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Ganz nackt Erotische Storys von Luna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ganz nackt

Neue erotische Highlights von der Autorin von 'Saftig' Luna weiß, wie sie die Fantasien von Frauen und Männern anregt. Stimmungsvoll, sinnlich und erfindungsreich. Eine Frau wird in einem Nachtzug von einem Fremden aufgefordert, sich selbst zu berühren. Eine andere wagt, sich für einen einzigen Abend in ein Callgirl zu verwandeln. Ob sie in sündigen Dessous oder in der Schulmädchenuniform ihr Vergnügen haben, ist ganz verschieden. Doch eines haben sie gemeinsam. In ihrem Begehren sind sie 'ganz nackt'. Luna, geboren 1970, arbeitete als Make-up-Artistin unter anderem für 'Playboy' und 'Vogue'. Mit ihrem Ehemann lebt sie auf Ibiza. Weitere Informationen sind zu finden unter www.luna-von-eisenhart-rothe.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 09.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641168834
    Verlag: Heyne
    Größe: 950 kBytes
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Ganz nackt

Liebesdienst

Es ist ein gesichtsloses, graues Hochhaus. Unzählige Reihen lebloser Fenster, eine marmor-kahle Eingangshalle, Batterien von Briefkästen. Corinna blickt auf das Stück Papier mit der hingekritzelten Adresse in ihrer Hand: neunter Stock.

Weit entfernt schlägt eine Kirchturmuhr drei Mal.

Ihr Stringtanga kneift.

Neun Stockwerke lang starren sie aus dem Spiegel im Fahrstuhl ihre aufgerissenen Augen an. Wie ein Schaf auf dem Weg zur Schlachtbank , denkt sie. Ein geschminktes Schaf im sexy Kostümchen .

Der Aufzug hält, und sie muss sich einen Ruck geben, um auszusteigen. Lange, neonbeleuchtete Flure verströmen Krankenhaus-Charme, in geisterhafter Nachmittagsstille reiht sich Tür an Tür. Keine Namen, nur Nummern, schlichte Metall-Lettern, steril und anonym. Wie passend , findet Corinna.

Wieder ein Blick auf den Zettel. "Apartment 9 F", liest sie und marschiert den nach Essigreiniger riechenden Gang entlang. Ihr Stechschritt in den schwarzen Pumps, deren Absätze für diese Tageszeit eigentlich viel zu hoch sind, wirkt eher energisch als elegant. Damit versucht sie sich selbst zu überlisten, weil sie nicht weiß, wo ihr flauer ist: ums Herz oder im Magen.

Corinna erreicht die bewusste Tür: 9 F. Sie atmet tief durch, zwingt sich in eine lässige "Baby-ich-hab'-schon-alles-gesehen-Haltung" und setzt dazu ein gelangweiltes Gesicht auf. Wie es sich für einen Profi geziemt. Lediglich der leichte Vibrationsalarm in ihren Kniescheiben stört das Bild.

Der verdammte Stringtanga zwickt.

Sie sollte einfach wieder kehrtmachen. Zurück zu ihrem Auto stöckeln und auf dem schnellsten Weg nach Hause fahren.

Aber Wettschulden sind nun mal Ehrenschulden!

Zögernd streckt Corinna die Hand nach der Klingel aus, tippt sie nur kurz an. Trotzdem ist das nervenzerreißende elektronische Schrillen bestimmt noch drei Wohnungen weiter zu hören.

Warum muss sie bloß immer so große Töne spucken? Ohne ihr vorlautes Mundwerk wäre sie jetzt nicht hier, um ... tja, um ihren Körper zu verkaufen.

Die aufdringliche Kadenz der Türklingel verstummt.

Schuld an allem ist ihr Freund Thorsten. Der fing neulich mit dieser schwachsinnigen Diskussion an, dass Frauen gar nicht wüssten, was Spaß ist, weil sie beim Sex immer einen auf Liebe machen müssten - im Gegensatz zum männlichen Geschlecht, das mit diesem Thema ja viel entspannter umgehe. Als schlagenden Beweis führte Thorsten die promiskuitiven Gepflogenheiten der Schwulenszene an, wo der Befriedigung rein körperlicher Gelüste keinerlei Gefühlsduselei im Wege stehe. Nur aus diesem Grund könnten die Jungs es so unbeschwert in Saunen, Darkrooms oder - Himmel, hilf! - durch ausgesägte Löcher in Toilettenkabinen treiben.

Thorsten war natürlich selber schwul und wusste - zumindest in diesem Punkt - genau, wovon er sprach. Corinna argwöhnte, dass sein reger Kondomverbrauch das Fortbestehen zahlreicher Arbeitsplätze in der latexverarbeitenden Industrie sicherte.

Ob sie persönlich die Idee so prickelnd finden sollte, sich durch die vollgekrakelte Resopalwand einer öffentlichen Bedürfnisanstalt von einem Fremden begatten zu lassen, den sie nicht mal sehen konnte, war mehr als ungewiss. Sie fand, diese Vorstellung tauge allerhöchstens für einsame erotische Fantasien in besonders bedürftigen Nächten, denn in der Realität müsste man sich doch fragen, warum der Typ auf der anderen Seite es nötig hatte, sich nur auf seinen Schwanz zu reduzieren - und ob er im Ganzen nicht vielleicht furchtbar eklig war.

"Aber", teilte sie Thorsten hochmütig mit, "das Gerücht, dass Frauen nur dann mit einem Kerl ins Bett gehen können, wenn dabei große Gefühle im Spiel sind, hat mich immer schon genervt!" Schließlich konnte sie selber einige Erlebnisse der unverbindlichen Art vorweisen: heißer Sex - und Punkt. Kein

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