns auf den Weg zur Grenzschutzstation.

Die Grenzschutzstation, die mir einem Schuppen ähnlich erschien, lag ziemlich außerhalb der Ortschaft in einem flachen, steppenähnlichen Gebiet. Wenn ich mich recht erinnere, war der Bau aus Lehmziegeln und Stroh errichtet, hatte ein flaches Dach und nur ein Zimmer. Noch nicht mal eine provisorische Toilette war zu sehen, es sah so aus, als müssten die Wächter ihr Geschäft im freien Land verrichteten.

Etwa 30 Meter vor der Station ließ Adham uns warten. Er ging ins Zimmerchen und sagte: Auf mein Zeichen müsst ihr dann losgehen, o. k.

Ein paar Minuten später gab Adham uns mit einem leichten Kopfnicken grünes Licht zum Marsch.

Die Steppe entlang eilten wir ins Niemandsland, ins Land, wo Bürgerkrieg herrscht, in dem jedes Viertel, jede Gegend, jedes Dorf und jede Straße von irgendeiner Miliz kontrolliert wird.

Am 21. März 1991 traten wir unsere Reise an, an dem Tag, wo ich Anlass dazu hätte, immer doppelt zu feiern. Einmal, um heimlich meinen Geburtstag zu feiern und einmal, um aus nationalen Gründen das kurdische Newroz Fest zu feiern. Dieser Tag wird mir unvergesslich bleiben.

Die Steppe entlang, die in einem Tal endete und hinauf bis zum Hügel. Wenn wir da oben angekommen sind, haben wir schon Syrien hinter uns , sagte Majid und zeigte mit seinem Zeigefinger auf den uns bevorstehenden Hügel.

Genau auf dem Hügel ist eine asphaltierte Straße, die die Grenze Syriens zum Libanon markiert, und genau da drüben, sind die Patrouillen verstärkt. Also, ihr müsst dann sehr schnell die Straße überqueren und dicht bei mir bleiben. Haben wir uns verstanden , betonte Majid. Einen Kilometer weiter ist schon das Dorf Deir El Aachayer auf der libanesischen Seite. Wir kletterten den Hügel hoch, keuchend erreichten wir die Spitze des Hügels. Wir müssen kurz verschnaufen und Luft holen, bleibt in Deckung, ich schaue nach, ob alles frei ist , sprach er mit leiser Stimme.

Er hob den Kopf hoch, schaute links, dann rechts, dann wieder nach links und sagte: Los, es ist frei, ihr könnt aufstehen, wir können. In dem Moment als wir dabei waren die Straße zu überqueren, raste ein beigefarbener Peugeot 405 an uns vorbei. Zum Verstecken hatten wir keine Zeit und wurden somit auch bemerkt. Der Wagen rauschte heran und kam

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