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Fußtritte oder Seltsame Begegnungen von Henke, Julius V. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2016
  • Verlag: Pro BUSINESS digital printing
eBook (ePUB)
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Fußtritte oder Seltsame Begegnungen

Der Ausgangspunkt für die nachfolgenden Ereignisse ist einer der titelgebenden Fußtritte, den Robert Mavrilakis auf dem Kurfürstendamm in Berlin einem ihm Unbekannten versetzt, der ihn mit seiner Rücksichtslosigkeit beim Hantieren mit einem Handy während des Gehens provoziert hat. Aus diesem zunächst einmal nicht gerade weltbewegenden Vorgang resultieren jedoch ungeahnte Begegnungen mit vielen charaktereigenartigen Figuren, die dem Leser sehr lebendig erscheinen, und die in turbulente Situationen, Rachegelüste, Verwechslungen, Erotik, halbkriminelle Vorgehensweisen, Tragik und auch in aktuelle politische Auseinandersetzungen und Gewaltakte führen. Diese Geschichte, die neben Berlin auch in Thessaloniki spielt, hat Pfiff und Dramatik, und sie ist durchzogen von spritzigen Dialogen der vielfältigsten Themen. Julius V. Henke. Männlich. Verschiedene Berufe. Sammelt Pflastersteine. Für einen Gartenweg. Konstatiert, dass die Welt aus den Fugen gerät. Trinkt gern Frankenwein. Gehört keiner Partei an. Verheiratet mit einer wunderbaren Schauspielerin. Lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 20.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864602078
    Verlag: Pro BUSINESS digital printing
    Größe: 393 kBytes
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Fußtritte oder Seltsame Begegnungen

9. Kapitel
Anruf aus Thessaloniki

Es war konfus. Er war konfus. Ein allumfassendes Durcheinander. Das Fiasko mit dieser Frau. Dieser vermaledeite Tag, und nun noch jenes Spektakel vor seiner Tür. Er hob den Hörer auf.

"Vater, Du?"

Seit Wochen hatte es keine Verbindung mehr mit Thessaloniki gegeben.

"Hast Du denn niemanden in Deiner Nähe, der ..."

"Wo bist Du denn gerade?"

"Vielleicht hat die Bar ja einen Hinterausgang, Vater."

"Du meinst, ob ich mal wieder nach Saloniki komme?"

"Vielleicht eines Tages. Vater, nimm es mir nicht übel, ich habe gerade Besuch."

"Genau. Hier gibt es Trouble. Mach's gut, Vater."

Er drückte die rote Taste. Dann wandte er sich wieder dem Lärm im Hausflur zu. Hätte er doch bloß seine Wohnungstür zugemacht, nach mir die Sintflut, wäre sein Motto gewesen, und er hätte dieses erpresserische Weibsbild ausgeschlossen. Oder war er ihr noch immer erlegen? Gab es da eine Gefühlsverwirrung?

Obwohl ihm diese seltsame Wiederbegegnung mit jenem Mann von der Straße sehr unangenehm war, fühlte er sich verpflichtet gegenwärtig zu sein, denn zweifellos war Hilfe notwendig. Was wollte der? Woher wusste der? Was war das für eine Erscheinung? Die Stimmen dort draußen wurden lauter, der Mann brüllte, die Welt schien aus den Fugen zu geraten. Nach allem, was geschehen war und ihn in eine Schieflage versetzt hatte, geriet Robert aufgrund der von außen über ihn hereinstürzenden Ereignisse unversehens wieder in ein stabiles Gleichgewicht, vergleichbar mit jemandem, der aus einem Albtraum durch den Krach des zusammenbrechenden Bettes, in dem er liegt, in die Wirklichkeit zurückbefördert wird. Während Johanna das aus dem Fahrstuhl herausgereichte Kissen an sich nahm, der mehr oder weniger gefangene Oskar Belzin "Wie lange lassen Sie mich denn noch warten?", brüllte, und der Nachbar sich bemühte auch die nur halb geöffnete innere Fahrstuhltür ganz zu öffnen, eilte auch Robert zur Hilfe bereit herbei.

Der sichtbare obere Teil des Fahrstuhls, der kurz vor der fünften Etage ins Stocken geraten war, hatte ungefähr die Maße von einem halben Meter. Man musste nah an das aufgebrochene Rechteck herangehen, um den Eingesperrten sehen zu können. Gerade weil dieser sich bewusst war, dass er sich den aus seiner Sicht überhöhten Rettern gegenüber in einer lächerlichen, ja sogar subalternen Lage befand, musste er sich Autorität und Respekt verschaffen, und, das wusste er aus Erfahrung, dazu war seine Holzfällerstimme genau das richtige Mittel.

"Wo bleibt der Notdienst? Wozu existiert in diesem Saustall der Notrufknopf?", rief er.

Der Nachbar versuchte ihn zu besänftigen: "Beruhigen Sie sich, wir werden Ihnen helfen."

"Ich brauche keinen Seelsorger. Packen Sie an!"

Robert steckte ebenfalls seinen Kopf in die Luke: "Wenn Sie in diesem Ton mit uns reden, lassen wir Sie verhungern. Also, wir ziehen Sie jetzt hier raus, Sie sollten aber ein Mindestmaß an Anstand zeigen."

Der Nachbar nickte ihm zustimmend Beifall, und sogar Johanna konnte ihre Bewunderung für Robert nicht zurückhalten.

Sie flüsterte: "Sie haben recht, der Typ ist unerträglich."

Robert und sein Nachbar legten sich auf ihre Bäuche und streckten ihre Arme diesem Unerträglichen entgegen. Jeder ergriff eine Hand von ihm, aber es gelang ihnen nicht den schweren Körper hoch zu ziehen. Man holte einen Stuhl um ihn zu ihm hinabzulassen, damit er sich darauf stellen könne, aber das Möbelstück war für die verbliebene Schachtöffnung zu sperrig. Also zerrten sie wieder an dem stöhnenden, zuweilen auch fluchenden Koloss. Es ging aufwärts. Ihre Gesichter brannten rot vor Anstrengu

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