text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Fox River von Richards, Emilie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2011
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (PDF)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Fox River

Ihre Ehe existiert nur noch auf dem Papier, seit Lombard Warwick seine Frau Julia wegen ihrer Erblindung in ein Heim abgeschoben hat. Jetzt lebt sie bei ihrer Mutter - gefangen in einer ewigen Nacht - in der die Verzweiflung schlimmer ist als die Tatsache, dass sie nie wieder als Malerin tätig sein wird. Doch dann tritt zum zweiten Mal Christian Carver in ihr Leben: Ihn liebte Julia damals, bis er wegen Mordes verurteilt wurde. Jetzt ist seine Unschuld bewiesen, nun will er den wahren Täter finden, der sich inmitten der High Society von Ridge's Race verbergen muss ...

Emilie Richards begann mit dem Schreiben, als ihr erster Sohn Brendan ein Baby war. Er, die beiden anderen Söhne und ihre Adoptivtochter sind auch die Namensgeber einiger ihrer Helden und einer Heldin in Emilies Romances. Emilie hat Familienpsychologie studiert. Die Faszination von Familien, ihr Zusammenhalt und auch ihre Differenzen sind immer wiederkehrende Themen in ihren Romanen. Emilies Mann, mit dem sie seit 30 Jahren verheiratet ist, ist Pfarrer. Wer sagt, dass nicht auch Pfarrer die Helden von Liebesromanen sein können? Emilie hat darüber geschrieben! Im Laufe der Jahre ist die Familie beruflich bedingt oft umgezogen. Außerdem reisen sie alle leidenschaftlich gern. Jeder neue Ort bekam von Emilie, was er verdiente: Er wurde Schauplatz einer fesselnden Romance. Ein längerer Aufenthalt in Australien erwies sich als besonders fruchtbar: Gleich fünfmal diente der Kontinent Emilie als Handlungsort! Ein historisches Ereignis in Louisiana - ein Sturm hatte 1893 ein kleines Dorf zerstört, einzig eine silberne Kirchenglocke blieb bestehen - beeindruckte Emilie so, dass sie nach einem Friedhofsbesuch nicht mehr aufhören konnte, darüber nachzudenken. Ihre Fantasie wurde so angeregt, dass sie schließlich einen Roman darüber schreiben musste. Sie ist überzeugt, dass praktisch jeder Ort sie zu einer romantischen Story inspirieren kann. Das Frustrierende ist bloß, all die Gedanken jeweils in einem einzigen Buch unterzubringen. Aber am Ende eines langen arbeitsreichen Tages, wenn alles so auf dem Papier steht, wie sie es haben wollte, ist sie überzeugt, dass sie den besten Beruf der Welt hat.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Fox River

1. KAPITEL

Die Bewohner von Ridge's Race in Virginia behaupteten stets, dass sich Maisy Fletcher genauso wenig entscheiden könne wie eine Meute Fuchshunde, die zwischen zwei Fährten hin und her gerissen ist. Sie hatte während ihrer fünfzig Lebensjahre häufig versucht, diesen Eindruck zu zerstören, doch immer war sie die chronisch unentschlossene Frau geblieben, die jeden zur Raserei treiben konnte. Jake Fletcher, seit zwanzig Jahren ihr Ehemann, teilte diese Meinung allerdings nicht. Er vertrat die Auffassung, dass sich seine Frau sehr gut entscheiden könne - und zwar jeden Tag anders.

Am heutigen Tag allerdings wären jene, die Maisy kannten, verblüfft gewesen, hätten sie die Entschlossenheit in ihrem Gang sehen können und die Art und Weise, wie sie alles und jeden ignorierte, der zwischen ihr und dem Eingang zur Gandy-Willson-Klinik stand, die am Rande des historischen Ortes Leesburg lag. Sie würdigte weder die mit Pferdeköpfen verzierten Pfähle eines Blickes, die den gepflasterten Gehweg zu beiden Seiten säumten, noch beachtete sie die Magnolien, die den Säulenvorbau flankierten. Das junge Paar, das auf einer grünen Bank zu ihrer linken unter den Magnolien saß, nahm sie nicht einmal aus den Augenwinkeln wahr. Am überraschendsten aber war die Tatsache, dass sie an dem jungen Sicherheitsbeamten vorbeirauschte, ohne ihm ihren Ausweis zu zeigen.

"Ma'am, Sie dürfen da nicht hineingehen, ohne dass ich Ihren Ausweis gesehen habe", sagte der junge Mann, der sich an ihre Fersen geheftet hatte.

Maisy blieb kurz stehen, um ihn von oben bis unten zu mustern. Mit seinem Bürstenhaarschnitt und den Aknenarben sah er aus, als wäre er gerade von der Militärakademie von Virginia geflohen. Er fixierte sie mit einem feindlichen Blick, den sie von vielen neuen Kadetten kannte und der wohl das Resultat von extremer Erschöpfung und ständiger Schikane war.

Unter normalen Umständen hätte sie ihm zugezwinkert, sich nach seinem Elternhaus erkundigt, ihn gefragt, wie er die Chancen der Washington Redskins in dieser Saison einschätzte oder seine Meinung über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen hören wollen, aber heute war ihr nicht danach zu Mute. "Versuchen Sie ja nicht, mich aufzuhalten, junger Mann. Ich bin ungefährlicher als ein Schmetterling in einem Hagelschauer. Kümmern Sie sich besser um Ihre eigenen Angelegenheiten."

"Ma'am, ich muss ..."

"Meine Tochter ist Patientin in diesem Haus."

"Ich muss trotzdem Bescheid geben ..."

Sie griff nach der Klinke und öffnete die Tür.

Noch nie zuvor hatte sie die Gandy-Willson-Klinik aufgesucht. In den vergangenen Jahren waren Bekannte von ihr hinter diesen Mauern verschwunden, um sich eine Zeit lang "zu erholen". Einige gaben mit den Monaten an, die sie hier verbracht hatten, und setzten ein "Ü.G.W.K." hinter ihren Namen, als handelte es sich um einen akademischen Grad. Dieses in der ganzen Gegend bekannte Kürzel bedeutete "Überlebender der Gandy-Willson-Klinik" und sollte entweder zum Ausdruck bringen "Bieten Sie mir nur nichts Alkoholisches an" oder "Geben Sie mir das Hochprozentigste, was Sie im Hause haben" - je nachdem, wie lange die Behandlung schon zurücklag.

Maisy war nicht überrascht von dem Anblick, der sich ihr bot. In der Gandy-Willson-Klinik wurde die wohlhabende Elite umsorgt. Das Kristall des Kronleuchters, der einem Ballsaal alle Ehre gemacht hätte, glitzerte und funkelte, und der Teppich, der sich vor ihr erstreckte, hatte vermutlich Dutzende von Kindern aus der Dritten Welt daran gehindert, eine normale Jugend zu erleben.

Der Sicherheitsbeamte war ihr nicht ins Haus gefolgt, aber ein anderer, älterer Mann kam aus seinem Büro, um sie aufzuhalten, als sie sich dem Empfangsbereich näherte. Er war mindestens sechzig Jahre alt, trug eine Brille sowie einen exzellent sitzenden Anzug und hatte ein großväterliches Lächeln aufgesetzt, das jedoch wenig überzeugend wirkte.

"Ich gl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen