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Frankreich, wir kommen! Roman von Guggisberg, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2019
  • Verlag: Diana
eBook (ePUB)
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Frankreich, wir kommen!

Ein Sommer voller Köstlichkeiten Zarte Madeleines und knusprige Galettes - wenn Köchin Betty ihren Traum leben will, muss sie weg. Raus aus dem badischen Dorfgasthaus, rein ins Abenteuer. Gemeinsam mit der gescheiterten Studentin Iva zieht sie in einem klapprigen Food Truck los Richtung Süden. Die Route: quer durch Frankreich bis nach Monaco. Das Ziel: den großen Street Food Wettbewerb zu gewinnen. Betty kreiert eine Köstlichkeit nach der anderen und findet nicht nur ihre eigene Stärke, sondern begegnet ganz unerwartet auch der Liebe. Ein kulinarischer Roadtrip - hinreißend unterhaltsam und mit leckeren Lieblingsrezepten Brigitte Guggisberg ist in der Schweiz und in den USA aufgewachsen und hat Volkswirtschaft und Medienwissenschaften in Basel mit einem längeren Aufenthalt in Aix-en-Provence studiert. Sie war als Beraterin für das Schweizer Parlament, Journalistin, Tanzkritikerin und im Topmanagement der Finanzindustrie tätig. Inzwischen ist sie an die Universität Basel zurückgekehrt und schreibt Romane, die vor Lebensfreude sprühen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 11.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222376
    Verlag: Diana
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Frankreich, wir kommen!

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Beim Anblick der Hochzeitstorte läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Die Torte ist vier Etagen hoch, blassrosa und schokobraun und gekrönt von pinkfarbenen Marzipanrosen. Der Boden ist ein saftiger Biskuit, bedeckt von zarter Buttercreme. Es gibt drei Geschmacks nuancen: Himbeere, Schokolade und Vanille. Dazwischen liegen dünne Schichten feinster Meringue, außen knusprig und innen zart schmelzend weich. Ich lobe mich nur selten selbst, aber so eine Meringue kriegt nicht jeder hin.

Ich nehme die Torte aus der Kühlkammer und stelle sie in der Küche vorsichtig auf die Arbeitsplatte. Dann binde ich mir die Schürze ab und versuche, mir vor dem Spiegel in meinem Spind noch mal kurz das Haar zu richten. Leider ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Ich habe braune Locken, die zum Eigenleben neigen. Besonders widerspenstig werden sie, wenn sie mit warmem Dampf in Berührung kommen. Bei mir ist das beinahe jeden Abend der Fall. Denn ich bin Köchin und führe ein Restaurant.

Vor zwei Jahren habe ich die "Sonne" von meinem verstorbenen Vater übernommen. Einen Tag in der Woche haben wir geschlossen, aber an den restlichen sechs Tagen bin ich gezwungen, mit diesem Durcheinander auf meinem Kopf zu leben. Und mit den roten Wangen, die mir die Arbeit in der Küche beschert.

Doch heute Abend wird wohl niemand auf meine Haare achten. Oder auf meine roten Wangen. Ich schlage die Spindtür rasch wieder zu. Heute Abend werden aller Augen auf die wunderbare Hochzeitstorte gerichtet sein. Meine Freundin Petra hat darauf bestanden, dass ich sie selbst serviere, und diesen Wunsch konnte ich ihr natür lich nicht abschlagen.

Wir kennen uns seit dreißig Jahren. Und es ist Petras Hochzeit, die wir heute feiern.

Als Hochzeitsgeschenk hat sich Petra von mir ein französisches Essen gewünscht. Das ist eine Leidenschaft, die wir teilen, wir lieben beide die französische Küche. Die würzigen Suppen, die reichhaltigen Soßen, allein die raffinierte Art, ein Hähnchen zu braten - und das Universum der Gewürze! Schon die Namen bringen uns ins Schwärmen: Crêpes Suzette und Crème brûlée. Sauce béarnaise, Chateaubriand, Gratin dauphinois. Für Petras Hochzeit französisch zu kochen ist beinahe wie ein Geschenk an mich selbst. Nur würde ich mich normalerweise nicht trauen, so ein Essen hier in der "Sonne" zu servieren.

Die "Sonne" ist ein traditionelles Lokal. Es liegt mitten im Dorfzentrum von Efringen-Kirchen im schönen Markgräflerland, in der südwestlichen Ecke von Deutsch land. Unsere Gegend ist bekannt für ihre deftige Hausmannskost, ihre Weine, das sonnige Wetter und die gute Laune der Bewohner. In der "Sonne" gibt es Schnitzel in allen Variationen. Spätzle. Kartoffelstampf. Und natürlich das Hausmacherpfännchen. Das ist unser Vorzeigegericht. Es stand schon bei meinem Vater auf der Karte. Und Petra weiß genau, wie sehr ich es inzwischen hasse.

Die Wahrheit ist, meine Wünsche und Träume sind größer als das Hausmacherpfännchen. Sie übersteigen das Hausmacherpfännchen bei Weitem. Ich liebe es, neue Gerichte zu erfinden, fantasievoll Gewürze zu mischen, eigenständig ganz neue Kreationen zu entwickeln. Heimlich. In meiner Küche zu Hause. Petra, die oft bei mir zu Gast ist, versucht, mich ständig zu über reden, solche Gerichte auf die Karte der "Sonne" zu neh men. "Du bist eine tolle Köchin, Betty Bauer", sagt sie mir jedes Mal. "Das solltest du den Leuten endlich zeigen."

Würde ich ja gerne. Nur bin ich leider ziemlich schüch tern. Und ich habe die unselige Begabung, die schlimmsten Wendungen, die das Schicksal nehmen könnte, vorherzusehen. Ich gehöre zu den Menschen, die ständig einen Schirm mi

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