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Friesenherzen und Winterzauber von Janz, Tanja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.11.2016
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Friesenherzen und Winterzauber

Die Hamburgerin Ellen muss vor ihrem Liebeskummer fliehen. Wie soll die Autorin da bloß für ihr neues Buch in Romantik schwelgen? Auf nach St. Peter-Ording. Sofort ist sie verzaubert von den vereisten Salzwiesen, der Weite des Strandes und dem gemütlichsten Teeladen der Welt. Und von einem geheimnisvollen Briefkasten neben dem alten Leuchtturm. Ihm vertraut sie einen Brief mit ihren Gefühlen an. Was sie nie erwartet hätte: Am nächsten Tag erhält sie eine Antwort ... 'Tanja Janz hat einen wunderschönen Wohlfühlschmöker geschrieben, der in der Winterzeit das Herz erwärmt' Neue Freizeit Tanja Janz wollte schon als Kind Bücher schreiben und malte ihre ersten Geschichten auf ein Blatt Papier. Heute ist sie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Neben der Schreiberei und der Liebe zum heimischen Fußballverein schwärmt sie für St. Peter-Ording, den einzigartigen Ort an der Nordseeküste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 07.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956499302
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 516 kBytes
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Friesenherzen und Winterzauber

1. Kapitel

"Bedarfshalt Sandwehle", erklang eine Frauenstimme aus einem Lautsprecher. Die Regionalbahn nach St. Peter-Ording glitt im gemächlichen Tempo über die Schienen. Links und rechts der Bahngleise erstreckte sich schneebedecktes Land, so weit die Augen blicken konnten, das durch seine platte Beschaffenheit die unmittelbare Nähe zur nordfriesischen Küste erahnen ließ, wenngleich der typisch salzige Geruch der Luft in der kalten Jahreszeit gänzlich fehlte. Wind strich über die scheinbar endlosen blütenweißen Weiten, die sich bis zum Horizont ausbreiteten, und wirbelte feinen Schneestaub auf. Die Wintersonne schien von einem wolkenlosen Himmel auf die helle Schneedecke herab, die aus Tausenden glitzernden Punkten zu bestehen schien. Wie viele kleine Spiegel warfen sie das Sonnenlicht in alle Himmelsrichtungen und verliehen der Landschaft etwas Mystisches, als läge ein wohlbehütetes Geheimnis unter dem strahlenden Weiß verborgen.

Die Sitzplätze der wenigen Waggons der Nord-Ostsee-Bahn waren bis auf wenige Ausnahmen frei. Nur hier und da fanden sich vereinzelt von Fahrgästen belegte Sitze, sodass die überschaubare Anzahl der Reisenden genügend Platz hatte, um ihre Taschen und Gepäckstücke auf den unmittelbaren Nachbarsitzen abstellen zu können.

Zur Urlaubssaison sah dies natürlich ganz anders aus. Dann kamen jedes Jahr neben unzähligen Touristen auch saisonale Arbeitskräfte auf die Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland. Besonders der Küstenort St. Peter-Ording zog Kurgäste, Urlaubsreife und Arbeitswillige an wie das Licht die Motten.

Vier langhaarige Typen in lässiger Kleidung, mit farbenfrohen Beanies auf ihren Köpfen, hatten den hinteren Teil der Bahn mit ihren großen Reiserucksäcken in Beschlag genommen und beschallten den Zug mit englischsprachiger Rockmusik, die aus einem Gettoblaster tönte. Zwei ältere Damen mit altrosafarbenen und gelben Angoramützen, robusten Steppjacken und Stiefeletten zum Schnüren rümpften missbilligend ihre Nasen ob der Ruhestörung. Wobei nicht eindeutig auszumachen war, ob sie sich durch die Rockmusikklänge oder eher durch die schreienden Kinder einer Großfamilie, die im Nachbarwaggon saß, belästigt fühlten, die laut im Chor kreischend eine Autoalarmanlage imitierten und dadurch den akustischen Eindruck erweckten, als wäre der Zug bis auf den letzten Platz belegt.

Weit vorn im ersten Wagen saß Ellen einem älteren Mann gegenüber, der in unregelmäßigen Abständen an einer Holzpfeife zog, die jedoch nicht angezündet war und dabei in seinem rechten Mundwinkel wippend verweilte. Der Mann ließ sich durch den Geräuschpegel nicht aus der Ruhe bringen. Er studierte eine aktuelle Ausgabe der Tageszeitung Husumer Nachrichten und kommentierte einzelne Meldungen hin und wieder mit einem Brummen oder einem Hochziehen seiner Augenbrauen. Ellen war um einiges jünger als er. Sie hielt ein iPad auf ihrem Schoß und tippte eifrig mit den Fingern auf den Tasten des Bildschirms herum.

"Och, nee. Wieder keine Internetverbindung", seufzte sie und streckte das iPad nun in ungelenken Winkeln von ihrem Körper weg, in der Hoffnung wieder eine Verbindung mit ihrem Tablet zum World Wide Web zu bekommen. Sie trug wadenhohe beigefarbene und mit Schaffell gefütterte Ugg Boots über enge ausgewaschene Jeans und einen kakifarbenen Parka, der bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichte. Ihr hellblondes mittellanges Haar trug sie zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden und ihren Hals wärmte ein marineblauer grob gestrickter Loop, in dessen Strickmuster weiße Anker eingearbeitet waren.

Der ältere Herr schaute ihr über den Rand der Zeitung amüsiert dabei zu, wie sie sich vergeblich in abenteuerlichen Posen verbog, um eine Verbindung zum Internet zu bekommen. "In Nordfriesland richtet sich der Empfang nach dem Wind, junge Dame", bemerkte er.

Ellen hielt überrascht in ihrer Bewegung inne und schüttelte dann den Kopf, als hätte sie den Mann nicht r

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