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Gesammelte Heimatromane: 15 Titel in einem Buch Der Heiligenhof, Das Geschlecht der Mächler (Romantrilogie), Drei Nächte, Das Mandelhaus, Peter Brindeisener, Der Schindelmacher, Der begrabene Gott, Leonore Griebel, Die Krähen, Der Schatten... von Stehr, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2016
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Heimatromane: 15 Titel in einem Buch

Dieses eBook: 'Gesammelte Heimatromane: 15 Titel in einem Buch' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Inhalt: Leonore Griebel Der begrabene Gott Drei Nächte Der Heiligenhof Peter Brindeisener Droben Gnade drunten Recht: Das Geschlecht der Mächler (Romantrilogie) Das Mandelhaus Der Schindelmacher Die Krähen Gudnatz Der Schatten Der Graveur Meicke, der Teufel Hermann Stehr (1864-1940) war ein deutscher Schriftsteller aus der Grafschaft Glatz. Das Erscheinen seines Bestsellers 'Der Heiligenhof' 1918 befreite ihn aus seinen finanziellen Nöten, und er stieg zu einem gefeierten Dichter auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 2560
    Erscheinungsdatum: 25.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026866114
    Verlag: e-artnow
    Größe: 3010 kBytes
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Gesammelte Heimatromane: 15 Titel in einem Buch

V.

Inhaltsverzeichnis
Das große Haus hatte am Hochzeitstage gejauchzt mit den Geigen der Musikanten, mit dem hüpfenden Lachen der jungen Mädchen, mit den tiefen, breiten Lauten aus froher Männerbrust.

Dann war in tiefer Nacht, ohne erkennbaren Grund, eine unfreundliche Müdigkeit über das Gebäude gekommen.

Die nüchternen Gäste fühlten sie, erhoben sich eilig von ihren Plätzen und wünschten dem Brautpaare eine gute Nacht, wobei die Männer laut lachten und von den Weibern deshalb auf den Rücken geschlagen wurden. Die jungen Mädchen aber stahlen sich mit roten Wangen hinweg. Um zwei Uhr schwankten die letzten Trunkenen, der Sicherheit halber zu einem großen Trupp verknotet, aus dem Hausthor auf die Straße und begannen sofort zu singen:

"Morgenrot, Morgenrot,
Leuchtest mir zum frühen Tod."

Das Haus ächzte eine Weile mit den verrosteten Angeln seiner Thore ärgerlich dazu, dann sank es im Morgengrauen lauschend über das junge Paar.

Die Marsel-Bäckerin hatte ihrer Tochter durchaus eine Aussteuer geben wollen. Aber auf Griebels Bitten war es dann unterblieben.

"Ich håb vor ålls vul. Wo sellde ich 's 'n hinstella? Iberål hot's multum viel genung. Hiel drsch. Wås amål ibrich bleit, is uns doch nie verlorn."

So hatte Leonore nichts, was ihr die Eingewöhnung leicht machte. Kein leises Lied tönte durch bekannte Geräte aus ihrer Vergangenheit herüber und verband so ihr neues mit dem alten Leben. Als habe sie eine Kluft übersprungen, kam sie sich vor. Ganz zaghaft und unsicher war sie in der Fülle und Wohlhabenheit, deren Herrin sie nun sein sollte. - Dazu hatte sie ihr früheres Leben nie mit dem Ernst und der Aufmerksamkeit gelebt, die von innen kommen. Alle Jahre ihrer Bewußtheit waren gleichsam nur mit Gesten angefüllt. Keine Verpflichtung für die Zukunft lag in ihnen, als nur der Zwang der Gravitation äußerer Bewegungen. Und diese hatten in ihrem kleinen, engen Mutterhause den Schein einer gewissen Innerlichkeit angenommen. Nun aber war es, als gehe ihrer Gelenkigkeit der Atem aus.

Ganz ratlos saß sie da.

Es war den dritten Morgen beim Frühkaffee.

Ihr Mann frug sie:

"Nu, Lorla, best 'n gestern drieba gewast ei a Stuba?"

"Nein."

"I - - ja nun - - warum dn nie, he?"

"Ich mag nich, ich . . . . e . . . getrau mich nich. Es is als ob ich mich fürchte."

"Warum sprichst 'n 'fürchte'? Warum denn nie ferchte? - Du best doch nie ei dr Kerche un ach nie ei dr Schule."

"Dås is auch drvo . . . . . . . . .

Du warscht lacha . . . . hörst du? . . . l a c h a . . . . hier . . . .. spürst du nich, das geht nich. - Das is alles zu groß, zu scheen, zu, zu, . . . . ich kann drsch nich sän. -

Siehste Joseph, hier kännte ich beten überall; in d e r Stube und in d e r da drinne."

Der Kaffeelöffel, den sie in der Hand hielt, zitterte, so erregt war sie durch die Worte, welche aus ihrer Furcht und Ratlosigkeit heraufklangen. Sie sah eine Weile unbeweglich vor sich hin und als sie dann ihr Gesicht erhob, blieb das rechte Auge starr in fremder Richtung stehen, von dem kraftlosen Lide nur halb geschlossen.

"Da wärsch jå grade, åls wenns wåhr wär, dåß ei unsm Hause umgieht."

"Umgieht . . . . umgeht! ach nu, das nich! aber durch den langen, finstern, hohchen Flur . . . ." unwillkürlich dehnte sie jedes Wort wie feierlich singend.

"Ach wås, Gemare!"

"Gemare?"

"Nu, Lorla."

"Sprich nie Lorla."

"Is nie hibsch?"

"Lore is auch nich hibsch; åber Lorla? nein! Geh amal und sags zur Thire naus, im Flur ahinder; da wirscht 's spieren. - Als wenn eens mit Holzlatschen klufft . . . . ja, wahrhaftig klufft, a so is."

"Ach, Lore oder Lorla, doas is doch egal."

"Aber, wenn ich dich bitt!?"

"Nu, Jesses och a, meinswejen; då komm. Mir sein fertich met 'm Friesticke. Då wer ich amål iberål hin met

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