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Freitags in der Faulen Kobra von Nink, Stefan (eBook)

  • Erschienen: 17.03.2014
  • Verlag: Limes
eBook (ePUB)
8,99 €
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Freitags in der Faulen Kobra

Urkomisch, kurios, schräg - Siebeneisen ist zurück!

Und wieder ist Siebeneisen auf einer unfreiwilligen Reise um die Welt - dieses Mal auf der Suche nach den Einzelteilen einer magischen Ganesha-Statue, die James Cook vor 250 Jahren aus der Schatzkammer eines Maharadschas in Sicherheit gebracht hat. Jetzt versucht ein Meisterdieb, die Stücke in seinen Besitz zu bringen, und nur Siebeneisen kann ihn stoppen. Ein Wettrennen um den Globus beginnt: Die Suche nach dem Elefantengott führt von Tonga nach Neuseeland, Hawaii und Kanada. Und während sich Siebeneisen mit Straußen, Eisbären und einem kleptomanischen Buschbaby herumschlagen muss und seine Freunde ihn aus dem Teehaus "Zur Faulen Kobra" unterstützen, wird im Palast des Maharadschas ein ganz anderer Plan verfolgt.

Stefan Nink fliegt, fährt und läuft für Magazine, Radiostationen und Buchverlage über den Planeten. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet und in 17 Sprachen übersetzt. Er hat über dreißig Reisebücher veröffentlicht. Wenn er zu Hause ist, steht er samstags bei Heimspielen von Mainz05 im P-Block.

Produktinformationen

    Größe: 2973kBytes
    Reihe (Teil): Siebeneisen Bd.2
    Herausgeber: Limes
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 448
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641118464
    Erschienen: 17.03.2014
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Freitags in der Faulen Kobra

1

Indien. Einige Monate später.

Und jetzt juckte auch noch die Nase. Natürlich tat sie das. Irgendwas ist doch immer, dachte Siebeneisen. Gleich zu Beginn der Unterrichtsstunde war sein linker Fuß erst taub geworden und hatte dann zu kribbeln begonnen, als würde eine Gruppe südafrikanischer Ameisen Zulutänze auf ihm aufführen, zwei oder drei Minuten lang, dann war das zum Glück wieder vorbei. Sofort anschließend hatte er allerdings geglaubt, sein Blinddarm habe sich plötzlich entzündet – eine Diagnose, die er sogleich wieder vergaß, als dieses Zwicken im unteren Rückenbereich einsetzte. Die Bandscheiben, ganz bestimmt. Er würde das im Auge behalten müssen, bei all diesen Busfahrten in den vergangenen Tagen musste da ja beinahe zwangsläufig was kommen. Siebeneisen versuchte, den Juckreiz zu unterdrücken, indem er Grimassen schnitt. Als das nichts half, atmete er stoßweise durch die Nase aus, was ihn aber auch nicht weiterbrachte: Jetzt juckte sie noch stärker. Und nun? Die Augen mussten geschlossen bleiben, das war Vorschrift. Und auf gar keinen Fall durfte er eine Hand zum Einsatz bringen, dachte Siebeneisen, weil er dann garantiert die Balance verlieren würde – die Arme hatte er nämlich rechts und links ausgestreckt. Außerdem stand er nur auf einem Bein. Auf einem Rasen. Neben den zwölf anderen Teilnehmern des Kurses "Weise Yogapraxis für Westler", den das Hotel seinen Gästen anbot. Das Jucken wurde jetzt noch stärker. Siebeneisen verzog ein letztes Mal das Gesicht, und als es danach immer noch nicht besser war, öffnete er die Augen. Auf seiner Nase saß etwas. Ein schwarzer Punkt. Ein dicker schwarzer Punkt. Siebeneisen versuchte, den Blick auf den Bereich um den Punkt scharf zu stellen, was aber nicht funktionierte. Dann bemerkte er, dass der Punkt seine Position veränderte, und Siebeneisen vergaß alle Vorschriften und Anordnungen und schlug mit flacher Hand und viel Schwung zu, was den Stachel der indischen Thimaji-Fliege noch ein paar Millimeter tiefer eindringen ließ. Er schrie vor Schmerz auf. Gleichzeitig verlor er das Gleichgewicht und kippte nach links, wo neben ihm eine der amerikanischen Kursteilnehmerinnen tief versunken in der Position Stoischer Storch meditierte. Siebeneisen fiel zuerst gegen die Frau und dann neben ihr auf den Rasen, wo natürlich genau an dieser Stelle ein großer, flacher Stein unter den Grashalmen lauerte, und natürlich knallte er mit dem Arm genau auf diesen Stein, was denn sonst. Er heulte kurz auf vor Schmerz, riss sich dann aber augenblicklich zusammen, um die anderen Kursteilnehmer nicht zu stören. Die hatten sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Alle standen schweigend und mit geschlossenen Augen auf je einem Bein auf dem Rasen, und auch der Weise O ganz vorne vor seinem Kurs hatte offenbar beschlossen, nichts vom Missgeschick seines Schülers mitbekommen zu haben. Siebeneisen spürte, wie seine Nase anschwoll. Er stützte sich beim Aufstehen auf dem Stein ab, der mit einem merkwürdigen Emblem verziert war, ein Tiger unter einem Sternenhimmel oder so etwas. Als er wieder auf den Beinen war, entdeckte er auf einem Balkon hinter dem Yogarasen seinen Kumpel Wipperfürth, der ihm mit seiner Kamera zuwinkte. Das würden tolle Fotos werden.

Siebeneisen und Wipperfürth wohnten seit einer Woche im Joompla Royal Regent. Das Hotel lag auf einem Hügel bei Jodhpur in Indiens westlichstem Bundesstaat Rajasthan und war das, was Reiseführer gerne als eine "imposante Anlage" bezeichnen. Es gab vierzig Gästezimmer, mehrere Restaurants und Bankettsäle, diverse Innenhöfe und Wandelgänge, trutzige Türme, ein Labyrinth an Verwaltungsräumen und Vorratskammern sowie eine

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