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Gejagte Erotischer Roman von Müller, Phoebe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2012
  • Verlag: Konkursbuchverlag
eBook (ePUB)
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Gejagte

Sie alle sind auf der Jagd, nach Erfolg, Anerkennung, Liebe, Abenteuer, dem ultimativen Kick, dabei sind sie längst schon Gejagte ...
Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau auf der Gratwanderung zwischen den Abgründen des Alltags und ihren erotischen Obsessionen. Sie zelebriert ihre Fluchten und verliert sich mit Genuss immer mehr ...Wer Beute ist und wer Jäger, ist am Ende unwesentlich.
Der Roman beginnt mit einem Unbehagen, das die Protagonistin dahin bringt, ihre Sexualität in Frage zu stellen. Sie stürzt sich in neue Liebesgeschichten, zuerst mit einer Frau, dann in eine bizarre Affäre mit einem Mann, schließlich verliert sie sich im Abgründigen, in SM-Sequenzen, mit Frauen, mit Männern, im Dämonischen. Um zuletzt auch daraus wieder auszubrechen und schließlich ihr ganzes bisheriges bürgerliches Leben zu hinterfragen und vielleicht aufzulösen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783887698935
    Verlag: Konkursbuchverlag
    Größe: 274kBytes
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Gejagte

Das Unbehagen

Ich sehe sie von draußen und betrachte sie einen Moment. Wie ein Beobachter vor einem Aquarium. Ich bin etwas zu früh. Draußen ist es windig, die Brise spielt mit meinem Haar, es riecht nach Zitrone und Lavendel, wie das neue Shampoo, das ich benutze. Einzelne Strähnen streicheln sanft mein Gesicht. Es riecht nach Mauerwerk und Asphalt, die Fassaden der Altbauten werden malerisch beleuchtet von den Straßenlaternen und strahlen Würde aus. Von Weitem höre ich zarte Jazztöne. Das Leben könnte so einfach sein, wenn diese Leichtigkeit bliebe. Dieses Verharren im Schwerelosen. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, Mauerwerk zu sein, eine Straßenlaterne, ein Baum im abendlichen Wind, ein unbeschriebenes Blatt. Der letzte Klang eines Jazzsongs, der durch die Nacht klingt. Doch das ist luxuriöse Träumerei.

Hier wartet Arbeit auf mich. Als ich die Augen wieder öffne, sehe ich nach drinnen, ins warme, einladende Licht. Eine professionell gedeckte Tafel. Weißes Leinen, präzise aufgestellte Reihen weißer Designer-Stühle. Elegantes Kaminfeuer im Hintergrund und die Anwesenden in kleinen Gruppen, bereits plaudernd über zu erwartende Genüsse. Ganz in Kulturschwarz oder hier und da in weißem Hemd und Bluse. Ich sehe an mir hinab. Auch hier, dezente Jeans und weiße Bluse. Dann kommt er auf mich zu, im offenen Jackett, das Haar verwegen zurechtgezupft, wie immer etwas atemlos, da das Leben so voller Termine, so anstrengend, so zeitaufwendig, so interessant ist. Unsere Lippen berühren sich kurz, als wäre es ein festgeschriebenes Ritual. "Tut mir leid, konnte nicht früher los." Dann treten wir ein. Auch hier leise Musik, aber eher klassisch, Klavier. Der Veranstalter steht auf und räuspert sich.

"Wir werden heute eine Degustation hochwertiger Spitzenrotweine erleben, begleitet von edlen Schokoladen aus Equador und ..."

Mein Hirn sortiert beflissen alles, was es über Shiraz, Cabernet Sauvignon, Merlot, Tannine, Abgänge und was der Fachausdrücke mehr sind, zusammengetragen hat und ergibt sich dann. Wir setzen uns auf die edlen Stühle, die ich seit je unerträglich hässlich fand. Die billig wirkenden Plastikschalen, die bemühte Metallkonstruktion des Fußes, weiß aber, dass sie unverschämt teuer sind und dadurch ihre Daseinsberechtigung erhalten. Rotes Nass schwappt in riesenhaft bauchige Gläser, benetzt unsere Gaumen, dazwischen schmilzt süßes Braun auf unseren Zungen. Scharfe, süße, herbe Töne.

Es ist von kurzen und langen Abgängen die Rede, von dezenter Restsüße, angenehm adstringierenden Tanninen, bei einem Wein sei die Säure recht knackig, ein anderer kommt körperreich daher. Erinnert in der Nase an schwarzen Pfeffer und grüne Bohnen. Vom Aroma nach Vanille, Trüffel, Feige, Praline wird geschwärmt, ein Wein soll sogar das Aroma gerösteter Tannenzapfen haben. Ich kann geschmacklich nicht folgen. Für mich schmeckt alles ähnlich, mal mehr oder weniger beerig, mal schlichtweg sauer. Ich schäme mich beinahe, dass ich das Praline-, das Cassis-, das Trüffelaroma nicht schmecken kann. Merke nur, wie der Alkohol langsam meinen Magen wärmt und meine angespannten Gliedmaßen lockert. Mein Hirn wird angenehm wattig. Hier spuckt niemand mehr das kostbare Nass aus. Zu kostspielig sind die angebotenen Weine. Die Schokolade klebt süß an den Zähnen und nimmt manchen Weinen die Schärfe, auch wenn mir nicht klar ist, warum die mit neunzig Prozent Kakao so ganz besonders gut zu Barrique-Weinen passt. Ich beobachte meine Mitverkostenden. Sie schwelgen im Genuss. Die Lippen saugend und schmeckend nach vorne gestülpt. Die Nase tief in die Gläser versu

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