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Götter der Rache Roman von Kristian, Giles (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Götter der Rache

Norwegen, A. D. 785: Der Wikingerclan unter Führung von Jarl Harald steht vor einem neuen Sturm der Schwerter. Die harten Kämpfer ziehen für ihren König Gorm in die Schlacht: Drachenboot gegen Drachenboot. Doch der verräterische König lockt Harald und seine Mannen in eine tödliche Falle. Ihr Dorf wird vernichtet, Frauen und Kinder niedergemetzelt oder in die Sklaverei gegeben. Nur wenige entkommen, darunter Sigurd, der jüngste Sohn Haralds. Fortan widmet Sigurd sein Leben der Vergeltung. Von den Häschern des Königs gejagt, schart er eine Bruderschaft wilder Krieger um sich: Gnade jedem, der ihnen auf ihrem Pfad der Rache im Wege steht ... Die neue Wikinger-Saga - in England bereits eine Sensation! Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641163815
    Verlag: Heyne
    Serie: Sigurd .1
    Originaltitel: God of Vengeance 1
    Größe: 2727 kBytes
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Götter der Rache

1

Anno Domini 785, Skudeneshavn, Norwegen

Der Jarl fuhr mit den Fingern durch die Fleischreste und die weißen Knochen auf dem Teller vor sich. Dann griff er mit der fetttriefenden Hand nach den Reifen aus gehämmertem Silber, die unter dem Bizeps seines linken Arms saßen, und schmierte das Fett zwischen Metall und Haut. Er grinste, als einer der Ringe sich so weit lockerte, dass er seinen dicken Daumen zwischen die Schädel der drohenden Bestien schieben konnte, die den Ring mehr als ein Jahr lang geschlossen gehalten hatten.

"Der gehört dem Mann, der Olaf auf den Arsch setzt!", brüllte er. Lautes Hämmern von Fäusten auf die hölzernen Tische antwortete ihm, als er den Armreif herunterzog und ihn hochhielt. Das Licht der Öllampen ließ das Silber dunkel schimmern, bevor der Jarl den Reif neben sein Schneidebrett knallte. "Wir müssen Hagal ein paar neue Geschichten liefern, was? Er singt uns seit Jahren dasselbe Lied und glaubt, er könnte uns zum Narren halten, wenn er einfach nur die Namen ändert!"

Darüber lachten alle, außer Hagal "Krähenlied", der unter seinem fein säuberlich gestutzten blonden Bart errötete und irgendeine halbherzige Entschuldigung murmelte.

"Er glaubt, wir merken nicht, dass er uns immer und immer wieder denselben Mist erzählt!", schrie Harald. Die große silberne Brosche, die seinen Umhang auf der rechten Schulter hielt, glänzte im Licht der Flammen. "Aber er weiß nicht, dass wir einschlafen, während er aus seinem Mund furzt!" Die Männer johlten und hämmerten auf die roh gezimmerten Tische. Der Skalde fuhr abwehrend mit der Hand durch die Luft, während er beleidigt sein Trinkhorn an den Mund setzte.

"Aber brich niemandem das Genick, Olaf!", warnte ihn Harald, hob drohend den fettigen Finger und zog die dichten Brauen zusammen.

Olaf machte sich nicht die Mühe, sich umzudrehen und zu sehen, ob es Herausforderer gab, denn es gab immer welche. Er zuckte mit den breiten Schultern und erhob sich von der Bank, während er sich Krümel von der Tunika strich, die über seiner breiten Brust spannte. Er setzte das Trinkhorn an die vollen Lippen und leerte es mit einem Zug, begleitet von lautem Jubel und Hämmern auf die Tische, das die Dachbalken von Eik-Hjálmr, der Halle des Jarl, erschütterte.

"Lass dir Zeit, Olaf! Du wirst viele Jahre mit der Demütigung leben müssen, die dir jetzt blüht", rief Sørlie und grinste seine Freunde an, die ihre Methörner hoben, um Sørlies Prahlerei zu feiern. Männer und Frauen vergnügten sich derweil in den dunkleren Ecken der Halle, und Hunde rauften sich knurrend um Essensreste.

"Ha!", rief Olaf und setzte sich das Methorn umgedreht auf den Kopf, um zu zeigen, dass es leer war. Dann warf er es einem dunkelhaarigen Thrall zu, der es geschickt auffing.

"Du wirst dich schon sehr bald mit Mäusen und Hunden anfreunden müssen, alter Mann", sagte Sørlie trunken und trat mit einem Fuß das frische Stroh auf dem Boden hoch, wobei er fast das Gleichgewicht verloren hätte. "Jetzt kriegst du was zum Erzählen, Krähenlied!", schrie er dem Skalden zu. Der verzog nur missmutig die Lippen.

Sigurd hob sein eigenes Trinkhorn an den Mund und murmelte einen Fluch. Sein Freund Svein neben ihm schüttelte den Kopf, und die dicken Zöpfe seines roten Haars schwangen durch die Luft, wie Taue an einem Segel. "Dein Bruder hat sich das Hirn weggesoffen!", meinte er und grinste. "Aber wenigstens kriegen wir was zu lachen, hej!"

Sigurd nickte wenig überzeugt. Er war nicht in der Stimmung zu lachen, was jedem klar war, der auch nur in seine Nähe kam. Trotzdem würde er bleiben und zusehen, wie sein älterer Bruder versuchte, mit Prahlereien für Stimmung zu sorgen, wie man sie in Eik-Hjálmr häufig hörte.

"Du solltest lieber wegsehen, Junge!", fuhr Sørlie Harek an, der in der Menge grauhaariger Männer wegen seines bartlosen Gesichtes auffiel, vor allem jedoch wegen seines Haars, das so weiß war wie Bierschaum und glatt wie da

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