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Gebrochene Flügel von Björglund, Svenson (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
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Gebrochene Flügel

Alexej Konstantin wächst in behüteten Verhältnissen als Sohn des Erzkommunisten und Dorfsowjets Jewgeni Lenin Natschenko und der Parteisekretärin Anna Natschenkowa in Gladowskoje in der Nähe von St. Petersburg auf. Nach Glasnost und Perestroika bricht die Dorfgemeinschaft auseinander. Jewgeni verlässt die Familie und nimmt eine Arbeit im Rotlichtmilieu an. Für Alexej beginnt eine Odyssee als 'Straßenkind' in St. Petersburg. Mit einigen Freunden schlägt er sich durch. Hier erlebt er Freundschaft und Sex, aber auch Drogen und Alkohol. Nachdem seine besten Freunde von der Miliz geschnappt und eingesperrt werden, beginnt für ihn ein Kampf ums nackte Überleben. Dabei hatte er immer den Traum, nach Deutschland auszuwandern, und dort eine Karriere als Fußballprofi zu starten. In dem Touristen Heiner Kornfeld meint Alexej jemand gefunden zu haben, der ihn versteht und zu helfen sucht. Er beginnt diesen jungen Mann aus Düsseldorf zu mögen und zu lieben, doch er ahnt nicht, dass dieser ihm nur hilft, um einen neuen attraktiven Boy für sein Männerbordell zu bekommen. Nachdem Heiner ihm Papiere und ein Visum besorgt hatte beginnt für Alexej eine schöne romantischen Zeit - bis das sein großer Traum platzt. Er wird gezwungen, Dinge zu tun, die er vorher nur verabscheute, bis er schließlich nach einer Verzweiflungstat bei Nacht und Nebel flieht, und über Hamburg und Schweden zurück in seine Heimat findet. Als er wieder in Gladowskoje eintrifft, muss er feststellen, dass sich auch hier die Welt völlig verändert hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 154
    Erscheinungsdatum: 22.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614287
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 1237kBytes
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Gebrochene Flügel

2. Kapitel

Wie lange war er schon durch den Wald geirrt, ohne zu wissen, wo er sich inzwischen überhaupt befand? Wie einsam die Gegend plötzlich war. Alexej verspürte Hunger, entsetzlichen Hunger. Wo sollte er nur hingehen? Ziellos lief er über die endlosen Waldwege, die sich alle erbarmungslos ähnelten. Wenn es Abend wurde, suchte er sich an den Wurzeln der wohl tausendjährigen Eichen einen Platz zum Schlafen, um dann nach dem Erwachen am nächsten Tag weiterzuziehen. Wie viele Tage und Nächte war er so schon unterwegs? Er wusste es nicht. Nirgends traf er auf einen Menschen. Völlig ermattet sackte er am Wegrand zusammen. Schlafen, er wollte nur noch schlafen.

Als Alexej wieder wach wurde, lag er auf einem Pferdewagen. Durch das Rütteln war er aus dem tiefen Schlaf zurückgekehrt. Er schaute sich vorsichtig um. Zunächst sah er nur zwei prall gefüllte Leinensäcke vor sich. Daneben standen zwei Kisten, in denen einige weiße Hühner unruhig hin und her liefen. Dann stand da noch ein Korb mit kleinen Kohlrüben. Alexej traute sich nicht, sich zu rühren. Sein Kopf arbeitete dafür umso mehr. Wo war er? Was war inzwischen passiert?

Auf dem Kutschbock saß ein Typ mit einem enorm breiten Hintern in einer dreckigen, geflickten Hose. Alexej konnte es nur undeutlich erkennen. Der Mann mochte um die vierzig sein. Er knallte mit der Peitsche über die Rücken der Pferde, um sie in einen Galopp zu bringen. Der Wagen rüttelte und schaukelte noch mehr, und dies brachte die Leinensäcke bedrohlich in Alexejs Nähe. Was, wenn diese umkippten? Der Junge kroch ein wenig zu Seite. Der Fremde musste es bemerkt haben.

"Na, wieder unter den Lebenden?"

Alexej verstand nicht. Wo war er hier überhaupt? Er schaute sich ängstlich um.

"Na los, komm her, kannst dich zu mir setzen."

Alexej hatte wahnsinnigen Hunger. Es war ihm nicht nach Kutschfahrt. Langsam griff er zu den Kohlrüben hinüber und biss in eine harte Frucht. Der Fremde schaute ihm breit grinsend zu.

"Hast wohl Hunger?"

Für Alexej war diese Frage blanker Hohn. Klar hatte er Hunger, und wie er Hunger hatte!

Der Pferdewagen fuhr in einen verwahrlosten Hof ein. Es hätte auch durchaus in Gladowskoje sein können. Nein, Alexej kannte hier niemanden, das hier war nicht sein Dorf. Er versuchte aufzustehen und brach wieder zusammen. Erst beim zweiten Versuch blieb er auf den Beinen stehen. Sein ganzer Körper zitterte.

"Komm mit in die Küche, dass du was zwischen die Zähne kriegst."

Der Fremde hatte nicht weiter auf Alexej gewartet, der eigentlich viel zu schwach war, um alleine abzusteigen. Er ließ sich einfach mit einem leisen Schmerzschrei vom Wagen rutschen. Dann richtete er sich auf und torkelte zum Haus hinüber.

Als er in die Küche trat, saß der Fremde bereits am Tisch und ließ sich von seiner Frau bedienen. Alexej sah nur den verrußten Blechtopf auf dem massiven Tisch stehen und den großen Holzlöffel daneben liegen. Ohne zu fragen ergriff er ihn und begann aus dem Topf zu löffeln. Er traute sich nicht, die andern am Tisch anzusehen.

"Na, du haust ja ganz schön rein!" War das jetzt Anerkennung oder Kritik? Egal. Der Fremde hatte aufgehört zu essen und beobachtete neugierig seinen Findling.

"Den hab ich in der Försterlichtung gefunden. Hat geschlafen. Weiß auch nicht, was los ist. Kann uns ja helfen."

Ob der immer so abgehackt sprach? Der Junge tat, als hätte er nicht zugehört.

Seine Frau schaute zu Alexej hinüber.

"Das ist doch noch fast ein Kind. Was sucht der hier im Wald? Sei vorsichtig, Iv

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