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Geld oder Liebe Roman von Beck, Lilli (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Geld oder Liebe

Ohne Moos nix los! Alles hätte so perfekt sein können: Mimi und ihre alternden Künstlerfreunde haben sich ihren Traum vom gemeinsamen Lebensabend erfüllt und bewohnen zusammen eine Villa am See. Doch dann droht das Anwesen verkauft zu werden. Bei ihrer wilden Rettungsaktion müssen die rüstigen Rentner schon mal zu Tricks greifen - auch jenseits der Gesetze. Denn schon bald merken sie, dass ehrlich nicht immer am längsten währt ... Ein urkomischer Roman über nicht ganz korrekte Oldies - nichts für schwache Nerven, aber gut fürs Herz.

Lilli Beck lebt zurzeit in München. Ihr größter Traum ist es jedoch, im Alter selbst einmal in einer rosa Villa am See zu wohnen. Mit dem Gesetz ist sie aber noch nicht in Konflikt geraten. Im Aufbau Taschenbuch Verlag sind ihre Romane 'Liebe auf den letzten Blick', 'Liebe verlernt man nicht' und 'Geld oder Liebe' lieferbar.Mehr zur Autorin unter www.lilli-beck.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 283
    Erscheinungsdatum: 16.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841207647
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 4618 kBytes
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Geld oder Liebe

1

"Wo ist Igor?"

"Da unten im Sarg!"

"Ist er tot?"

"Ja, beim Sterben ums Leben gekommen."

"Aber ich habe ihn doch gestern noch gesehen."

"Tja, so schnell kann's gehen. In unserem Alter sollte man eben höllisch aufpassen, wohin man tritt, sonst ..."

"Heute rot, morgen tot!"

Stünde ich nicht vollkommen aufgelöst und von Freunden und Bekannten umringt auf einem Friedhof, würde ich mir vorkommen wie bei der Premiere eines grotesk surrealen Theaterstückes, in dem jemand einen Kranz hinter sich wirft wie den Hochzeitsstrauß, um zu sehen, wer der Nächste ist. Passen würde es, schließlich ist heute der 1. April.

Aber ich starre mit von Tränen verschwommenem Blick tatsächlich in Igors Grab. An sich würde die Szene einer vollkommen normalen Beisetzung gleichen, mit Blumengebinden, Kränzen und Gestecken, hätten nicht alle Trauergäste ein Glas Wodka in der einen Hand und in der anderen ein Stück Brot. Ein unbeteiligter Zuschauer würde vermutlich auch über Roderich schmunzeln: Ein alter Mann in buntgemustertem Samtmantel und grünen Cowboystiefeln, der sich unablässig das durch den Wind verrutschende Toupet zurechtrückt. Ebenso würde er sich wahrscheinlich fragen, was mit dem Mann im Rollstuhl los ist, dessen feuerroter Fahrradhelm wie eine einsame rote Blume aus der schwarz gekleideten Menge herausleuchtet. Er könnte Pistolen-Pennys schmerzverzerrte Miene über dem mottenzerfressenen Silberfuchskragen als einen Ausdruck ihrer Trauer deuten, weil er nicht wüsste, dass ihre Beinprothese bei längerem Stehen unangenehm drückt. Und beim Anblick des grimmig dreinblickenden Wastl mit der platten Boxernase und den türbreiten Schultern, würde er vermutlich auf die Beisetzung einer Unterweltgröße tippen. Die kleine Gruppe bulliger Herren mit Pokerface, Sonnenbrillen und schwarzen Hüten könnte diesen Verdacht erhärten, genauso wie der idyllische Friedhof mit Seeblick und romantischer Zwiebelturmkirche. Nur Alteingesessene werden noch auf diesem exklusiven Gottesacker bestattet. Am Starnberger See klingt "Sozialwohnung" mittlerweile wie ein Fremdwort, und Normalverdiener müssten einen Bankraub begehen, um hier wohnen oder sogar ein Haus erwerben zu können.

Die Unterwelt-Vermutung wäre also nicht von der Hand zu weisen. Aber Igor war kein Gangster, obwohl auch ich anfangs nicht wusste, was ich von ihm halten sollte. Zumindest war er mir ziemlich suspekt. Nur optisch fand ich ihn sofort äußerst sympathisch, vor allem sein Kinngrübchen hatte es mir angetan. Er selbst hasste es, bezeichnete es gerne als Einschussloch, und brachte mich damit zum Lachen. Mein über alles geliebter russischer Kuschelbär war eine außergewöhnliche Mischung aus Kabarettist und Kalaschnikow. Allein sein erster Auftritt in meinem Leben war bühnenreif.

Es war vor neun Jahren in München, am Abend der letzten Vorstellung der Operette Die Csárdásfürstin . Ich hatte die Titelrolle gesungen und rauschende Ovationen erhalten. Erschöpft begab ich mich nach dem letzten Vorhang in meine Garderobe, wo ich neben vielen Blumensträußen einen Brief in einem blassblauen Kuvert vorfand. Darin versicherte mich Igor Komarow seiner glühenden Verehrung und bat höflich, von einem Unwürdigen ein winzig kleines Geschenk anzunehmen. Es würde vor dem Bühnenausgang auf mich warten. Kopfschüttelnd legte ich die Nachricht zur Seite. Üblicherweise wurden kleine Aufmerksamkeiten direkt nach der Vorstellung überbracht oder auf die Bühne geworfen, aber nicht großartig angek&u

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