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Fräulein Monas Suche nach dem Sinn von Hoffmann, Eva Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2015
  • Verlag: Lauinger
eBook (ePUB)
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Fräulein Monas Suche nach dem Sinn

Was tun, wenn das Leben von einem Moment auf den anderen die Spielregeln ändert? Genau vor diesem Problem steht Mona, als sich an einem ganz normalen Freitagnachmittag ihr Leben aus den Fugen gerät und ihr Plan Ärztin zu werden wie eine Seifenblase zerplatzen lässt. Ein Plan B muss her. In ihrer Verzweiflung wendet sich Mona an ihre Schwester Lena und deren Mitbewohnerin Lucia. Doch anstelle eines offenen Ohrs, bekommt sie Rotwein und deren Beziehungsprobleme serviert. Ehe sie sich versieht, fällt damit auch der Startschuss für eine turbulente Suche nach dem Sinn. Durch exzessive Party-Nächte, auf einen Kurztrip nach Ibiza und zu guter Letzt in eine sehr verwirrende Liebesgeschichte ... Eva Maria Hoffmann lebt in einem Vorort von Graz. Nach 'Angefangen, Abgebrochen, Neu erfunden - 33 wahre Geschichten von Menschen, die ihr leben verändert haben' (Schwarzkopf & Schwarzkopf, April 2013) erscheint nun ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 12.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942637770
    Verlag: Lauinger
    Größe: 931 kBytes
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Fräulein Monas Suche nach dem Sinn

1. Mona

(Freitag, 12. Oktober 2013;
11Uhr, 3 Minuten und 52 Sekunden)

Schuld an allem war der völlige Horror des Sezierkurses.

Alle Menschen, die das miterlebt haben und dennoch mit einem weißen Mantel eifrig in den Gängen eines Krankenhaus herumwuseln, machen mir Angst. Im Ernst, seien wir mal ehrlich! Welcher Mensch, in dieser Phase des Menschseins gerade erst mal 19 oder 20 Jahre alt, empfindet es als in Ordnung, Teile eines anderen Menschen zu zerstückeln? Mit dem Skalpell Fettgewebe zu entfernen, Subcutis von Epidermis oder wie auch immer zu trennen und nebenher die Studentenparties des Wochenendes zu diskutieren?

Nachdem wir die letzten Wochen damit zugebracht haben einzelne Gelenke bis zum Knochen abzuschaben, um dabei die Bänder und Muskeln genau studieren zu können, geht es heute richtig ans Eingemachte, denn heute ist der Tag, an dem wir ganze Körperteile auf den Tisch bekommen sollen.

Zu Beginn dieses Kurstages schiebt der Sezierkursmensch einen Wagen, voll beladen mit Beinen und Armen, in den Raum. Ich stehe inmitten des weiß verfliesten, mit Neonröhren beschmückten Saals, das Formalin brennt in meiner Nase und ich warte darauf, dass mein Name aufgerufen wird. Ein Gefühl zwischen Hoffen und Bangen macht sich in mir breit. Hoffen, dass ich jede Sekunde bitte umfallen möge - Bangen, dass es nicht passiert.

"Was zum Teufel mache ich hier?", frage ich mich - keine neue Frage, sondern eine, die mich bereits seit dem Moment verfolgt, als ich mich auf dieses Studium eingelassen habe.

"Mona Hofer!"

Alle Blicke wandern zu mir. Jetzt bin ich also an der Reihe. Jetzt darf ich nach ganz vorne schreiten und mein Bein, oder wenn ich Glück habe meinen Arm abholen, der mir die nächsten Wochen viele schöne Stunden bescheren wird.

Langsam mache ich mich auf den Weg, bin mir meines Schicksals bewusst und fasse den Entschluss, spätestens, wenn ich nach Hause kommen werde, das Studienbuch zur Hand zu nehmen und einen Fluchtplan zu entwerfen. So kann das echt nicht weitergehen.

"Bitte hier eine Unterschrift zur Bestätigung, dass Sie das Präparat entgegengenommen haben!", schnauzt mich der rotgesichtige Anatom an und hält mir eine Liste vor die Nase. In der Zwischenzeit hat der Mensch, der zuvor den Wagen schieben durfte, in seinem Berg aus Fleisch zu wühlen begonnen, greift nun nach einem fetten weißen Unterschenkel und zieht daran. Durch das entstehende Loch im Fleischberg beginnt dieser auf einer Seite einzubrechen und einige Hände fallen patschend aufeinander, als wollten sie mir zu meinem Präparat applaudieren. Man hält mir ein Bein entgegen.

"Ja ... ähh ... danke!" Ungeschickt will ich das Bein auf meine linke Schulter hieven. Immerhin brauche ich eine freie Hand, um auf der Liste unterschreiben zu können. Doch das klappt nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Bein ist so nahe an meinem Gesicht, stinkend nach Formalin, die Haut gelblich-weiß verfärbt und eindeutig männlichen Ursprungs, denn keine Frau dieser Welt sollte eine solche Beinbehaarung ertragen müssen.

Plötzlich erscheinen schwarze Punkte vor meinen Augen und der untersetzte Anatom, der aussieht, als wolle er sich zu Lebzeiten bereits durch übermäßigen Alkoholkonsum selbst konservieren, beginnt zu verschwimmen. Die kleinen Flecken breiten sich aus, werden noch größer, verwandeln sich in eine schwarze Wand ... Begleitet von einem lauten Surren in meinen Ohren und dem verwirrenden Gefühl, dass der Boden unter meinen drei Beinen sich auflöst, verliere ich schließlich das Bewusstsein.

"Hallo? Hallo, junges Fräulein! Sind Sie in Ordnung?" Der untersetzte Mann mit dem schütteren Haar fächert mir mit der Unterschriftsliste Luft zu.

"Hallo ... Frau Hofer! Können Sie mich hören?"

"Natürlich, mir geht's blendend - war nur ein langer Tag", verstört greife ich an meinem Kopf und versuche mich zu orientieren. Das mit dem Wunsch, umzufallen, war so e

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