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Fremder Tod Kriminalroman von Kibler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2020
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Fremder Tod

Der Tod ist ihr Beruf. Als Nachlasspflegerin kümmert sich Jana Welzer um das, was von einem Leben übrig bleibt, wenn es keine Angehörigen gibt. Hartnäckig und mit detektivischem Spürsinn arbeitet sie sich in ihre Fälle ein. Das gefällt nicht jedem, hat Jana aber schon mehrfach auf die richtige Spur gebracht. Auch ihr neuer Fall hat es in sich: Ein psychisch kranker Mann hat sich das Leben genommen. Doch warum ist der Tote in keinem Melderegister zu finden und lebte unter falscher Identität? Und warum liegen große Summen Bargeld in seiner Wohnung? Jana Welzer wittert ein Verbrechen und beginnt zu recherchieren. Der spektakuläre Auftakt einer neuen Darmstadt-Krimireihe von SPIEGEL-Bestsellerautor Michael Kibler! 'Spannende Unterhaltung garantiert!' Darmstädter Echo

Michael Kibler, geboren 1963 in Heilbronn, ist heute leidenschaftlicher Darmstädter. Nach Studium und Promotion arbeitet er als Texter und Schriftsteller. Seit 2005 veröffentlicht er erfolgreiche Kriminalromane um die Darmstädter Ermittler Steffen Horndeich und Margot Hesgart. Mit 'Sterbenszeit' erschien 2014 außerdem sein erster Krimi um den BKA-Hauptkommissar Lorenz Rasper.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 02.11.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492996969
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 4503 kBytes
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Fremder Tod

DONNERSTAG

Ein grauer Morgen. Mit dem Kaffeebecher in der Hand stand sie auf dem Balkon. Sie hatte zuvor in der Küche gesessen, gefrühstückt und dabei den ersten Becher Kaffee zu sich genommen.

Jörn war ein zuverlässiger Mensch. Und wenn er sagte, dass er um acht Uhr dreißig vor Ort wäre, durfte sie davon ausgehen, dass er eher drei Minuten früher einträfe.

Um acht Uhr sechsundzwanzig sah sie den Mercedes Sprinter. Er war unverkennbar. Zum einen durch sein Äußeres: Rote Lackierung und das skizzierte Mardergesicht, das frech neben dem Schriftzug »Großeimer GmbH« in die Welt grinste. Und dann war der Wagen über sieben Meter lang. Das Schätzchen, wie Jörn ihn nannte.

Hinter dem Sprinter folgte ein Smart - im gleichen Rot lackiert, mit dem gleichen Schriftzug und Marderantlitz daneben. Jörn war mit der großen Truppe angerückt: Vier Mitarbeiter würden die Wohnung von Rainer Hauptmann in wenigen Stunden ausgeräumt haben.

Jana trat vom Balkon, kippte den Rest des Kaffees in die Spüle, zog sich eine Jacke über und verließ ihre Wohnung.

Jörn hatte den Wagen einfach am Bürgersteig abgestellt. Halteverbot. Aber er hatte ihr mal erklärt, dass es für ihn nur zwei Kriterien für einen Platz gab, an dem er seinen Umzugswagen nicht abstellen würde: »In einer Feuerwehrzufahrt oder an einem Ort, an dem ein fetter Feuerwehrwagen nicht mehr an mir vorbeikommt. Alles andere sind 35-Euro-Parkplätze.« Zitat Ende.

»Hallo, Jana«, sagte Jörn, als er auf sie zutrat. »Habe die üppige Mannschaft mitgebracht, so wie du mir die Wohnung geschildert hast.«

Seine Mitarbeiter traten neben den Chef. Louisa kannte sie, eine stämmige und durchtrainierte Boxerin, wie Jörn ihr verraten hatte. Neben ihr drei junge Männer, wahrscheinlich Studenten, die Jörn immer wieder mal für Entrümpelungen anheuerte. »Am liebsten Biologie-Studenten. Dann lernen die gleich mal was über die Fauna«, hatte Jörn ihr feixend erklärt.

»Hast du eine Ahnung, ob die Wohnung diesem Hauptmann gehört hat oder ob er zur Miete wohnte?«, wollte Jörn von ihr wissen, als sie die Haustür öffnete.

»Er ist Mieter. Ich warte noch auf eine Rückmeldung der Hausverwaltung, wer sein Vermieter war.« Jana drückte auf den Rufknopf für den Aufzug. Sofort gaben die Türen die Kabine frei. Sie stiegen in den Fahrstuhl.

»Keine Viecher?«, fragte Jörn.

»Hab ich dir ja schon gesagt. Keine tierischen Probleme. Nur solche aus Zellulose. Außer Prospekten, Darmstädter Echo und Möbelkisten ist da nichts Persönliches. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Das werde ich alles erst rauskriegen, wenn ich den Inhalt der Kisten und die restlichen Bestandteile der Wohnung gesichtet habe.«

Sie verließen den Aufzug. Jana schloss die Wohnungstür auf.

Jörn schob sich hinter ihr durch den Flur. Sie hörte, wie er leise murmelte: »Ach du Scheiße ...«

Er warf einen Blick in jeden Raum. Dafür brauchte er rund zwei Minuten. Im Wohnzimmer angekommen, nickte er ihr zu. Er war ganz bleich im Gesicht geworden.

»Was ist?«, fragte Jana.

»Unseren Sprinter können wir vergessen.«

»Warum das?«

»Das Zeug kriegen wir nie und nimmer in den Wagen. Das kriegen wir noch nicht mal in den Großen hinein!«

»Der Große«, das war der 7,5-Tonner. Ebenfalls in Rot. Ebenfalls mit dem Marder-Logo an der Seitenfläche. Eben der Wagen für die ganz fetten Entrümplungen.

»Ich habe das gerade mal kurz überschlagen«, fuhr Jörn fort. »In dieser Wohnung befinden sich rund vierhundert Umzugskartons. Und Möbel. Ein Kubikmeter Ladefläche kann rein mathematisch dreizehneinhalb Umzugskartons aufnehmen.«

»Dann kommen wir auf rund dreißig Kubikmeter. Ohne den Inhalt der Möbel. Den müsst ihr ja auch noch in Kisten verpacken.« Im Kopfrechnen war Jana schon immer fix gewesen.

»Und in den Sprinter kriege ich nur fünfzehn Kubikmeter rein. Also zweimal der Sprinter voll bis Oberkante Unterlipp

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